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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

US-Außenministerium bestätigt im Falle eines Angriffes:
„Die irakische Bedrohung für Israel existiert"

Israel fährt mit seinen Vorbereitungen auf einen möglichen irakischen Angriff mit chemisch-biologischen Waffen auf seine Bevölkerungs-Zentren fort.

In den letzten Tagen haben sich die Anzeichen verstärkt, dass ein amerikanischer Angriff bevorsteht und Israel intensivierte seine Abwehr-Vorbereitungen nicht nur wegen einer irakischen Reaktion auf diesen Angriff, sondern auch wegen der Möglichkeit eines vorgezogenen irakischen militärischen Schlages.

Am 27. September sagte Ministerpräsident Ariel Sharon, falls der Irak in Israel Zerstörungen anrichten, Opfer verursachen oder nichtkonventionelle Waffen anwenden sollte – "wird Israel alle notwendigen Massnahmen ergreifen".

Am 12. September sagte der U.S. Unterstaatssekretär des Außenministeriums, Richard Armitage: "Ein amerikanischer Angriff auf den Irak ist sehr wahrscheinlich und als Ergebnis ist es allen klar, dass der Irak mit grosser Wahrscheinlichkeit gegen Israel zurückschlagen wird."

Heimat-Front-Kommando:
Israel bereitet sich auf einen irakischen Angriff vor

Batterien von Arrow- und Patriot-Raketen über das ganze Land verteilt

In den letzten Wochen sind an mehreren Stellen des Landes Arrow-Raketen-Batterien aufgestellt worden. Die Arrow-Rakete kann andere Raketen abschiessen, die aus grosser Entfernung gegen Israel abgefeuert wurden. In der Nähe der Arrow-Raketen-Batterien befinden sich auch amerikanische Patriot-Raketen-Batterien, die in Israel während des Golf-Krieges stationiert wurden.

Der stellvertretende Verteidigungs-Minister Weizmann Shiri sagte der Jerusalem Post am 19. September: "Die Arrow-Raketen stellen für Israel einen "wirkungsvollen Schirm" bei Raketen-Angriffen dar. Die IDF war nie zuvor besser vorbereitet und die Armee darf auf den Stand ihrer Vorbereitungen auf einen irakischen Angriff stolz sein."

Vorbereitungen auf einen chemisch-biologischen Angriff:
Impfungen gegen Pocken

15,000 Notfall-Rettungskräfte sind in den letzten Wochen auf Anordnung des Gesundheitsministeriums gegen Pocken geimpft worden. Das Ministerium teilte mit, dass im Falle eines bevorstehenden Angriffes die gesamte Bevölkerung Israels innerhalb von vier Tagen geimpft werden kann, einschliesslich von Touristen und nicht ständig im Land wohnenden Bürgern.

Der Staat Israel war vor wenigen Monaten in den Alarmzustand ‘B’ versetzt worden, was unter anderem voraussetzt, dass Krankenhäuser darauf vorbereitet sein müssen, 60 % ihrer Patienten zu evakuieren, um es ihnen zu ermöglichen, sofort Patienten aufnehmen zu können, die bei einem chemisch-biologischen Angriff verletzt wurden.

Krankenhäuser haben Vorräte an Antibiotika angelegt, die es ihnen ermöglichen würden, erfolgreich die zerstörerischen Auswirkungen von Anthrax zu bekämpfen. In Israel hatte man sich dazu entschlossen, sich nicht auf die amerikanische Anthrax-Impfung zu verlassen, stattdessen wurde eine israelische Impfung entwickelt.

Experten gehen davon aus, dass Israel mehr Erfahrung hat und deshalb besser darauf vorbereitet ist, mit Anthrax fertigzuwerden.

24 Stunden am Tag:
Die Produktion neuer Gasmasken

600,000 Gasmasken, die bereits in der Öffentlichkeit verteilt sind, erreichen ihr Auslaufdatum und können nicht mehr verwendet werden. Das Heimat-Front-Kommando hat vor kurzem Briefe verschickt, in denen alle Bürger aufgefordert wurden, sich neue Gasmasken zu besorgen.

