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Women's Division Frankfurt
WD lud ein zu "Chanson für Edith" mit Astrid Freyeisen und Anne
Cazier in Frankfurt:
Auf den Spuren eines jüdischen Komponisten
Frankfurt (KH) - Voll Optimismus hatte die Women's
Division zu einem Matinee unter dem Motto "Literatur & Brunch" in ein
Gartencafé in Frankfurt eingeladen. Das Wetter spielte mit und so
versammelten sich am späten Vormittag sommerlich gekleidete Damen (und
auch einige Herren) in dem wunderschön eingedeckten Sommergarten, um
neben einem kulturellen Programm gemeinsam mit Freunden und Bekannten
ein gemütliches Frühstück zu genießen, und dies alles auch noch zu einem
guten Zweck.
Die Würzburger Journalistin Astrid Freyeisen war bei
Recherchen für eine Sendung des Bayrischen Rundfunks über den Namen des
jüdischen Komponisten Norbert Glanzberg gestolpert, von dem in seiner
Geburtsstadt Würzburg niemand wusste, was aus ihm geworden war.
Neugierig geworden begann sie zu recherchieren, fand heraus, dass
Glanzberg die Shoah überlebt hatte und in Frankreich wohnte. Sie nahm
Kontakt zu ihm auf. Das Ergebnis war das Buch "Chanson für Edith".
Im Berlin der 20er Jahre galt Glanzberg als aufgehender
Stern unter den jungen Komponisten. Neben seiner Tätigkeit am Theater
von Max Reinhard schrieb er Chansons u.a. für die Comedian Harmonists
und komponierte Musik für Ufa Filme von Billy Wilder und Erich Kästner.
Die Machtübernahme der Nazis beendete seine viel versprechende Karriere
in Deutschland. Er floh nach Paris und lernte dort Edith Piaf kennen.
Diese Bekanntschaft sollte ihm das Leben retten. Edith Piaf und ihr
Freundeskreis versteckten Glanzberg vor den Nazis. Astrid Freyeisen
beschreibt in ihrem Buch die Lebensgeschichte des vergessenen
Komponisten, dabei auch die Schwierigkeiten des Überlebens in der
Illegalität, die Angst vor der Verhaftung und das ambivalente Verhältnis
zu einigen Rettern, die dies nicht nur aus purer Menschenfreundlichkeit
taten, sondern z. T. die Abhängigkeit ihres Schützlings schamlos
ausnutzen.
An diesem Vormittag las die Autorin einzelne Abschnitte
aus dieser Biographie und erzeugte mit ihrer spannenden und gewinnenden
Vortragsart beim Publikum die Neugier, die ganze Geschichte des Norbert
Glanzberg zu erfahren. Verstärkt wurde dies auch durch Einspielungen
einzelner Originalaufnahmen ihrer Interviews mit dem, in seinen letzten
Lebensjahren nach Würzburg zurückgekehrten Komponisten.
Die französischen Sängerin Anne Cazier, begleitet vom
Akkordeonisten Vassily Dück untermalte die Lesung mit bekannten Chansons
von Edith Piaf, Yves Montant, Tino Rossi und vielen anderen in den 40er
und 50er Jahren bedeutende Chansonniers. Die Melodien hatte Norbert
Glanzberg komponiert, wie z.B. das berühmte "Padam, padam …" von Edith
Piaf. Besonderen Applaus erhielt sie, als sie zum Ende der Veranstaltung
besonders aus-drucksvoll das "Je ne regrette rien" des Spatz von Paris
sang, nachdem "wohlwollende" Nachbarn Anzeige wegen ruhestörenden Lärms
erstattet hatten und die – übrigens sehr verständnisvollen und netten -
Polizeibeamten um Beendigung der Veranstaltung baten.
Beendet wurde der offizielle Teil des Brunch mit einem
Aufruf zu großzügigen Spenden für das Projekt der Women's Division, das
"After School Tutorial Program", mit Hilfe dessen Kinder und Jugendliche
aus armen Familien in Israel neben regelmäßigen Mahlzeiten auch mit
Nachhilfeunterricht und anderen außerschulischen Förderprogrammen
versorgt werden. Im vergangenen Jahr konnten dank der eingegangenen
Spenden zwei Klassen in diesem Programm durch die Gruppe aus Frankfurt
finanziert werden. Wie sehr den Gästen dieses Kulturmatinee gefallen
hat, war unschwer an der gelösten Atmosphäre zu erkennen, die viele noch
bis lange in den Nachmittag hinein bei Kaffee und Kuchen genossen.

Die Journalistin Astrid Freyeisen las aus ihrer Biographie des
Komponisten
Norbert Glanzberg.

Anne Cazier und und Vassily Dück bei ihrem Vortrag vor zahlreichen
Freunden
der Women's Division.
Keren Hayesod 07-08-2005
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