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Liebesgrüße aus Bagdad – "Ezra Mizion" der Jewish Agency:
Sechs Juden aus dem Irak gerettet
Jerusalem (KH) – Mit einer geheim durchgeführten
humanitären Mission, die unter dem Decknamen "Ezra Mizion" (Hilfe aus
Zion) stand und von der Jewish Agency geleitet wurde, jener
Organisation, die vor allem mit Hilfe von Spendenmittel des Keren
Hayesod gefährdeten jüdischen Menschen in der ganzen Welt Hilfe bietet
und diesen auch die Aliyah nach Israel ermöglicht, konnten sechs ältere
jüdische Menschen, darunter auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde von
Bagdad, die gegenwärtig noch etwa 35 Menschen umfasst, am 25. Juli
dieses Jahres von Bagdad im Irak nach Israel gebracht werden.
Die Operation, die mit dem Büro des Ministerpräsidenten
und weiteren Stellen in Israel und im Ausland koordiniert wurde,
darunter auch der HIAS, begann am 11. Juli, als eine dreiköpfige
Einsatzgruppe der Jewish Agency und Mitarbeitern der HIAS in den Irak
einreisten, der nach wie vor ein sehr gefährliches Umfeld darstellt. Die
Agency wollte sich vor Ort einen Eindruck von den Lebensbedingungen der
jüdischen Gemeinschaft im Irak und ihren Bedürfnissen verschaffen. Aber
es wurde sehr schnell deutlich, dass eine dringende humanitäre
Rettungsaktion nötig war.
Das Team stellte Kontakt zu der jüdischen Gemeinschaft
her und stellte es den jüdischen Menschen frei, sich innerhalb weniger
Tage zu entscheiden, ob sie mit einem besonders gecharterten Flugzeug
ausreisen wollten. Während ihres Aufenthaltes im Irak stand das Team
unter dem Schutz der Regierung der Vereinigten Staaten.
Es entschlossen sich schließlich sechs Juden zur
Ausreise: Ezra Levy, 75 Jahre alt; Salima Shemesh, 75, sie stammt aus
Basra; Sasson Salach Abdul, 90, ein früherer Angestellter der irakischen
Eisenbahnbehörde, der im Jahre 1951 wegen seiner jüdischen Abstammung
seine Stelle verlor; Hatoun Dayan, 70; Naima Haleli, 99 sowie Meir
Yehezkel Shabad, 46. Einige von ihnen waren vor der Saddam-Zeit
vermögend gewesen, aber sie hatten nach dessen Machtergreifung ihre
Arbeitsstellen und ihren Besitz verloren, da sie als Juden diskriminiert
wurden.
Die sechs Juden aus dem Irak wurden nach ihrer Ankunft in
Israel in ein Hotel in Yehud gebracht und darauf in das Assaf Harofeh
Hospital in Tel Aviv zur medizinischen Untersuchung. Sie werden
anschließend in Eingliederungszentren, Seniorenheime, Krankenhäuser oder
bei ihren Familien untergebracht.
"Es gibt soviel Liebe und so viele Zukunftsperspektiven
für ein besseres Leben hier in Israel", sagte Ezra Levy nach seiner
Ankunft in Israel. Levy, dessen Frau 1991 gestorben war, könnte sich
seitdem kaum mehr selbst versorgen. "Ich habe alles selbst gemacht –
kochen, waschen und so weiter, auch wenn ich es kaum schaffte, „ sagte
er. Er entschloss sich nach Israel zu fliegen, um hier wieder seine
Schwester Dalia zu treffen, die er seit 52 Jahren nicht mehr gesehen
hatte. "Ich kam, um sie zu sehen und bei ihr zu leben. Ich wollte den
Rest meines Lebens – das Ende meines Lebens – bei ihr verbringen", sagte
Levy. "Ich beginne ein neues Leben trotz meines Alters, alles ist neu.
Alles ist sehr, sehr gut. Die Sonne scheint, ich treffe alle meine
Freunde und meine Brüder und Schwestern hier in Israel."
Ein enger Familien-Freund der neu angekommenen Salima
Shemesh, Simcha Shem Tov, hatte die Frau darum angefleht, ihn zu
begleiten als er vor 32 Jahren von Basra nach Israel floh. "Dann war sie
zu ängstlich, um nachzukommen", sagte Shem Tov, dessen erste drei Kinder
von Shemesh im Irak aufgezogen worden waren. "Ich konnte es kaum glauben
als ich herausfand, dass sie noch am Leben war!"
Der Irak hatte einmal eine florierende jüdische Gemeinde
mit etwa 130,000 Mitgliedern besessen, von denen jedoch etwa 120,000
zwischen 1949 und 1952 nach Israel geflohen waren, weitere Juden hatten
das Land in den folgenden Jahren verlassen.
Jewish Agency-Vorsitzender Sallai Meridor lobte alle an
der Operation beteiligten und sagte: "Die Jewish Agency wird auch
weiterhin alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um gefährdeten
Juden zu helfen, unabhängig davon, wo immer in aller Welt sie leben."

Darauf hatte der irakische Jude Ezra Levy 75 Jahre seines Lebens warten
müssen: Einmal am Kotel in Jerusalem beten zu können. Die Jewish
Agency, unterstützt vom Keren Hayesod, hat es ihm und weiteren
jüdischen Menschen aus dem Irak mit einer Rettungsaktion ermöglicht.
Im Hintergrund Jewish Agency-Vorsitzender Sallai Meriodor.

Das gewaltige Schofar klang bei Ezra Levy am Kotel im Jerusalem
besonders laut und durchdringend.
(Fotos: JA)
Keren Hayesod 01-08-2003
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