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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Zwei Jahre nach dem Terror-Anschlag auf das Maxim- Restaurant in Haifa:
Der fünfjährige Hadar Bahat gewann den Kampf um sein Leben

Von Eran Navon, Yediot Aharonot - 13.12.05

Haifa (KH) - Die Ärzte hatten dem kleinen Hadar nach dem Terror-Anschlag auf das Maxim-Restaurant in Haifa keine große Überlebenschance eingeräumt. Seine Mutter Tora stand am Grab ihres geliebten Ehemannes und bat die Israelis, für das Leben ihres kleinen Sohnes zu beten. Hadar musste sich mehrere Male extrem aufwändigen Operationen und blieb mehrere Wochen in der Intensivstation, in der um sein Leben gerungen wurde. Doch der Glaube und die Zuversicht behielten schließlich die Oberhand.

Hadar war ein kleiner Junge, nur drei Jahre alt, dessen Vater vor seinen Augen bei einem schrecklichen Terror-Anschlag im "Maxim-Restaurant" getötet worden war. Ein Fotograf, der nur wenige Sekunden nach der Explosion an den Tatort gelangt war, fing mit seiner Kamera die Fotos eines Passanten ein, der den regungslosen Körper von Hadar gemeinsam mit seiner verletzten Mutter zu einem wartenden Krankenwagen trug, ihre Bluse war voller Blut, aber sie wich nicht von seiner Seite. Seit diesem Tag war sie immer in seiner Nähe geblieben und heute, zwei Jahre später, wurde Hadar Bahat im Alter von fünf Jahren erneut geboren. Der anstrengende Wiederherstellungsprozess ist vorüber und Hadar beginnt sein Leben ein zweites Mal von neuem.

Der kleine Hadar ist sehr aufgeregt. Nachdem er seine schweren Kopfverletzungen überstanden hat und alle überraschte, weil er gegen alle Expertenmeinungen seine Sprachfähigkeit wieder erlangt hat, verabschiedete sich Hadar von den Ärzten, die ihn in den vergangenen zwei Jahren mit unermüdlicher Hingabe im Beit Löwenstein behandelt hatten.

Es war in diesem Rehabilitationszentrum in Ra’anana, wo er sich zum ersten Mal aus seinem Rollstuhl erhob und zu gehen begann. Er hat hier fast die Hälfte seines kurzen Lebens verbracht, eine Zeit, in der er sich einem körperlich erschöpfenden und besonders schwierigen Wiederherstellungsprozess unterziehen musste. Alle seine Ärzte stimmen mit Begeisterung darin überein, dass "Hadar ohne jeden Zweifel einer der ungewöhnlichsten Rehabilitierungsfälle ist, dem wir je begegnet sind."

Die Gebete wurden erhört

Alles begann am 4. Oktober 2003. Ein weiblicher Selbstmordattentäter sprengte sich im "Maxim" Restaurant in Haifa in die Luft und tötete dabei 21 Menschen, zerstörte ganze Familien und veränderte das Leben der Bahat-Familie bis zur Unkenntlichkeit. Hadars Vater Tziki wurde getötet, seine Mutter Tova und Schwester Inbal erlitten leichtere Verletzungen und der kleine Hadar wurde schwer verletzt.

Die Ärzte gaben dem kleinen Hadar keine große Überlebenschance und als seine Mutter Tova am Grab ihres geliebten Mannes stand, flehte sie alle Israelis an, für die Gesundung ihres Sohnes zu beten.

Jene Tage bestanden aus dauernden Gebeten und dem ständigen Kampf von Seiten der Ärzte um das Leben des Kindes. Aber über allem stand Hadars außergewöhnliche Mutter, mutig und entschlossen, die es ablehnte, aufzugeben, die beschlossen hatte, dass ihr Sohn leben würde, egal unter welchen Umständen. Der kleine Hadar musste sich zahlreichen besonders schwierigen Operationen im Rambam Hospital unterziehen und blieb mehrere entscheidende Wochen in der Intensivstation. Aber ihr unendlicher Glauben und ihre Entschlossenheit wurden belohnt. Die Ärzte informierten Tova eines Tages, dass sich ihr Sohn nicht mehr in Lebensgefahr befand. Er hatte um sein Leben gekämpft und gewonnen, aber vor ihm lag noch ein langer und schwieriger Weg.

Tova hörte die Nachricht, verarbeitete die Information und gab erneut nicht auf. Sie verließ keinen Augenblick das Bett ihres Sohnes und glaubte weiterhin, dass noch mehr für ihn getan werden konnte. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, begann sie jede Woche mit ihm per Taxi von Haifa nach Ra’anana zu fahren und blieb die ganze Woche über hier bei ihm.

Alles musste neu gelernt werden

Hadar musste wie ein kleines Kind wieder lernen zu gehen. Wieder und wieder unternahm er seine ersten Schritte und erneut sagte er seine ersten Worte. Er übte zu sprechen, zu kommunizieren und Körperbewegungen, die ihm bis vor kurzem noch so geläufig gewesen waren. "Er war hier, an diesem erstaunlichen Ort, fast zwei Jahre lang. Stunde um Stunde lernte er alles neu", sagte seine Mutter bei der Entlassung. "Es war eine faszinierende Erfahrung, seine Fortschritte zu erleben."

Und so, fast ein Jahr nach seiner Verwundung, war er ein Ganztagspatient und das war keine einfache Sache. "Er kam hier mit sehr schweren Problemen an. Er befand sich einem Rollstuhl, nicht in der Lage zu gehen oder zu sprechen. Es war unmöglich, mit ihm zu kommunizieren."

"Wir lernten, seine Laute und die Zeichen zu verstehen, die er von sich gab. Doch mit intensiver Behandlung und einer außergewöhnlichen Mutter, die über erstaunliche emotionale Stärke und ungeheuere Liebe verfügt, gelang es ihm, uns alle zu überraschen", sagt Dr. Raloka Shepser, Leiterin des Kinder Rehabilitations-Zentrums am Beit Löwenstein. "Wir sind ganz begeistert, dass wir ihn entlassen können und wir sind sehr stolz auf ihn. Wir werden ihn wirklich sehr vermissen."

Hadar hatte bereits begonnen, seinen Kindergarten in Haifa zu besuchen, aber er musste bisher zweimal pro Woche zur Nachbehandlung ins Rehabilitations-Zentrum fahren. Heute jedoch war es sein letzter Tag und seine Abschiedsfeier war eine sehr glückliche Feier, allerdings auch mit einer Spur von Traurigkeit.

Später wird sich Hadar weiterhin behandeln lassen, um wieder völlig hergestellt zu werden. "Was? Ich muss nicht mehr hierher kommen?" fragte er beim Abschied, mit einem Anflug von Traurigkeit in seiner Stimme.

Keren Hayesod 20-12-2005

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem