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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Nach einem Raketenangriff auf Haifa:
Einwandererin schwer verletzt - Bein amputiert

Dennoch beharrt sie darauf: Ich bleibe!

Haifa, letzten Freitag: Galina Goldyenka (43), die vor einem Jahr in Israel eingewandert ist, wurde bei einem Katuscha-Angriff schwer verletzt - Versuche, das getrennte Bein wieder am Körper anzufügen, schlugen fehl - Goldyenka: "Trotz meiner Verletzung bleibe ich. Es gibt kein anderes Land wie Israel"


Von Reuven Weiss und Lior El-Hai
Yedioth Ahronoth,  23. Juli 2006

Freitagnachmittag: Eine weitere Welle von Katuscha-Raketen geht auf Haifa nieder, dieses Mal verursachen sie ein nervenaufreibendes und medizinisches Drama.

Gegen 1.30 Uhr nachmittags geht eine Welle von 4 Katuscha-Raketen auf die seit langem leidende Stadt Haifa nieder. Eine der Raketen, versehen mit einem Sprengkopf, der hunderte von Eisenkugeln enthält, um so viel Schaden und so viele Verletzungen wie nur möglich unter Zivilisten anzurichten, schlägt direkt im Zentralpostamt der Stadt ein und richtet verheerende Verwüstung an.

Glücklicherweise hatte das Postamt, das sonst voller Menschen ist, eine Stunde zuvor geschlossen und war leer. Der Einschlag der Rakete ließ einen Teil des Daches einstürzen und sprengte die Fenster der umliegenden Geschäfte aus ihren Rahmen.

Aber das eigentliche Drama spielte sich einige Meter weiter ab, wo eine neue Einwanderin aus Russland, Galina Goldyenka, 43 Jahre alt, sie wohnt im Hadar-Wohngebiet, gerade den Bunker verließ, in dem sie einige Minuten vorher Schutz gefunden hatte. "Ich hörte zwei Explosionen. Ich dachte, dass alles vorüber sei und ging nach draußen", sagt sie. Im gleichen Augenblick schlug die Katuscha-Rakete in das Postamt ein. Galina wurde von einem Querschläger getroffen, der ihr das rechte Bein abtrennte. "Ich hatte viel Blut verloren", sagte einen Tag nach dem Vorfall. "Ich kroch auf den Gehsteig und die Menschen um mich herum schrieen hysterisch "ihr Bein ist ab!"

"Die Polizei erschien und sie gerieten in Panik angesichts des Bildes, das sich ihnen bot, aber die verletzte Frau blieb ruhig", erzählt wachhabende Offizier Yossi Hamu, Leiter der Sozialabteilung in Haifa. Einige Augenblicke später fand einer der Polizisten den abgetrennten Fuß und während er diesen festhielt, begleitete er das verwundete Bombenopfer in Haifas Rambam Hospital und dort in die ambulante Notaufnahme.

Trotz gemeinsamer Anstrengungen der Chirurgen misslangen alle Versuche, Galinas Bein wieder am Körper anzufügen da er völlig zerschmettert worden war.

Galina, die als Putzfrau arbeitet, sagte am Tag nach dem Vorfall, "ich wurde verletzt, aber ich werde Israel nicht verlassen. Ich liebe dieses Land. Es gibt kein anderes Land wie Israel und keine andere Stadt wie Haifa." Aber Galina ist nun mehreren Problemen ausgesetzt, einschließlich der Tatsache, dass sie im 4. Stock eines Wohngebäudes ohne Aufzug wohnt. Sie ist nicht mehr in der Lage, in ihre Wohnung zu gelangen.

Eine weitere Katuscha-Rakete schlug in einem Elektrogeschäft ein und verursachte auch hier schweren Schaden. "Ich befand mich im 2. Stock und nach einigen Minuten ging ich nach unten, um mir die Beschädigungen anzusehen", sagt der Ladenbesitzer Amnon Mai. "Nichts macht mir Angst, weder Nasralla noch die Hisbollah."

Bei einem weiteren Einschlag landete eine Katuscha-Rakete in einem Zimmer im 10. Stockwerk einer Wohnung, durchschlug den 9. Stock und blieb im 8. Stock liegen. Glücklicherweise waren die Bewohner der Wohnungen zu dieser Zeit nicht anwesend.

Die Haifa-Einwohnerin Mina Mizrachi, die es gewagt hatte, ihre Ablehnung gegenüber den Krieg zum Ausdruck zu bringen, wurde schwer beleidigt und sogar verflucht. "Israel tötet hunderte von Menschen im Libanon und deshalb werden auch wir angegriffen. Alles was ich will, ist zu leben. Generäle geben Befehle und Menschen werden in den Strassen getötet."

Eine Gruppe von "Frauen in Schwarz", die sich mit einer Demonstration für ein Ende des Krieges einsetzten und für den Beginn von Verhandlungen, zeigte eine unglaubliche Ruhe, als eine Katuscha-Rakete in ihrer Nähe einschlug. Polizisten, die die Demonstration überwachten, suchten Schutz während diese mutigen Frauen auf der Strasse dort stehen blieben, wo sie gerade standen und die Explosionen ignorierten.

Im Verlauf des letzten Wochenendes wurden etwa 30 Personen in Haifa und den umgebenen Vororten verletzt. Einige erlitten schwere Verletzungen während der Rest leichter verletzt wurde, viele erlitten traumatische Schockzustände.

Die religiöse Wohngegend von Viznitz mit etwa 1000 Einwohnern verwandelte sich am letzten Wochenende in eine Geisterstadt, nachdem der örtliche Rabbiner, Eliezer Hagar, eine Entscheidung verkündet hatte, die es den Einwohnern gestattete, in religiöse Gemeinden wie Bnei Brak, Jerusalem und Modi’in zu ziehen. Ihre Ängste hatten sich verstärkt, nachdem eine Katuscha-Rakete in eine benachbarte Gegend eingeschlagen war. Der örtliche Nr. 7 Bus, der normalerweise voller Fahrgäste ist, hatte Freitagmittag nur einen Fahrgast zu verzeichnen.

Keren Hayesod 27-07-2006

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem