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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Erstmals organisierte Israel ein internationales Forum zu diesem Thema:
Antisemitismus: Eine wachsende Gefahr für das jüdische Volk von Europa bis in den Nahen Osten

Von Natan Sharansky

Jerusalem (JP) – Vor kurzem wurde ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Antisemitismus unternommen. Zum ersten Mal kam auf Initiative des Staates Israel ein globales Forum zusammen, um sich mit der Gefahr auseinanderzusetzen, die die seit relativ kurzer Zeit feststellbare explosionsartige Ausbreitung des Antisemitismus in der Welt darstellt.

Dieses Forum war seit langem überfällig gewesen. In den letzten wenigen Jahren hat der Antisemitismus Ausmaße erreicht, wie sie seit dem Holocaust nicht mehr zu verzeichnen gewesen waren. In Europa, wo die Wunden der Vergangenheit noch Frisch sind, wurden Juden tätlich angegriffen, Friedhöfe wurden geschändet und Synagogen in Brand gesteckt.

Die Reaktion der europäischen Regierungen auf diese Anschläge, die größtenteils Vergehen von Moslems waren, die innerhalb ihrer Grenzen leben, war unzureichend, um es milde auszudrücken. Französische Diplomaten und belgische Juristen haben sich sogar damit gebrüstet, ihren Antisemitismus öffentlich zur Schau zu stellen.

In der arabischen und moslemischen Welt wütet ein lange vorhandener existierender Antisemitismus heute mehr denn je. In diesen Ländern versuchen die Regierungen nicht einmal den Antisemitismus einzuschränken, sie unterstützen diesen sogar aktiv.

In diesem Geiste sah es die Regierung von Ägypten, die mit Israel einen formellen Friedensvertrag unterhält, als angemessen an, zur besten Sendezeit und im staatlich kontrollierten Fernsehen, eine 41-teilige Serie auszustrahlen, die auf die berüchtigte zaristische Fälschung der "Protokolle der Weisen von Zion" basiert. In der gleichen Weise hatte Syriens Präsident Bashar Assad, keine Probleme damit, die Juden "Christus-Mörder" vor dem Papst zu nennen und seine Minister betrachteten es als gerechtfertigt, Artikel zu veröffentlichen, in denen der Mythos des Blut-Tötens dargestellt wird.

Die Palästinenser haben ihrerseits eine ganze Generation mit gewalttätigem Antisemitismus indoktriniert, der darauf abzielt, Juden zu entmenschlichen und dem jüdischen Staat seine Existenzberechtigung abzusprechen.

Das Ausmaß dessen, in welchem Umfang der Antisemitismus zurückgekehrt ist, wurde vor zwei Jahren in Durban, Süd-Afrika, deutlich. Was als internationale Konferenz gegen Rassismus geplant war, wurde zu einem Ausdruck des Hasses gegen Juden. Unter dem falschen Banner der Menschenrechte wurde die Rechtmäßigkeit der Existenz von Israel in nie dagewesener Weise angegriffen. In Durban wurde auf schmerzvolle Art und Weise deutlich, dass der Versuch, einzelnen Juden das Recht auf ihre Existenz abzusprechen, durch den systematischen Versuch ersetzt worden war, Juden ihre Rechte als Nation abzusprechen. Ein für alle Mal wurde deutlich, dass es keinen Unterschied gab zwischen Anti-Zionismus und Antisemitismus.

Erst jetzt hat der Staat Israel sich dazu entschlossen, den Kampf aufzunehmen. Die antisemitische Krankheit, die sich wie ein Flächenbrand auf der Welt ausgebreitet hat, verlangt nach einer globalen Antwort. Als Minister für Diaspora-Angelegenheiten ist meinem Ministerium von der Regierung die Aufgabe übertragen worden, sich dieser dringenden Aufgabe zu stellen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Israel eine führende Rolle im Kampf gegen den Antisemitismus einnehmen muss, aber ich weiß auch, dass wir diesen Kampf nicht alleine gewinnen können.

Ich habe mich besonders darüber gefreut, dass viele führende Experten im Kampf gegen den Antisemitismus positiv auf meine kürzliche Einladung reagiert haben, ein Forum einzurichten, mit dem eine abgestimmte Gegenoffensive eingeleitet werden soll.

Teilnehmer aus den Ausland bestanden aus leitenden Mitarbeitern von Organisationen wie der Anti-Defamation League, das Simon Wiesenthal Center, und dem World Jewish Congress sowie jüdischen führenden Persönlichkeiten aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Britannien, Frankreich, Belgien, Österreich, Schweden, Russland, Australien und aus anderen Staaten sowie aus weiteren Persönlichkeiten, die viel Zeit und Energie im Kampf gegen den Antisemitismus aufbringen.

Die Teilnehmer aus Israel stellten gleichermaßen eine beeindruckende Reihe von Persönlichkeiten und Organisationen dar, die bei diesem wichtigen Kampf ganz vorne mit dabei sind.

Wir wissen alle, dass wenn wir Juden wirkungsvoll gegen Antisemitismus schützen wollen, müssen wir zeigen, dass wir uns zu unserer Aufgabe noch mehr bekennen als unsere Feinde zu der ihren. Und wir sollten keine Zweifel daran haben, dass unsere Feinde sehr intensiv und mit hoch entwickelten Mitteln arbeiten. Angesichts der Tatsache, dass Antisemitismus nicht als politisch korrekt angesehen wird, führen Antisemiten ihre Angriffe gegen Juden nach wie vor unter dem Deckmantel des Kampfes für Menschenrechte.

Aber der doppelte Standard der UN, die perverse Agenda einiger nationaler Regierungen, die merkwürdigen Proteste vieler Anti-Globalisierungsdemonstrationen sowie die Brandreden auf vielen Universitäts-Campuses verbergen die wahren Absichten und Inhalte. Es ist unbedingt nötig, den Antisemitismus als das zu entblößen, was er ist.

Obwohl alle Teilnehmer der Konferenz unermüdlich an diesem Kampf beteiligt sind, ist doch allen klar, dass ihre jeweils wichtige, doch einzeln geführte Arbeit nunmehr durch eine größere abgestimmte Strategie ergänzt werden muss. Wir alle stimmten darin überein, dass der Kampf gegen diesen hoch entwickelten und variantenreichen Antisemitismus eine koordinierte, systematische und vorbeugende Kampagne erfordert. Der Staat Israel wird während dieser Kampagne nicht abseits stehen. Er wird dabei, wie es immer der Fall sein sollte, eine zentrale Rolle bei der Verteidigung des jüdischen Volkes spielen. Glücklicherweise, wenn man von meinen Eindrücken bei der Konferenz ausgeht, sind die Kräfte des jüdischen Volkes ebenso wie ich persönlich dazu entschlossen, diesen Kampf zu gewinnen.

Der Autor ist Minister für Diaspora-Angelegenheiten und Jerusalem.

Keren Hayesod 06-08-2003

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem