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1994 – 2004 - Zehn Jahre nach dem Terror-Anschlag in Buenos Aires auf
das dortige Gemeindezentrum
Weltvorsitzender Pazner: Keren Hayesod steht
argentinischen Juden tatkräftig zur Seite
Vor zehn Jahren gingen 85 jüdische Familien in
Argentinien ihrem täglichen Leben nach, unvorbereitet auf mögliche
Anschläge.
Vor zehn Jahren träumten 85 jüdische Menschen in Argentinien von einem
glücklichen Leben, sie machten Pläne und glaubten, dass sie noch viele
Jahre voller Lebensfreude vor sich hätten.
Doch es sollte ganz anders kommen: Am 18. Juli 1994 überraschte sie ein
schrecklicher Schicksalsschlag als sie gerade bei der Arbeit waren,
ihren Geschäften nachgingen, ihre Verwandten besuchten, in der Bücherei
waren oder einfach die Strasse entlang gingen. Die
verabscheuungswürdigste aller Grausamkeiten brach zum zweiten Mal über
die Stadt Buenos Aires herein, dieses Mal überfiel sie das AMIA-Gebäude,
das Herz der jüdischen Gemeinde Argentiniens. Das Jiddische Theater, die
Überlieferung der hebräischen Sprache, der Beistand für die Bedürftigen,
jüdische Kultur, die schönsten literarischen und künstlerischen Schätze
gemeinsam mit dem Lachen, den Nöten und den Hoffnungen der Menschen
darin – alles explodierte und wurde an diesem schrecklichen Morgen
zerstört.
In Buenos Aires zu sterben ist nicht anders, als in einem Bus in
Jerusalem oder in einer Cafeteria in Tel Aviv sein Leben zu verlieren.
Plötzlich rafft der Tod einfach alles hinweg und es scheint als wäre die
Zeit eingefroren, das Leben hat angehalten zu funktionieren und es macht
sich in den Menschen ein tiefer Schmerz breit. Eltern begraben ihre
Kinder, Jugendlichen wurde es nicht erlaubt, erwachsen zu werden,
Menschen, die sich liebten, wurden für immer getrennt und jene, die
lediglich die Absicht hatten, wurden von der Oberfläche der Erde
getilgt.
Zu jeder Zeit und an jedem Ort ist der Terrorismus ein Phänomen, das
bekämpft werden muss. Er nährt sich vom Hass der Menschen untereinander,
von der Unterdrückung und von der Gewalt.
Heute ehren wir das Andenken an jene, die damals feige in der Pasteur
Strasse ermordet wurden und wir verlangen, dass Gerechtigkeit geübt wird
– für uns und für jeden einzelnen von ihnen.
Bereits nach jenem Terror-Anschlag vom 17. März 1992 auf die Botschaft
von Israel in Buenos Aires, als dort eine Bombe explodierte und diese
zerstörte, verband uns unser gemeinsames Schicksal in dem gleichen
Schmerz und die örtliche Distanz spielte keine Rolle, als wir uns
gegenseitig zur Seite standen angesichts dieses feigen Anschlags und den
damit verbundenen Todesopfern .
Wir machten die bittere Erfahrung, dass der Terror keine Unterschiede
macht: er verunstaltet, er mordet und er zerstört ohne Rücksicht oder
Überlegung. Das wurde beim Anschlag auf AMIA deutlich, wo junge und alte
Menschen getötet wurden, Arbeiter und unschuldige Passanten. Das wurde
an der israelischen Botschaft deutlich, wo der Tod völlig überraschend
über Juden und Nichtjuden hereinbrach, über Argentinier und Israelis,
einschließlich Eliora Carmon, sel. A., mit der ich vor einigen Jahren
das Vergnügen hatte, zusammenarbeiten zu dürfen und an die ich mich aus
innigstem Herzen erinnere.
Eine persönliche Anmerkung: Die jüdische Gemeinde von Argentinien
bedeutet mir sehr viel und ist mir lieb und teuer, da meine Frau Marty
dazu gehörte und nach wie vor enge Beziehungen zu dieser noblen Gemeinde
unterhält. Es ist eine besonders aktive Gemeinde, die wächst und eine
starke Beziehung zum Staat Israel aufrecht erhält, auch wenn diese das
Unglück hatte, schwierigen Situationen und tragischen Umständen
ausgesetzt zu sein. Es ist eine Gemeinde, mit der mich und meine Frau
eine ganz besondere Zuneigung verbindet, die im Laufe der Zeit sogar
noch wächst.
Als Weltvorsitzender des Keren Hayesod bin ich der jüdischen Gemeinde
von Argentinien seit Jahren durch die gemeinsame Arbeit im Hinblick auf
die Aliyah sowie die Eingliederung von neuen Einwanderern, Erziehung und
jüdischer Zukunft verbunden. Der Keren Hayesod stellt eine Brücke dar
zwischen Israel und den jüdischen Gemeinden in aller Welt. Und auch
heute, am 10. Jahrestag des tragischen Datums, an dem Terroristen die
Stadt Buenos Aires überfielen und Schrecken und Tod verbreiteten, sind
wir die Brücke, die den Schmerz unserer argentinischen jüdischen Brüder
und Schwestern mit dem unseren verbindet. Für uns gehört alles zusammen
und hat unsere ungeteilte Aufmerksamkeit: Wir sind fest dazu
entschlossen, die ganze Wahrheit ans Licht zu bringen, wir haben die
ungebrochene Sehnsucht nach Frieden und in unserer täglichen Arbeit geht
es uns darum, für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürger von
Israel und des jüdischen Volkes in aller Welt zu sorgen.
Keren Hayesod 19-07-2004
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