Die Shilon-Fabrik produziert gegenwärtig Gasmasken rund um die Uhr und hat in den letzten Wochen 250 neue Mitarbeiter eingestellt, um die Produktion bewältigen zu können. Gleichzeitig zieht das Verteidigungsministerium die Möglichkeit in Betracht, Gasmasken im Wert von $42 Millionen zu importieren, sodass alle israelischen Bürger bis Mitte Oktober damit ausgestattet sein werden.

Evakuierung von 180,000 Personen in Vorbereitung:
"Eiserner Wall"

Eiserner Wall heisst der Code, den die IDF im Falle eines irakischen Angriffes benützt, um Bürger in betroffenen Gebieten aufzufordern, in ihre Schutzräume zu gehen und ihre Gasmasken aufzusetzen!

Das Heimat-Front-Kommando bereitet die Evakuierung von 180,000 Personen vor. Das Innenministerium hat Raum und Lebensmittel für die Evakuierung von bis zu 180,000 Menschen im Falle eines Angriffes bereitgestellt. Der Bürgermeister von Ramat Gan, Zvi Bar, dessen Stadt von Scud-Raketen im Golf-Krieg von 1991 getroffen worden war, hat seine Bevölkerung dazu aufgefordert, die Stadt sofort zu verlassen, wenn es zu einem irakischen Angriff kommen sollte.

Als Hauptziel irakischer Vernichtungswaffen wird der Großraum Tel-Aviv angesehen. In der Dan Region hat das Heimat-Front-Kommando zusammen mit den örtlichen Behörden und Stadtverwaltungen Übungen abgehalten, die die Verteilung von Arzneien, die Evakuierung von Opfern und die Bereitstellung von Schutzräumen beinhalteten. Örtliche Behörden und Stadtverwaltungen haben sich auch mit elektrischen Generatoren und Filteranlagen zur Wasserreinigung ausgestattet.

Gleichzeitig wurde landesweit ein zentrales, automatisches computer-gesteuertes Notfall-Sirenen-System fertiggestellt, das die Bevölkerung über einen Angriff informiert.

Yediot Aharonot, 18. 09. 2002:
"37% der Bevölkerung werden keine ausreichenden Schutzräume haben"

Eine Studie von Yediot Aharonot ergab, dass für etwa 2 Millionen Menschen, das sind etwa 37% der Bevölkerung, keine ausreichenden Schutzräume gegen Bomben, Raketen oder nichtkonventionelle Waffen zur Verfügung stehen.

Das Verteidigungsministerium hat angeordnet, dass der Bau von neuen öffentlichen Schutzräumen beschleunigt und die bestehenden verbessert werden. Es wird davon ausgegangen, dass es nicht möglich sein wird, diese Arbeiten innerhalb der nächsten wenigen Monate zu vollenden. Vielmehr wird dies die nächsten Jahre dauern und etwa $10 Millionen kosten.

Dahaf Umfrage:
70% der Israelis unterstützen eine israelische Antwort auf einen Angriff des Irak

"68% der israelischen Bevölkerung erinnern sich an Saddam Hussein und an die Scuds, die er 1991 gegen Israels abfeuerte, und sie sind sich sicher (28%) oder glauben (40%), dass er auch dieses Mal nicht zögern wird, Israel anzugreifen," ergab eine Dahaf-Umfrage, eine führende Umfrage-Firma in Israel, die von Dr. Mina Zemach durchgeführt wurde.

Nach dieser Umfrage unterstützen 70% der Israelis uneingeschränkt eine militärische Antwort gegen den Irak, auch wenn der Irak veraltete Scuds abfeuern sollte. 60% unterstützen eine militärische Antwort in jedem Fall, sogar auch dann, wenn ein irakischer Angriff nur beschränkt stattfinden sollte.

Die meisten Israelis – 58%, würden den Einsatz von Nuklearwaffen als militärische Antwort nicht unterstützen und etwa 25% sind sich darin einig, dass Israel unter keinen Umständen „Endzeitwaffen" einsetzen sollte.

Jedoch sind 40% darauf vorbereitet, die israelische Nuklear-Option als Antwort auf einen irakischen Angriff mit biologisch-chemischen Waffen mit vielen Opfern als Folge einzusetzen, auch wenn dieser für den Staat Israel keine existenzielle Bedrohung darstellen sollte.

Keren Hayesod 03-10-2002

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem