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IDF-Oberst Gal Hirsch KH-Gast in der Münchner Gemeinde:
"Erst am 11. September 2001 hat die Welt begriffen, was
Terror wirklich bedeutet"
Von Miryam Gümbel
München (KH) - Immer wenn es authentische und aktuelle
Informationen zur aktuellen Situation Israels gibt, ist das Interesse
der Münchner Gemeindemitglieder groß. So folgten auch diesmal zahlreiche
Gäste der Einladung von Israelitischer Kultusgemeinde und des Keren
Hayesod Süddeutschland zu einem Vortrag des IDF-Colonel Gal Hirsch in
den Gemeindesaal, darunter auch viele Zuwanderer. Der Oberst war
Kommandant der Israelischen Truppen im West-Jordanland während Israels
Operation Schutzwall im Jahre 2002 gegen den palästinensische
Terroristen in Jenin und Ramallah.
David Leschem als Vorsitzender von Keren Hayesod
Deutschland begrüßte gemeinsam mit dem Münchner Magbit-Vorsitzenden Buma
Sandler und dem neuen Münchner KH-Delegierten Eitan Drori den 1964 in
Israel geborenen dreifachen Familienvater aus dem Kreis der
höchstrangigen Militärs Israels. Für die Gemeinde begrüßte Vizepräsident
Yehoshua Chmiel in der in hebräisch gehaltenen und simultan ins Deutsche
übersetzten Veranstaltung den Gast.
Weil es Gott sei Dank in diesem Gebiet Frieden gibt,
können die Menschen hier die Situation in Israel nicht verstehen, führte
Chmiel in den Vortrag ein und stellte Hirsch als einen besonders
geeigneten Botschafter für die Vermittlung dieser Situation vor, da er
die Realität und auch die andere Seite gut kenne.
Der auch arabisch sprechende Oberst erwies sich in seinem
Vortrag als überzeugter Soldat, in erster Linie aber als Familienvater
und israelischer Staatsbürger. Welche Bedeutung der Staat Israel für die
Juden in aller Welt hat, machte er an Beispielen deutlich: 1976 in
Entebbe war er mt seiner Einheit an der Befreiung der gekaperten Air
France-Maschine beteiligt, 1991 war er dabei, als die Israelis 17.000
äthiopische Juden ausflogen. Nur in Dachau konnten wir nicht sein, sagte
er und erinnerte damit an die Hilflosigkeit der während der Shoa
ermordeten Menschen, weil es damals den Staat Israel noch gegeben habe.
In einem Rückblick auf den Friedensprozess schilderte er,
wie nahe man sich dem Frieden schon geglaubt habe, bevor die Intifada
losbrach. Er beklagte aber auch das Unverständnis in der
Weltöffentlichkeit, die immer nur die schweren Panzer auf israelischer
Seite wahrnehme und auf der anderen Seite scheinbar wehrlose Kinder.
Dieses Kinder werfen aber Steine, die ebenfalls tödlich sein können.
Erst nach dem 11. September 2001 habe die Welt begriffen, was Terror
bedeute.
Die tödliche Gefahr hat Hirsch selbst hautnah erlebt. Er
hat Freunde verloren und war selbst dem Tod näher als dem Leben. Der
heute noch zu 60 Prozent Schwerbehinderte, dem man Dank seiner Disziplin
und seines Willens nichts davon anmerkt, lag nach einer schweren
Verletzung bei einem Einsatz 1998 lange im Koma. Auf einer Rehastation
gefragt, was er sich für seine Zukunft noch vorstellen könne, wagte er
nicht davon zu sprechen, Frau und Kinder je wieder umarmen zu können.
Aber auch der geäußerte Wunsch, zu schreiben und eine Waffe bedienen zu
können, schien damals sehr hoch gegriffen. Nach weiteren militärischen
Einsätzen unterrichtet er heute an der Zahal-Offiziersakademie.
In der anschließenden Diskussion war eine der Fragen auch
diejenige nach dem Austausch von 400 Terroristen gegen Tennenbaum. Für
Hirsch zeige das die Wertschätzung eines Menschenlebens auf beiden
Seiten. Dass diese von Seiten Israels auch der palästinensischen
Zivilbevölkerung gelte, erlebe er in seiner Funktion immer auch dann,
wenn neunundneunzig von hundert Abwehrstrategien verworfen werden, weil
sie das Leben von Zivilisten gefährdeten.
Diese positive Einstellung zum Leben übertrug bei der
Veranstaltung auch die Sängerin Meital Saidoff aufs Publikum, begleitet
am Keyboard von Adi Hayat.

IDF-Oberst Gal Hirsch war auf Einladung des Münchner Keren Hayesod
Gastredner in der Münchner Jüdischen Gemeinde.
Keren Hayesod 15-11-2003
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