israel-tourismus.de / nahost-politik.de / zionismus.info / hagalil.com
 
 

Alex Averbukh errang in München die erste Leichtathletik-Goldmedaille für Israel

Ein Spitzensportler, der über den Keren Hayesod den Weg von Sibirien in seine neue Heimat fand

München (KH) - 30 Jahre nach der Ermordung von elf Mitgliedern der israelischen Olympia-Mannschaft bei den Olympischen Spielen in München am 5. September 1972, hat bei den eben zuende gegangenen Leichtathletik-Europameisterschaften in München mit Alex Averbukh der erste israelische Sportler eine Goldmedaille bei einem derartigen sportlichen Gross-Ereignis gewonnen. Er siegte im Stabhochsprung mit 5,90 Meter.

Dieser Athlet ist mit der Arbeit des Keren Hayesod und der Jewish Agency eng verbunden. Denn wie so viele andere Juden aus der früheren Sowjet-Union, die im letzten Jahrzehnt mit Hilfe der JA nach Israel kamen, insgesamt waren es bisher mehr als eine Million jüdischer Menschen, wanderte auch Averbukh, 27, aus Sibirien 1999 nach Israel ein. Er wurde in Irkutsk geboren und machte mit seinen Eltern Aliyah. Unter seinen Freudentränen nach dem Sieg mit 5,90 Meter und den Jubelsprüngen, eingehüllt in die Fahne Israels beim Abhören der Hatikva, mischte sich jedoch auch Trauer. Sein Vater, der auch sein Trainer gewesen war, ist im Dezember letzten Jahres gestorben. Ihm widmete er seine Goldmedaille von München „und auch dem Volk Israels“, wie er sagte. „Ich möchte dem jüdischen Volk damit ein kleines Geschenk machen, denn die sonstigen Nachrichten aus Israel sind ja nicht immer so gut.“ Israel betrachtet er als seine „wahre Heimat, auch wenn er Hebräisch noch nicht so gut beherrscht. 

Er hatte seine Startgenehmigung für Israel vor drei Jahren erhalten. Als Sportler ist er den Experten bereits bekannt, bei den Weltmeisterschaften 1999 und 2001 gewann er die Silbermedaille. Für einen Stabhochspringer ist er mit 1,78 Meter sehr klein, aber er ist ein Allround-Athlet. Vor fünf Jahren gewann er den russischen Zehnkampf-Titel.

Alex Averbukh gewann die Goldmedaille genau in dem gleichen Stadion, in dem die tragischen Olympischen Spiele 1972 abgehalten worden waren. Der erste Platz im Stabhochsprung wurde in Israel bejubelt. „Dem israelischen Team hätte nichts Besseres passieren können als dieses Gold", sagte der Präsident des EM-Organisationskomitees, Helmut Digel. „Schöner hätte es in keinem Drehbuch stehen können," so beschrieb die israelische 10.000 m-Läuferin Nili Avramski das Abspielen der Nationalhymne bei der Siegerehrung ihres Teamkollegen. Noch am selben Abend gratulierte Israels Premierminister Ariel Sharon dem Stabhochspringer Alex Averbukh persönlich. Averbukh drückte die Hoffnung aus, dass der Sport zum Frieden beitragen könne.

Keren Hayesod 02.04.2008