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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Not-Bulletin Nr. 7
20. Januar 2003

Die irakische Bedrohung für Israel

1. Sicherheits-Einrichtungen in erhöhter Alarmbereitschaft
"Letzte Vorbereitungen" für den Kriegsfall

In dieser Woche wurde in Israel der Status "Red Hail", ausgerufen, was bedeutet, dass die Sicherheitseinrichtungen angesichts eines möglichen Angriffes der USA auf den Irak in verstärkte Alarmbereitschaft versetzt wurden und sich in erhöhter Einsatzbereitschaft befinden. Soweit es die Öffentlichkeit betrifft, hat Red Hail keine besondere Bedeutung und Israels Bürger müssen auch keine besonderen Vorbereitungen treffen.

Red Hail ist das Code-Wort der Sicherheits-Einrichtungen, wonach die Luftwaffe und die Einheiten des Heimatschutzes in erhöhter Einsatzbereitschaft sind. Es werden "abschließende Vorbereitungen" getroffen, was durch die engere Zusammenarbeit der jeweiligen Oberkommandos – des amerikanischen wie des israelischen – im Falle eines Angriffes zum Ausdruck kommt.

Die Luftwaffe und die Luftabwehr-Einheiten treffen die letzten Vorbereitungen für eine große Einsatz-Übung – Jennifer Cobra – in der nächsten Woche, an der hunderte von amerikanischen Soldaten teilnehmen werden. Bei der Übung wird die Einsatzbereitschaft überprüft, das israelische Verteidigungs-System und das Frühwarnsystem der Luftwaffe. Auch die neue verbesserte Pack-Gam Patriot-Raketen-Batterie und zwei deutsche Patriot-Anlagen werden dabei getestet.

Verstärkte Vorbereitungen gibt es auch beim Heimat-Schutz-Kommando, das in den Schulen die Informations-Arbeit verstärkt und weitere Stellen bereitstellt, in denen Gasmasken überprüft und erneuert werden können. Weiterhin werden drei Millionen Kopien der Broschüre "Verteidigungs-Vorsichtsmaßnahmen" verteilt, die auch eine Liste an Maßnahmen enthält, die von den Bürgern als Vorbereitungen für den Kriegsfall vorgenommen werden müssen.

2. Interview mit dem Oberkommandeur des Heimat-Schutz-Kommandos, Yosef Mishlev: "Seit dem Anschlag auf die Twin Towers, haben drei Millionen Bürger ihre Gasmasken erneuert"

3. Die Wächter des Himmels – Erfolgreiche Erprobung der Arrow-Rakete

Die anti-ballistische Arrow-Rakete wurde zusammen mit drei Zielraketen von einer operativen Arrow-Raketen-Starteinheit auf einem Luftwaffen-Stützpunkt abgefeuert. Die Übung, mit der das Bodenleit-System der Arrow getestet wurde, verlief erfolgreich.

Diese Übung war Teil eines Programmes, um das Arrow-System zu verbessern, und das teilweise von den Vereinigten Staaten finanziert wurde. Die Übung zielte vor allem darauf ab, die Bodenstationen der Arrow-Batterien zu testen, besonders die Startanlage, das Radar ("Grüne Pinie") und die Kommunikations-Einrichtungen. Es war das erste Mal, dass mehrere Arrow-Raketen in Reihenfolge von der gleichen Start-Einrichtung abgefeuert wurden.

Dem Erfolg der Übung von dieser Woche wurde grosser Wert beigemessen, denn sie bewies zum ersten Mal, dass die Arrow-Batterie in der Lage ist, mehrere Raketen gleichzeitig gegen eine Anzahl von Raketen abzufeuern, die sich auf Israel zu bewegen. Die Arrow, die von der Israel Aircraft Industries hergestellt wird, ist bereits im Einsatz und zwei Batterien befinden sich in Palmachim und Ein Shemer.

Das Arrow-Projekt wurde 1988 ins Leben gerufen, als der U.S.-General Abrahamson sich dazu entschloß, die Israel Aircraft Industries mit der Entwicklung der interballistischen Abfang-Rakete zu betrauen, die unter dem Namen "Hetz" (Pfeil) bekannt ist.

Man stimmte darin überein, dass der größte Teil der Finanzierung zur Entwicklung der Raketen von den Amerikanern übernommen werden würde. Bis 1995 waren $ 488 Millionen in das Projekt investiert worden, wovon die Vereinigten Staaten etwa 75 % bereitgestellt hatten. Darauf stellten die USA weitere $ 202 Millionen bereit und Israel zusätzliche $ 400 Millionen, um das System einsatzbereit zu machen. Zu diesen Beträgen müssen etwa weitere $ 300 Millionen addiert werden, das sind die Kosten für die Entwicklung des besonderen "Green Pine"-Radars, das Arrows-Raketen gegen Boden-Boden-Raketen, die gegen Israel abgefeuert wurden, leitet. Die Entwicklung des Arrow-Systems wird insgesamt etwa $ 2 Milliarden kosten.

4. Bürger werden dazu aufgefordert, sich Wasservorräte anzulegen

In der Zentrale, das vom Ministerium für Infrastruktur eingerichtet wurde, werden apokalyptische Szenarien durchgespielt, die auch die Verunreinigung von Trinkwasser, das den Häusern über Leitungen zugeführt wird, nach einem Angriff mit biologischen Waffen, beinhaltet. In Zusammenarbeit mit dem Heimat-Schutz-Kommando wurde die Entscheidung getroffen, die Öffentlichkeit dahingehend zu informieren, sich pro Person mit jeweils 12 Liter Trinkwasser zu versorgen: 4 Liter am Tag, für drei Tage. Es wird davon ausgegangen, dass die örtlichen Behörden diesen Zeitraum benötigen, um die Versorgung der Bevölkerung mit nicht verseuchtem Trinkwasser zu organisieren.

Der Wasser-Beauftragte Shimon Tal teilte mit, dass die örtlichen Behörden darauf vorbereitet sind, Wasser für den größeren Teil der Öffentlichkeit über einen längeren Zeitraum hinweg bereitzustellen. "Diese Übung – Wasser-Vorrat für den Notfall – betrifft jeden zivilen Notfall und deckt alle Eventualitäten ab."

Tal führte weiter an, dass Wasser aus Systemen gewonnen werden kann, die nicht an die nationale Wasserversorgung angeschlossen sind. "Alle drei Mineral-Wasseranlagen würden ihre Produktion bei einem Notfall voll erhöhen und unabhängige Wasser-Quellen benützen – Quellen, die nicht an Wasserleitungen angeschlossen sind. Diese Anlagen können 2,4 Millionen Flaschen am Tag abfüllen und gibt es Einrichtungen, die Wasser unabhängig davon bereitstellen können.

5. Gas-Masken sollen an Gastarbeiter im Notfall verteilt werden

Gastarbeiter werden im Notfall, unabhängig von ihrem Status in Israel, eine Gasmaske gegen ein Pfand von 200 NIS (US$43) erhalten. Dies wurde in der vergangenen Woche im Rahmen eines Treffens zwischen dem Arbeitsministerium und dem Sozialministerium bekannt gegeben, wobei es um die Bereitschaft der Ministerien bei einem Notfall ging.

Die Ausrüstung für Gastarbeiter wird nur nach der Ausrufung des Notstandes in Israel verteilt. Die Ausgabe-Stellen befinden sich in den 24 Hamashbir Latsarchan-Geschäften im ganzen Land. Man stimmte darin überein, dass Baufirmen, Landwirtschaftliche Genossenschaften und andere Arbeitgeber diese Ausrüstungen en bloc von den Verteilungszentren im ganzen Land erhalten und diese an ihre Gastarbeiter verteilen könnten.

6. 7500 Beeper werden im Rahmen der Kriegsvorbereitungen an Gehörgeschädigte in Israel verteilt

Die Vereinigung der tauben Menschen in Israel begann in dieser Woche in Gemeinschaftsarbeit mit dem Heimatschutz-Kommando und dem Arbeits- und Sozialministerium mit der Verteilung von Beepern an taube Personen, um ihnen im Falle eines Krieges beistehen zu können. Falls es zu einem wirklichen Alarmfall kommen sollte, wird allen tauben Betroffenen über die Vibrations-Funktion eine schriftliche Mitteilung geschickt. Dalia Berlinsky, die General-Direktorin der Vereinigung, sagte, dass das Heimatschutz-Kommando mehrere Programme vorbereitet hat, nach denen Mitteilungen genau beschreiben, welche Strassen von den Wohnungen der Betroffenen zugänglich sind und welche nicht.

Die gegenwärtige Initiative ist das Ergebnis einer der Lektionen, die man aus dem ersten Golf-Krieg gelernt hat. Damals, erinnert sich eine Einwohnerin in Zentral-Israel und Tochter von tauben Eltern, mussten sich taube Menschen in der Nähe von hörenden Menschen aufhalten, die sie bei einem Alarm verständigen konnten, und dies ließ die Tauben von anderen Menschen abhängig werden. Nach ihren Worten geschah es im Golf-Krieg, dass, wann immer ihre Eltern alleine waren, diese in den Schutzräumen verbleiben würden, auch nachdem die Entwarnungs-Sirenen ertönt waren.

Wie bekannt wurde, musste die Vereinigung der Tauben mit einer Zahl von Regierungsstellen vier Jahre lang verhandeln, bis die Finanzierung für die Mietkosten der Beeper gesichert war. Zuerst wollte das Heimatschutz-Kommando nur 2000 Geräte finanzieren; als jedoch der neue Heimat-Schutz-Kommandeur Yosef Mishley das Kommando übernahm, wurden weitere 5500 Beeper angeschafft, und das auch nur, nachdem es Mishley gelungen war, die Jewish Agency davon zu überzeugen, diese kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Gegenwärtig verfügt die Vereinigung über 7500 Geräte und da Heimatschutz-Kommando unternimmt alles, weitere 2000 Geräte für den Kriegsfall anzuschaffen. Bis dahin werden die Geräte vor allem an die Tauben in Zentral- und Nord-Israel verteilt.

7. Sharon warnt bei einem Krieg gegen den Irak vor möglichen Anschlägen der Hisbollah

Ein Krieg gegen den Irak könnte zu einer Eskalation der Gewalt gegen Israel führen, und zu einer möglichen Beteiligung der Hisbollah, sagte Ministerpräsident Ariel Sharon in der letzten Woche während seines Besuches einer Armee-Basis. Nach einem Treffen mit den Basis-Kommandeuren und dem Beobachten von Trainings-Übungen, antwortete Sharon auf Fragen von Soldaten in Bezug auf die Lage in der Region: "Im Falle eines Angriffes auf den Irak besteht die Möglichkeit der Ausweitung des Terrorismus. Die Hisbollah, veranlasst von Syrien und dem Irak, könnte sich daran beteiligen. Sollte dies geschehen, werden wir die nötigen Schritte unternehmen."

Keren Hayesod 20-01-2003

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem