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Der Keren Hayesod gedenkt den
Opfern des Terror-Anschlages vom 11. September auf die Vereinigten Staaten
von Amerika
Der Welt wurden die Augen geöffnet
von EFRAIM INBAR
Der 11. September 2001 wird in die Geschichte als der
Tag eingehen, an dem den Vereinigten Staaten von Amerika wie anderen Ländern
in der Welt die Augen geöffnet wurden.
Die darauf folgenden Erschütterungen führten zu
verstärkten Aktivitäten der amerikanischen Außenpolitik sowie zu einer
verstärkten Präsenz der USA in vielen Orten der Welt, einschließlich im
Nahen Osten und den angrenzenden Nachbarn.
Darüber hinaus sorgten die Ereignisse für eine Klärung der
Strategie in Washington, die es den USA ermöglichte, Freunde und Feinde
voneinander zu trennen.
Israel hat im großen und ganzen davon profitiert, da das
Land es begrüßt, wenn die USA an globalen Entwicklungen beteiligt sind.
Darüber hinaus fällt Israel in die Kategorie jener Länder, die den
Terrorismus bekämpften.
Tatsächlich ist es so, dass die Anschläge des 11.
September, dessen Wurzeln im Nahen Osten lagen, die Behauptung Israels
untermauerten, dass das Land von gewaltbereiten Nachbarn umgeben und ernsten
Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt ist.
Diese Anschläge ließen die Öffentlichkeit auch Israels
Lage besser verstehen und sie minderten die Kritik an Israels eigenen
Maßnahmen gegen den Terror.
Für Israel besonders bedeutsam ist der Umstand, dass der
11. September das internationale Ansehen der arabischen Welt entscheidend
schwächte. Die vorherrschende Weltmacht, die USA, zeigte sich zunehmend
enttäuscht über den Mangel an Unterstützung, den sie erhielt, besonders von
Seiten ihrer beiden wichtigsten Verbündeten, Ägypten und Saudi Arabien.
Diese beiden Länder zeigten viel Widerstand, als sie
aufgefordert wurden, über islamische radikale Elemente Informationen
bereitzustellen, das militärische Vorgehen der USA in Afghanistan aktiv zu
unterstützen, mit den USA in bezug auf den israelisch-palästinensischen
Konflikt zusammenzuarbeiten und das geplante Vorgehen der USA gegen den Irak
zu unterstützen. Ihr Verhalten wurde in Washington aufmerksam zur Kenntnis
genommen.
Im gegenwärtigen Klima, das vom Kampf gegen den Terror
bestimmt wird, befindet sich Syrien, das sich auf der Liste des
US-Außenministeriums in bezug auf jene Länder befindet, die den Terror
unterstützen, in einer sogar noch schwierigeren Lage. Deshalb muss das Land
vorsichtiger sein, wenn es der Hisbollah im Süd-Libanon erlaubt, Israel
Schaden zuzufügen.
Gleichzeitig stehen die Palästinenser, die ihre
Terror-Taktik nach dem 11. September nicht änderten, heute unter größerem
Druck denn je, dies zu tun.
Ihr Führer, Yasser Arafat, wurde von Washington sogar
aufgefordert, wegen seiner Verbindungen zum Terrorismus zurückzutreten, und
eine zunehmende Anzahl von Hauptstädten in der Welt unterstützt diese
Forderung, wenn auch stillschweigend.
Es wurde weniger modern, Terroristen als Freiheitskämpfer
zu bezeichnen, eine Entwicklung im Sinne der israelischen Intentionen.
Ähnlich vorteilhaft ist das erklärte amerikanische Ziel,
eine neue Regierung im Irak herbeizuführen. Sollte Saddam Hussein
tatsächlich als Ergebnis eines amerikanischen Krieges gegen den Irak
abgesetzt werden, ist es dennoch zweifelhaft, ob eine demokratische
Regierung in Bagdad entstehen würde, aber Israel würde einen tollwütigen
Feind weniger haben, einen der stärksten Befürworter seiner Zerstörung.
Eine derartige Entwicklung würde die radikalen Strömungen
in der arabischen Welt schwächen, die es untereinander bisher abgelehnt
haben, Israels Existenz zu akzeptieren und arabische Staaten eingeschüchtert
haben, Beziehungen mit dem jüdischen Staat aufzunehmen.
Darüber hinaus haben die Entwicklungen in der arabischen
Welt in der Zeit nach dem 11. September die Zahl der Staaten erhöht, die
gegenüber israelischen Angeboten offener sind, wie zum Beispiel Oman und
Quatar.
Die Amerikaner haben vor kurzem damit begonnen,
militärische Einrichtungen von Saudi Arabien in diese Länder zu verlegen,
was ihre zunehmende militärische Bedeutung für die USA zum Ausdruck bringt,
ebenso wie die zunehmende Frustrierung der Amerikaner mit Riad, dem
Regierungssitz und der Hauptstadt Saudi-Arabiens.
Eine logische Begleiterscheinung des 11. September ist die
Verschlechterung der geostrategischen Lage des Iran. Auch wenn Teheran das
Taliban-Regime nicht mochte, so führte seine Beseitigung zu einer
verstärkten amerikanischen Präsenz in der unmittelbaren Nachbarschaft des
Iran.
Zu einem ähnlichen Ergebnis könnte auch die Beseitigung
von Saddam Hussein führen, der von den Mullahs als ein Erzfeind betrachtet
wird.
Im Iran wächst die Erkenntnis, dass bessere Beziehungen
zwischen dem Iran und der USA nötig sind. Eine gleichzeitige Entwicklung in
Teheran gegenüber Israel ist jedoch nur schwer vorstellbar.
Nichtsdestoweniger gilt, dass der Iran seine
anti-israelische Haltung abschwächen muss, wenn seine Regierung sich dazu
entschließen sollte, die Beziehungen zu den USA zu verbessern.
Die neue internationale Konstellation nach dem 11.
September hat auch die israelisch-türkische Achse grundlegend gefestigt.
Beide Staaten zeigten sich erfreut darüber, dass die radikal-islamische
Bedrohung stärker als bisher als Bedrohung verstanden wird, sie begrüßten
den Fall des Taliban-Regimes und die stärkere Präsenz der USA in
Zentral-Asien.
Seit die Türkei, wie kürzlich mitgeteilt, den Irak und
Iran als Hauptbedrohung nationaler Interessen einstuft, gibt es sogar noch
größere Überschneidungen als früher in bezug auf die Ansichten von Ankara
und Jerusalem, wer oder was als Gefahr angesehen wird.
Tatsächlich ist es so, dass die Anteilnahme der Türkei am
Schicksal der Palästinenser und die abnehmenden Spannungen mit Syrien die
gegenseitigen Beziehungen zwischen der Türkei und Israel kaum beeinflusst
haben. Auf allen Ebenen, im Bereich der Wirtschaft und Kultur, in
diplomatischer und strategischer Hinsicht, verläuft alles völlig normal.
Gerade in diesem Jahr wurden zwei große Waffenverträge
zwischen den beiden Ländern unterzeichnet. Die Türkei erteilte der
Militär-Industrie Israels den Auftrag, 170 amerikanische M60-Panzer
technisch zu modernisieren, der Auftrag hat einen Wert von $670 Millionen
Dollar. Gleichzeitig soll Israel elektronische Waffensysteme an 300
Militär-Hubschraubern installieren, was einen Wert von $110 Millionen Dollar
darstellt und die Festigkeit der Beziehungen zwischen Ankara und Jerusalem
bestätigt.
Zusätzlich wurde die strategische Partnerschaft, die mit
Indien in der zweiten Hälfte der 90er Jahre aufgebaut wurde, von den
Ereignissen des 11. September positiv beeinflusst.
Die Bedrohung durch den extremen Islam und den Terrorismus
wurde voll erkannt und stärkte das strategische Band zwischen den beiden
demokratischen Staaten.
Weil sie ähnliche Ängste und Interessen teilt, steht die
Bush-Regierung den verbesserten Beziehungen zwischen Jerusalem und Delhi
positiver gegenüber als früher.
Die schrecklichen Ereignisse des 11. September und die
verstärkte Bedrohung, die sie für viele Hauptstädte der Welt darstellen,
veranlassten die Welt, sich dem Standpunkt Israels anzunähern. Es bleibt zu
hoffen, dass sich die internationale Auswirkung dieser Ereignisse nicht zu
schnell verflüchtigen wird.
Der Autor ist Professor für politische Studien an der
Bar-Ilan Universität und der Direktor des Begin-Sadat Zentrums für
Strategische Studien.
Keren Hayesod
02.04.2008
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