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Bnai Ayish:
Eine russisch-jemenitische Erfolgsgeschichte
Das Leben der Bewohner von Bnai Ayish änderte
sich vor 12 Jahren. Entgegen aller Voraussagen schafften sie es,
alteingesessene Bewohner und neue Einwanderer harmonisch zu integrieren.
Etwas Russisch, etwas Jemenitisch: Eine Liebesgeschichte.
Zusammengestellt von Daniel Ben Simon,
Ha’aretz 26.7.2002
Das
gemeinsame Leben der alteingesessenen Bewohner von Bnai Ayish und den
Neueinwanderern ist eine Erfolgsgeschichte. Es gibt keine andere städtische
Gemeinschaft in Israel, deren frühere Bevölkerung einem derartig drastischen
Wandel unterworfen war. Es gibt keine andere Gemeinschaft in Israel, deren
kürzlich zugezogene Einwanderer in lediglich 10 Jahren einen derartig
nachhaltigen Eindruck gemacht haben. Und es gibt auch keine andere Stadt,
die in einer derartig kurzen Zeitspanne um das Fünffache gewachsen ist – von
1400 auf etwa 7200 Einwohner.
Es
ist erstaunlich genug, wie beide Seiten ihre ablehnende Einstellung
zueinanderer überwunden und wie sie ihre Unstimmigkeiten und Abspaltungen
unter Kontrolle gebracht haben. Ausser durch die örtliche Trennung der
eingesessenen Einwohner und jener der Einwanderer, verläuft das Leben in
dieser kleinen Gemeinschaft, die zwischen Gedera und Gan Yavneh (in
Zentral-Israel) liegt, völlig normal. Viele der alteingesessenen Bewohner
sind der Meinung, dass Bnai Ayish erst am Tag der Ankunft der Einwanderer
zum Leben erweckt wurde.
Sharon Flood, der Leiter des örtlichen Postamtes, ist einer
von ihnen. Er ist 28 Jahre alt; seine Familie wanderte aus dem Iran ein und
liess sich in einer der Blech-Hütten nieder, die hier über die Ruinen der
britischen Armee-Baracken vor 45 Jahren errichtet worden waren. Bnai Ayish,
benannt nach den Anfangsbuchstaben von Akiva
Yosef Shlezinger,
einem Rabbiner, der für die Landgewinnung arbeitete, wurde seinerzeit von
einer Handvoll Familien bewohnt, die aus Marokko, dem Iran und dem Irak
eingewandert waren. Sie hatten ein kleines Stück Land erhalten und die
Männer gingen in den benachbarten landwirtschaftlichen Betrieben zur Arbeit.
Einige Jahre später schlossen sich ihnen Hunderte von jemenitischen Familien
an, die ihre kulturellen Traditionen und religiösen Bräuche in die
Gemeinschaft einbrachten.
1990: Die Russen kamen
Flood erinnert sich daran, dass das Leben in der Gemeinde vor
der letzten Einwandererwelle scheinbar zum Stillstand gekommen war. Es gab
fast keine Arbeit. Die Menschen verbrachten die meiste Zeit damit, in der
Synagoge zu beten, während die Jugendlichen herumzogen und nichts zu tun
hatten. Im Jahre 1990 änderte sich das Leben für die Bewohner von Bnai
Ayish. „Die Russen kamen und revolutionierten den Ort,“ fügt Flood
begeistert hinzu. Er verlässt das Postamt, das sich in einem Einkaufszentrum
befindet, und breitet seine Arme in verschiedene Richtungen aus, um auf die
Veränderungen hinzuweisen. „Die Stadt hat sich sehr stark entwickelt,“ sagt
er. „Bevor die Russen kamen, gab es keine Einkaufszentren. Jetzt haben wir
einen Supermarkt, einen Bäckerladen, Kioske, schöne Geschäfte,
Bekleidungsgeschäfte und eine Versicherungsagentur. Aber am wichtigsten ist
eines, die Apotheke. Was hat es zuvor hier gegeben?
Nichts. Es gab Jemeniten, Perser und zwei Einkaufsläden.
Das war alles, was es hier gegeben
hat. Es war ein Dorf und heute ist es eine Stadt. Und wir verdanken das
alles den Einwanderern. Vor ihrer Ankunft musste ich für gewöhnlich nach
Rehovot oder Gadera fahren, um für meine Eltern Medikamente zu kaufen. Heute
haben wir hier eine Apotheke.“
Im
Laufe der Jahre hat Flood die Lebensart der russischen Einwanderer zu
schätzen gelernt. Er hat erkannt, dass das kleine Postamt erweitert werden
musste, um dem Ansturm der Menschen gerecht werden zu können, die seine
Dienste in Anspruch nehmen wollen. Er hat zwei Russisch-sprechende
Mitarbeiter eingestellt und ihnen die Bedienung der Neueinwanderer
anvertraut. „Sie sind kultivierte Menschen,“ fügt er mit Bestimmtheit hinzu,
„ich habe festgestellt, dass viele von ihnen Englisch sprechen können. Sie
alle nutzen internationale Post-Dienste, um Geld und Päckchen an Verwandte
zu schicken, die zurückgeblieben sind. Die Jemeniten haben kein derartiges
Bedürfnis, Pakete zu schicken; sie schreiben nicht einmal Briefe. Das
Amüsanteste ist das Anstellen vor dem Schalter. Die Jemeniten haben keine
Geduld und beginnen schnell die Angestellten zu beschimpfen. Die Russen
dagegen können sich ruhig anstellen und sie beklagen sich nicht. Man darf
nicht vergessen, dass sie daran bereits in Russland gewöhnt waren. Sie
können Stunden auf die Öffnung des Postamtes warten, damit sie ihre
Elektrizitäts-Rechnung bezahlen können.“
Flood ist davon überzeugt, dass dieses Verhalten der Einstellung der meisten
eingesessenen Einwohner entspricht. „Unser gesamtes Leben hat sich verändert
– zum Guten,” erklärt er. „Wenn ein Ort wächst, dann gibt es mehr
Arbeitsplätze. Sogar die beiden Einkaufsläden haben mehr Personal
eingestellt.”
Der entscheidende Test – Die Bürgermeisterwahlen
Allen Beteiligten, sowohl jenen in der Stadt wie jenen von ausserhalb, war
klar, dass der entscheidende Test in bezug auf das Zusammenwachsen der
Bevölkerung auf der politischen Ebene lag. Es wurde befürchtet, dass die
Neuankömmlinge die Stadt einfach wegen ihrer zahlenmässigen Übermacht
übernehmen würden. Wenn dies der Fall gewesen wäre, hätten sich die
Eingesessenen gefühlt, als wäre ihnen ihr Geburtsrecht gestohlen worden.
Der
Bürgermeister-Wahlkampf, der vor vier Jahren abgehalten wurde, begann in
einem rauhen Ton. Ungezügelte Politiker entfachten die Emotionen.
Freiwillige der Israel Ba’Aliyah-Partei mischten sich ein. Der führende
russische Kandidat, Gregory Lifshitz, wandte sich an seine Anhänger in
russischer Sprache und rief sie dazu auf “einen von uns zu wählen.”
Gleichzeitig verfolgten andere Städte in der Nachbarschaft die Vorgänge in
Bnai Ayish. Auch sie hatten Einwanderer aus der früheren Sowjet-Union
eingegliedert, die zu manchen Zeiten 40% der Gesamtbevölkerung ausmachten.
Auch sie befürchteten, dass die Einwanderer einen politischen Aufruhr
verursachen und die Kontrolle übernehmen würden. „Ich nehme die Einwanderer
aus Russland auf und ich tue alles, damit sie sich bei uns hier zuhause
fühlen,“ sagte Gabi Laloush für gewöhnlich, der Bürgermeister von Dimona.
„Aber ich habe das Gefühl, dass sie mich bei der ersten sich bietenden
Gelegenheit hinauswerfen und einen Russen in das Amt des Bürgermeisters
wählen werden. Wenn nicht jetzt, dann das nächste Mal.”
Vier
Kandidaten stellten sich als Bürgermeister von Bnai Ayish zur Wahl. Zwei
neue Einwanderer gegen zwei eingesessene Bürger. Die Israel Ba’Aliyah-
Partei feierte bereits den Sieg von Gregory Lifshitz. „Der Wahlkampf war
hochgeladen“, sagt Meir Dahan, der Sekretär der Stadtverwaltung. „Es war ein
direkter Kampf um die Kontrolle zwischen der Shas und der Israel Ba’Aliyah.
Die Medien-Vertreter waren überall in der Stadt, weil jedem klar war, dass
Bnai Ayish die erste Stadt im Land sein würde, wo eine neuer Einwanderer zum
Bürgermeister gewählt werden würde.”
Die
Kandidaten versprachen, die Interessen ihres jeweiligen Wahlkreises zu
wahren. Shas warb um die Unterstützung der sefardischen Gemeinschaft; Israel
Ba’Aliyah warb um die Stimmen der Russen. Und dann betrat ein weiterer
Einwanderer, Mark Bassin, die Bühne und er gewann die Wahl – gegen alle
Voraussagen. Seine Wahl bewahrte Bnai Ayish vor Unruhen. Der 43-jährige
Militärindustrie – Ingenieur stellte sich nur wenige Wochen vor der Wahl als
Kandidat auf. Nur fünf Wochen zuvor hatte er die Ofarim-Siedlung in Samaria
verlassen und war mit seiner Frau und seinen Kindern nach Bnai Ayish
gezogen. Die Bürger der Stadt erkannten, dass er dazu in der Lage war, als
Brücke zwischen den Alteingesessenen und den Neueinwanderern zu dienen. Er
war aus Tiflis in den frühen 70er Jahren nach Israel eingewandert und hatte
sich voll in die israelische Gesellschaft integriert. Sogar sein Hebräisch
ist akzeptabel. Er wurde im ersten Wahlgang gewählt.
“Wenn ich mich nicht zur Wahl gestellt hätte,” erinnert er sich in seinem
kleinen Büro, „hätte Gregory Lifshitz gewonnen. Seine gesamter Wahlkampf war
auf Russisch geführt worden; er sprach nur auf Russisch zu Russen. Ich
glaube, dass die Wähler eine vereinigende Botschaft vorzogen. Ich sprach im
Namen aller Bürger. Die anderen sprachen im Namen ihrer Interessensgruppen
und sie verloren.”
Vertrauensbildende Massnahmen
Es
war nicht einfach, das Misstrauen beider Gruppen der Einwohner, die so nahe
beieinander leben, zu beseitigen, sie sind nur durch eine Hauptstrasse
voneinander getrennt. Sobald sich das Wahlgeschrei gelegt hatte, arbeiteten
Russen und Jemeniten mit aller Kraft daran, sich besser kennenzulernen. Es
wurden mehrere Ideen für verschiedene Aktionen in die Praxis umgesetzt, um
für Freundschaft untereinander zu werben. Eltern, deren Kinder im gleichen
Jahr geboren worden waren, wurden zu einem Fest eingeladen und ein
Gruppenfoto von ihnen gemacht. Dabei wurde israelische, russische und
jemenitische Musik gespielt. Es wurde eine Gemeinde-Singgruppe gegründet,
die sich „Etwas Russisch, Etwas Jemenitisch“ nennt und deren Programm auch
russische und jemenitische Volkstanz-Einlagen beinhaltete. „Während der
ersten Proben sah ich, wie die Jemeniten und die Russen getrennt
herumstanden,“ sagt Bassin. „Allmählich schmolz das Eis. Man muss sich die
Hände halten, wenn man tanzt, und so begann die Gruppe zu tanzen und zu
singen – und heute sind sie wie eine grosse Familie.“
In
der Stadt gibt es zwei Schulen. Eine ist eine staatliche religiöse Schule,
die von den eingesessenen Familien genutzt wird. Die Kinder von Einwanderern
besuchen die staatliche weltliche Schule. Um sie einander näherzubringen,
beschlossen die Direktoren beider Schulen, während der Sport- und Umwelttage
gemeinsame Veranstaltungen abzuhalten. Auf diese Weise können Schüler, die
eine Kopfbedeckung tragen, ihre weltlichen Altersgenossen kennenlernen, die
auf der anderen Strassenseite leben.
Im
Hinblick auf das gleiche Ziel des Kennenlernens wurde der Titel „Yakir
(Bedeutender) von Bnai Ayish“ vor wenigen Monaten an drei langjährige
Einwohner und zwei Neueinwanderer verliehen. Im Rahmen einer Gala-Feier, zu
der Hunderte eingeladen worden waren, wurden die Preisträger aufgefordert,
auf die Bühne zu treten. Der erste war Yeshayah Vade’I, geboren in Sana’a,
im Yemen. Danach wurden David Shuker und David Zechariah, beide in Saudi
Arabien geboren, aufgerufen. Alle drei gehören zu den Gründervätern der
Stadt. Ihnen folgten Yevgeny Barod (Moskau) und Valyovov Gorski (Ukraine).
Alle fünf standen eine ganze Weile auf der Bühne und wurden vom Publikum mit
donnerndem Beifall gefeiert.
Wenn
er über sich selbst nachdenkt und über die anderen Einwanderer, dann ist
Bassin davon überzeugt, dass ihre Eingliederung eine Erfolgsgeschichte ist.
Er erinnert sich an die Jahre der starken Einwanderung aus der früheren
Sowjet-Union, als Hunderttausende an Israels Tore anklopften, aber für ihr
weiteres Leben in weitabgelegenen Gemeinden untergebracht wurden.
Die
meisten der Einwanderer, die sich in Bnai Ayish niederliessen, kamen, weil
sie von einer kleinen, intimen Stadt gehört hatten, die in Zentral-Israel
liegt und Wohnungen zu vernünftigen Preisen anbot. Die ersten, die kamen, um
hier zu leben, machten für die Stadt Werbung und veranlassten tausende
andere, sich hier ebenfalls niederzulassen.
Bassin erinnert sich daran, dass er ein völliges Durcheinander vorfand, als
er die Wohngegend der Einwanderer zum ersten Mal besuchte. „Es wurde wie
verrückt gebaut,“ sagt er. „Es gab oft eine völlige Überbelegung von
Wohnungen, weil einige Familien in der gleichen Wohnung untergebracht
waren.“
Das
Hauptziel lag darin, den Einwanderern ein Dach über dem Kopf zu geben, und
die Planung der Wohngegend war eine zweitrangige Sache und deshalb nicht
besonders erfolgreich. Es gab keine leitende Hand, hingegen verkauften die
Baufirmen den Russen den israelischen Traum eines Hauses mit einem Stück
Land dahinter. Sie wussten nichts über Bnai Ayish. Sie kauften ihre Wohnung
vom Plan, genauso wie ich dies tat.”
Dies
ist der typische israelische Mangel an Planung angesichts der
Masseneinwanderung aus der früheren Sowjet-Union. Im Fall von Bnai Ayish
ging es gut. Ein Treffen zwischen der eingesessenen Bevölkerung und
Neuankömmlingen inmitten eines derartigen Planungsdurcheinanders hätte zu
Problemen führen können. In diesen frühen Jahren hatte es noch kaum einen
Kontakt zwischen den beiden Einwohner-Gruppen gegeben – jeder war in seiner
eigenen Gemeinschaft verschweisst geblieben. „Ich war einer der wenigen, der
zwei Sprachen beherrschte,“ erinnert sich Basin. „Niemand wusste, wie man
sich in diesem Land eine Existenz aufbauen konnte. Die Menschen kamen zu mir
mit der Bitte um Hilfe. Ich musste in ihrem Namen Briefe schreiben, für sie
Briefe übersetzen und in ihrem Namen mit den richtigen Behörden sprechen. An
jedem Abend war mein Haus voll mit Menschen.“
Seine Hebräisch-Kenntnisse halfen ihm, die Wahl zu gewinnen. Bassin wurde
von kürzlich eingewanderten Russen als Halb-Israeli angesehen, dessen
Wurzeln in der russischen Kultur liegen. „Es gab Unzufriedenheit mit der
Führung der Alten,“ erinnert er sich. „Sie hatten das Gefühl, dass die
Regierung in Wirklichkeit eine Oligarchie war, die besonders für die
Jemeniten arbeitete. Die neuen Einwanderer stellten sich zur Wahl, damit sie
einige Dinge beeinflussen konnten. Wenn die Politik sauber bleibt, dann wird
die Eingliederung erfolgreich sein - nicht nur hier, sondern auch in allen
anderen Städten. Politischen Einrichtungen sollte es nicht erlaubt sein,
sich in einen Prozess einzumischen, bei dem es darauf ankommt, die
eingesessene Bevölkerung mit Neuankömmlingen zusammenzubringen. Die
Einwanderer wollen kein Fremdkörper im Staat Israel bleiben. Sie wollen ihre
Einstufung als „Neu-Einwanderer“ so schnell wie nur möglich loswerden.“
Russisch-Jemenitische Einheit
Tsippora Shuker weiss, wovon sie spricht. Sogar ausserhalb der Stadtgrenzen
von Bnai Ayish ist bekannt, dass ein russisches eingewandertes Mädchen den
Sohn eines langjährigen Stadtbewohners kennenlernte, sie verliebten sich und
sie heirateten sogar. Das war vor sechs Jahren. Ihre befreundeten
Einwanderer glaubten Oxana Berishev nicht, als sie ihnen sagte, dass sie
einen jemenitischen Freund hatte. Auch Eitan Venernis Freunde konnten ihren
Ohren nicht trauen.
Nichts dergleichen hatte sich je zuvor in Bnai Ayish ereignet. Sie
heirateten zu jemenitischen Klängen und russischer Marschmusik. Sie bekamen
drei Kinder. Oxana arbeitet bei der Post und Eitan besitzt einen Jeep- und
Motorrad-Reparaturbetrieb. Die Lebensmittel wurden zum Haupt-Problem. Eitans
Familie war erst spät bereit, russisches Essen über ihre Lippen kommen zu
lassen. „Zuerst war es schwer,” gibt Oxana, 28, zu, die mit ihren Eltern
1990 aus Russland eingewandert war. „Die Mentalität ist anders. Wir sind
nicht religiös; wir fahren am Shabbat und essen sogar völlig verschiedene
Speisen.” Eitan stimmt dem zu: „Oxana kann jemenitisches Essen verspeisen,
aber ich kann unter keinen Umständen russisches Essen über meine Lippen
bringen.”
Im
Laufe der Zeit lernte Oxana Jachnun und jemenitische Suppe zu kochen. Sie
lernte sogar das Essen vor dem Beginn des Shabbat zu bereiten. Sie sind seit
sechs Jahren verheiratet und werden als grosse Bnai Ayish-Erfolgsgeschichte
angesehen. „Wir waren die ersten, aber seit unserer Hochzeit gehen viele
russische Mädchen mit jemenitischen Jungen aus,” sagt sie.
„Die
Russen haben unser Leben um viele Variationen bereichert,” sagt Eitan. „Sie
haben unserem Leben eine hellere Farbe hinzugefügt. Ich komme mit ihren
Eltern gut aus, auch wenn sie merkwürdige Bräuche haben. Sie wollen, dass
wir sie anrufen, bevor wir sie besuchen. Wir, die Jemeniten, sind da anders.
Unser Haus steht jeden Tag 24 Stunden offen und man kann uns besuchen, wann
immer es ihnen passt. Es gibt immer etwas zu essen.“
Vor
einiger Zeit bemerkte Eitan, dass seine Kinder das Essen, das ihnen ihre
russische Grossmutter kocht, lieben. Da verstand er, wie er sagt, dass sich
die Zeiten geändert haben.
Keren Hayesod 21-10-2002
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