|

Ein neues Kapitel in der Geschichte wird geschrieben - Israel hilft
der irakischen Bevölkerung:
Ärzte überwanden alte und neue Grenzen
Aus Yedihot Acharonot, 03.01.2005
Von Itamar Eichner und Rivka Freilich
Israelische medizinische Spezialisten bildeten sechs
irakische Ärzte in einem osteuropäischen Land mit Genehmigung der
irakischen Regierung aus - Ein Mitglied des israelischen Teams: "Anfangs
waren sie ablehnend, aber dann brach das Eis und wir nahmen als Freunde
Abschied." – Zum ersten Mal leistet Israel der neuen irakischen
Regierung Hilfe für die Bevölkerung.
Ein Team von israelischen medizinischen Spezialisten
bildete eine Gruppe von sechs irakischen Medizinern in Notfall-Medizin
und Behandlungsmethoden in Notfall-Situationen aus.
Die Ausbildung fand in einem ost-europäischen Land im Rahmen der
Zusammenarbeit zwischen MASHAV – dem internationalen Kooperationszentrum
des Außenministeriums und dem Außenministerium des geheim gehaltenen
Gastgeberlandes statt. Die irakischen Ärzte wurden im Voraus darüber
informiert, dass sie von israelischen Ärzten ausgebildet würden und
erhielten hierzu von den irakischen Behörden die Genehmigung.
Die irakische Abordnung, die an dem wochenlangen Kurs teilnahm, bestand
aus zwei Chirurgen, zwei Orthopäden, einem Gynäkologen und einem
Facharzt für innere Medizin, davon sind einige leitende Mediziner und
Direktoren von Hospital-Abteilungen. Die einzige Bedingung, die von den
irakischen Ärzten vorgebracht wurde, war der Wunsch nach absoluter
Geheimhaltung, was ihre Identität betraf und bezüglich des Landes, in
dem die Ausbildung stattfand. Sie befürchteten, dass man ihnen
Zusammenarbeit mit den Israelis vorwerfen würde.
Der Kurs fand in einer medizinischen Einrichtung statt und beinhaltete
Unterrichtsstunden, die Trauma- und Notfall-Fachärzte der
Notfall-Medizinabteilung des Ichilov-Hospitals von Tel Aviv abhielten
und simulierte Wiederbelebungs-Techniken und -Maßnahmen aufwies.
Die Ärzte kamen aus einer großen irakischen Stadt, nicht aus Bagdad, wie
versichert wurde, und sie werden benötigt, um Terror-Opfer nach
Anschlägen in Irak zu behandeln.
Anfangs zeigten sich die Iraker ablehnend und die Atmosphäre war
gespannt, aber die beiden Gruppen nahmen als Freunde voneinander
Abschied. Dr. "A", erinnert sich, "es war aufregend, sowohl in
persönlicher wie nationaler Hinsicht. Obwohl sie unsere Hände
schüttelten, waren sie zuerst sehr abwesend. Sie testeten uns. Sie
hatten Angst, dass wir den Kurs ohne Einbeziehung der örtlichen Ärzte
des Gastgeberlandes abhalten würden.
Wir unterrichteten sie in Trauma – und Notfallraum-Behandlungsmethoden
und behandelten Notfall-Operations- und Wiederbelebungs-Maßnahmen. Wir
gingen auch auf Schuss- und Stichverletzungen ein, auf
Explosions-Traumata und andere Verletzungen."
Dr. "A" erklärte weiter, dass das israelische Team sehr darauf achtete,
sich nicht auf das Thema der Terroropfer zu konzentrieren, auch wegen
der gegenwärtigen sensiblen Lage, und die Betonung lag mehr auf
Explosions-Verletzungen. "Wir vermieden es, auf politische Themen
einzugehen und das taten auch sie. Sie fragten uns nach der Bezahlung
von Ärzten und über den Lebensstil in Israel. Sobald das Eis gebrochen
war, fanden sehr offene Diskussionen statt. Sie luden uns schließlich
ein, mit ihnen zu Abend zu essen und die Gespräche fanden in
freundschaftlicher Atmosphäre statt. Wir sagten ihnen, dass wir da
waren, um ihnen alle Fragen zu beantworten und ihnen unsere berufliche
Erfahrung zu vermitteln. Das Eis war wirklich dann gebrochen, als wir
Simulationen an Puppen durchführten.
Die irakischen und israelischen Ärzte sind seit Ende des Kurses in
Verbindung geblieben. Gerade erst vor kurzem erhielt Dr. "A" ein Email
von einem der irakischen Kollegen, der ihm ein glückliches Neues Jahr
wünschte und ihm für die Ausbildungsstunden dankte. Die irakischen Ärzte
drückten ihr Interesse aus, Israel in Zukunft besuchen zu wollen und
sich an israelischen Hospitälern beruflich weiter zu bilden. Einer der
israelischen Ärzte, der etwas Arabisch sprach, konnte mit seinen
arabischen Kollegen sogar einige Witze auf Arabisch austauschen.
Arik Arazi, stellvertretender Direktor von MASHAV, sagte, dass sich
gegenwärtig eine weitere Gruppe von irakischen Ärzten darauf
vorbereitet, in einem neutralen Land ausgebildet zu werden. "Die
irakischen Ärzte standen sehr unter Druck. Für sie war es, als würden
sie auf den Feind treffen. Aber am Ende des Kurses endete alles in einer
freundschaftlichen und sogar persönlichen Atmosphäre. Wenn ein
irakischer Arzt den Wunsch äußern sollte, nach Israel kommen und sich an
einem israelischen Krankenhaus weiterzubilden zu wollen, dann würden wir
diesem Wunsch mit Freuden entsprechen," sagte er.
Keren Hayesod 31-01-2005
|