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4000 US-Teilnehmer bei der "GA"-Tagung in Israel:
Die Yankees kehren nach Hause zurück!
Nach einem Artikel aus Yediot Aharonot vom 17.11.03
Die Israelis, besonders die Jerusalemer Bürger, waren
gewarnt worden vor der bevorstehenden Flut von 4,000 Juden aus den
Vereinigten Staaten, als sich die dortigen Vereinigten Jüdischen
Gemeinden dazu vorbereiteten, ihre Generalversammlung in diesem Jahr in
Israel vom 16. bis 19. November abzuhalten.
Die meisten von ihnen hatten wahrscheinlich keine Ahnung,
was 'GA' bedeutete (General Assembly) oder welche Bedeutung diese
Veranstaltung hatte. Als jedoch im Laufe der Zeit 4,000 El
Al-Flugtickets verkauft worden waren, etwa 4,000 Hotel-Zimmer gebucht
wurden, Taxis ein immer besseres Geschäft machten, sich die Restaurants,
die Strassen, die Einkaufszentren und Geschäfte mit interessierten
Kunden füllten, die Abendnachrichten über die täglichen Veranstaltungen
berichteten und führende israelische Politiker täglich bei den
GA-Veranstaltungen sprachen, begannen die Jerusalemer Bürger zu
verstehen, welche Auswirkungen auf das Land die Ankunft von 4000
amerikanischen Juden in Israel hatte.
Sie kamen, weil sie eine tiefe Verbundenheit mit Israel
haben und tief im jüdischen Leben verwurzelt sind – in ihren eigenen
Gemeinden und hier in Israel. Sie kamen, um sich mit den wichtigen
Themen auseinanderzusetzen, die das jüdische und israelische Leben
bestimmen. Sie kamen, um ihre Solidarität zum Ausdruck zu bringen und zu
zeigen, dass es gerade jetzt darauf ankommt.
Ganz offensichtlich war eines der wichtigsten Themen, das
diskutiert wurde, die Aliyah. Im gleichen Maße wie die Aliyah aus der
früheren Sowjet-Union abnimmt, so hat die Aliyah aus den westlichen
Ländern zugenommen, einschließlich aus den Vereinigten Staaten. Alleine
in diesem Jahr sind viele Einwanderer aus den USA angekommen, nach
mehreren Jahren mit sehr niedrigem Aliyah-Anteil. Diese amerikanischen
Olim lassen sich von der Sicherheitslage und den wirtschaftlichen
Problemen in Israel nicht abschrecken. Es scheint fast so zu sein, als
ob sie die Realitäten in ihrer Entscheidung eher noch bestärken, zu
kommen – irgendwie gleichen sie einem Ei, das umso härter und fester
wird, je länger es gekocht wird.
Unter den kürzlich angekommenen Einwanderern aus den USA
ist die Johnson-Familie aus San Diego, Kalifornien. Jamie (30) und Debby
(25) kamen am 9. Juli 2003 nach Israel, zusammen mit ihren Kindern Jaden
(7) und Gianna (3), und ließen sich in einer Mietwohnung in Carmiel im
Norden des Landes nieder. Jamie arbeitet als Beschichter von
Autoscheiben und Debby ist eine Ganztags-Mutter. Beide lernen in einem
Ulpan Hebräisch. Jamie hat vor, an einem öffentlichen Platz einen
Kaffee-Kiosk zu eröffnen, den er sich aus den USA mitgebracht hat.
Jamie begründet die Einwanderung nach Israel mit den
Worten, dass "jemand, der in Israel geboren worden ist, nicht verstehen
kann, was es heißt, im Ausland als Jude zu leben. Man hat immer das
Gefühl, dass man nicht dort ist, wo man hingehört. In der Tat ist es so,
dass ich mich zum Zeitpunkt des Ausbruchs der gegenwärtigen Intifada
mehr für die Geschehnisse hier zu interessieren begann und ich mir an
meinem Geburtstag ein Flugticket nach Israel kaufte. Ich war das erste
Mal in Israel. Ich war die meiste Zeit in Jerusalem, und ich habe mich
in die Stadt total verliebt.
Als ich nach Kalifornien zurückkehrte, fühlte ich mich
nach jedem Vorfall hier schuldig, so als ob ich meine Familie in Israel
verlassen hätte."
Er sagt auch, dass er "Israel sicherer als San Diego
empfindet. Dort werden tausende von Kindern entführt. Wir hatten einen
Signalsender an unseren Kindern befestigt, damit wir immer wussten, wo
sich die Kinder auf der Strasse oder im Einkaufszentrum befanden. Die
Terror-Anschläge machen mir keine Angst. Wenigstens weiß man hier, vor
was man sich in Acht nehmen muss."
Die Johnsons sagen, dass bisher ihr größtes Problem darin
liegt, kein Hebräisch sprechen zu können. Sie verstehen ein wenig, aber
sie haben Probleme, einer Unterhaltung zu folgen. Sie sagen auch, dass
alles in Israel sehr teuer ist und sie vermissen ihren
Walmart-Supermarkt, wo man alles und billig einkaufen kann.
Was sie sehr überrascht hat, war die Entdeckung, wie
großzügig und hilfsbereit die Menschen hier sind. "Sie kümmern sich um
dich. Ein Nachbar lieh uns sein Reserve-Handy, bis wir uns etwas
zurechtgefunden hatten; ein anderer gab uns eine alte Waschmaschine;
andere fuhren uns zum Einkaufszentrum für Besorgungen, zur Schule und in
den Kindergarten. Die Jewish Agency ist auch sehr hilfreich und
vorsorglich gewesen, wie die Menschen auf der Strasse. Wir haben
herausgefunden, dass die Israelis nach außen hin hart sein mögen, aber
von innen her sind sie liebherzige, nette und gute Menschen, die immer
gerne helfen wollen."
Die Johnsons waren nicht sehr gut darauf vorbereitet, was
sie in Israel vorfinden würden. Sie dachten, dass die Landschaft mehr
einer Wüste gleichen würde und die Menschen dunkler wären, wie
Bedouinen. Als sie feststellen mussten, dass "alles so modern und
westlich war", glaubten sie, nach wie vor in den USA zu sein. Jamie fügt
hinzu, dass er davon überrascht war, wie gesund die Menschen hier
aussehen. "Hier wird mehr natürliches Essen konsumiert, auch wenn ich es
nach wie vor amüsant finde, dass die Milch in Tüten verpackt ist und
nicht in einem 5-Liter- Karton."
Die Neuankömmlinge sind sehr glücklich, was sie in Israel
vorgefunden haben, aber wie Beobachter aus einer anderen Kultur haben
sie doch ihre Anmerkungen zu machen. Sie sagen, dass die Israelis über
alles streiten was mit Geld zu tun hat, dass sie zu viel Kultur und Mode
aus den USA und Europa "importieren" und deshalb nicht authentisch genug
wären und dass es in den Kinderfernseh-Programmen zuviel Sex und
Partnerwechsel gebe.
Israel ist ein junges und dynamisches Land. Die anhaltende Aliyah aus
der ganzen Welt, einschließlich aus den westlichen Ländern, stellt einen
positiven Einfluss dar und stärkt Israel, ebenso wie die Solidarität und
Anwesenheit von 4,000 amerikanischen Juden an unseren Küsten.
Keren Hayesod 20-11-2003
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