 |
Grußwort von Israels Botschafter Shimon Stein
zu Rosch Haschanah 5764 an den Keren Hayesod Deutschland
"Wir hoffen auf ein Jahr ohne Terror"
|
Zu Rosch Haschana wird die Entscheidung über unseren Eintrag in das "Buch
des Lebens" gefällt: "Mögest Du eingeschrieben und besiegelt sein für ein
gutes Jahr" heißt der Wunsch, den wir einander am ersten Abend vor Rosch
Haschana weiterreichen. Es ist der Segensspruch, der von einer jüdischen
Generation zur nächsten weitergegeben wird, der verbunden ist mit Hoffnungen
und mit Sorgen: Welche Erwartungen knüpfen wir an ein gutes Jahr? Und welche
unserer Erwartungen sind realistisch? Seit nunmehr 36 Monaten stellt uns der
palästinensische Terror vor eine Herausforderung. Zu viele Opfer hat er
gefordert, in zu viele Familien tiefe Wunden gerissen. Zusammen mit den
trauernden Familien hoffen wir auf ein gutes, zumindest ein besseres Jahr,
auf ein Jahr ohne Terror.
Nachdem sich die israelische Regierung und die Palästinensische Behörde
unter ihrem neuen Ministerpräsidenten dazu verpflichtet hatten, die Road Map
zu implementieren, waren wiederholt große Hoffnungen aufgeflackert. Israel
hatte bereits begonnen, seinen Beitrag zur Implementierung zu leisten und
schon eine Reihe von Maßnahmen sowohl im Sicherheits- als auch im
humanitären Bereich ergriffen.
Die aus der Road-Map erwachsenen Erwartungen an Ministerpräsident Abbas,
die Terrororganisationen aufzulösen, zusätzliche Maßnahmen im
Sicherheitsbereich zu ergreifen sowie die Aufhetzung der Bevölkerung
einzustellen, sind allerdings nicht erfüllt worden. Insbesondere nach dem
neuerlichen feigen Anschlag, der die vereinbarte Waffenpause beendet hat,
sind nun die Hoffnungen auf die weitere Implementierung der Road-Map wieder
einmal geschwunden.
Trotzdem hoffen wir weiter auf ein baldiges Ende des Terrors, damit wir
die politischen Gespräche wieder aufnehmen können. Gleichzeitig, und trotz
der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, sind wir entschlossen und
verpflichtet, die großen Aufgaben, wie z. B. die Integration der
Neueinwanderer, zu fördern. Nicht minder wichtig ist unsere Aufgabe und
Pflicht, die Kontakte zur jüdischen Diaspora zu vertiefen.
Für den unermüdlichen Einsatz von Keren Hayesod möchte ich auf diesem
Wege herzlich danken und wünsche uns allen ein friedliches Rosch
Haschana-Fest!
Shanah tova!
Shimon Stein
Keren Hayesod
21.04.2012
|