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Botschaft des israelischen Staatspräsidenten Moshe Katsav an die jüdischen Gemeinden in der Diaspora anlässlich des 58. Unabhängigkeitstages:
"Mögen wir unsere Fähigkeiten zur Lösung der wahren Probleme der Menschheit einsetzen können"

Meine lieben Freunde,

Seit das jüdische Volk seine Unabhängigkeit wieder erlangte und einen jüdischen und demokratischen Staat in Israel im Jahre 1948 gründete, haben wir viele Kriege und viel Terror sowie wirtschaftliche wie soziale Probleme überstehen und bewältigen müssen. Dennoch ist der Staat Israel heute ein führendes Land auf den Gebieten der Wissenschaft, Technologie, Forschung und Entwicklungsarbeit. Es dient als Beispiel für viele Länder in der Welt und hat sich hohen internationalen Respekt erworben.

Im Jahre 1948 betrug der Yishuv im Lande Israel 600,000 Juden wogegen sich heute die Bevölkerung Israels auf sieben Millionen Bürger beläuft. Wir gliederten Millionen von neuen Einwanderern ein, die aus islamischen Ländern wie aus Ländern des früheren kommunistischen Blockes stammten, und wir stellten ihnen allen Wohnungen, Ausbildung, soziale Sicherheit und eine funktionierende Gesundheitsfürsorge zur Verfügung.

In den vergangenen Jahren haben wir historische Schritte gegenüber den Palästinensern unternommen und in diesen Jahren haben sie Dinge erreicht, die es in ihrer Geschichte bisher nicht gegeben hat. Und sie hätten noch viel mehr erreichen können, wenn sie sich nicht dafür entschieden hätten, den politischen Prozess zu beenden und zum Terror und zu Blutvergießen zurückzukehren.

Im Laufe dieser letzten Jahre sind mehr Israelis dem palästinensischen Terror zum Opfer gefallen als in den vorangegangenen 50 Jahren seit der Gründung des Staates Israel.

Zu unserer Bestürzung haben die Palästinenser bei ihren Wahlen, die nicht demokratisch waren und eine Verletzung der Abkommen von Oslo darstellten, für eine Hamas-Regierung gestimmt. Sie wählten eine Organisation, die von Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika als Terror-Organisation eingestuft wurde. Die Hamas-Regierung hat erklärt, dass sie weiterhin den Terrorismus unterstützen wird, sie lehnt die Anerkennung des Rechtes der Existenz des Staates Israel ab und sie lehnt es ab, die internationalen Verpflichtungen der Palästinenser, die ihre politischen Führer seit den Abkommen von Oslo auf sich genommen haben, zu respektieren.

Wir arbeiten für den Frieden. Wir haben dies in der Vergangenheit bewiesen und wir werden dafür auch weiterhin in unserem Kampf für die Sicherheit des Staates Israel und im Bemühen, Frieden mit all unseren Nachbarn zu erreichen, arbeiten.

Die israelische Demokratie hat ihre Stärke bewiesen und ihre Fähigkeit, sich schwierigen Entscheidungen zu stellen und diese auch zu fällen.

Die israelische Wirtschaft ruht auf starken Grundlagen, die zu Wachstum führen und wir haben wirtschaftliche Erfolge erzielt. Wir müssen jedoch noch mehr dafür arbeiten, die schwächere gesellschaftliche Schicht in Israel zu schützen.

Wir freuen uns auf den Tag, an dem wir unsere menschlichen und wissenschaftlichen Fähigkeiten dafür verwenden können, die wirklichen Probleme der Menschheit zu lösen: Der Kampf gegen die Krankheiten, der Kampf gegen die Armut und gegen Naturkatastrophen, statt unsere Fähigkeiten im Kampf gegen den Terrorismus, Zerstörung und Ruin einsetzen zu müssen.

Ich bin stolz auf die Solidarität der jüdischen Gemeinden in der Diaspora mit Israel. Es liegt an uns, die jüdischen Werte zu stärken, die universale Werte sind, die Einheit in unserem Volk zu stärken und den Bezug zum nationalen Gedanken, der Religion und zum Land selbst zu intensivieren.

Ich wünschen dem gesamten jüdischen Volk in Israel und in der Diaspora einen glücklichen Unabhängigkeitstag, die Verwirklichung unserer nationalen Ziele und die Erfüllung der Gebete und Wünsche des jüdischen Volkes, nach denen es sich in allen Generationen gesehnt hat, in Frieden und Sicherheit zu leben, im wirtschaftlichen Wohlstand und in sozialer Gerechtigkeit.

Mit herzlichen Grüßen

Moshe Katsav

Keren Hayesod 25-04-2006