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Exklusivinterview:
Shimon Romah, Kommandeur der Feuerwehren und
Rettungseinheiten in Israel
Die Feuerwehren bestehen aus etwa 1700 Männern, die in
76 Wachen im ganzen Land stationiert sind. Sie kommen aus allen
Bereichen der israelischen Gesellschaft. Die meisten haben zwar selbst
Kinder, aber sie zögern nicht, ihr Leben zur Rettung anderer Kinder
einzusetzen. Im Falle eines irakischen Angriffes, ob er nun auf
konventionelle, chemische oder biologische Art erfolgen sollte, werden
sie die ersten an den Frontlinien sein. Sie sind die unbekannten Helden
in Israel. Sie sind Israels Feuerwehr- und Rettungseinheiten.
“Es ist fast sicher, dass die USA den Irak angreifen werden und es
besteht die noch größere Wahrscheinlichkeit, dass der Irak mit einem
Angriff auf Israel reagieren wird,“ schätzt Shimon Romah, der Kommandeur
der israelischen Feuerwehr- und Rettungseinheiten die Lage ein. „Der
Irak will Israel in eine militärische Auseinandersetzung hineinziehen,
um die gesamte arabische Welt dazu zu bringen, sich an einen Krieg gegen
uns zu beteiligen. Da ihre militärischen Möglichkeiten viel beschränkter
sind als im Jahre 1991, sind sie daran interessiert, andere arabische
Staaten dazu zu bringen, sich an dem Kampf auf ihrer Seite zu
beteiligen. Wenn ihnen das gelingt, indem sie einen konventionellen
Angriff durchführen, werden sie sich damit zufriedengeben. Aber wenn
ihnen das auf diese Weise nicht gelingen sollte, und sie das Gefühl
haben, mit dem Rücken zur Wand zu stehen, werden sie nichtkonventionelle
Mittel einsetzen.
Von dieser Annahme ausgehend, bereitet sich das Heimatfront-Kommando auf
die schlimmste Möglichkeit vor. Was die Organisation der Feuerwehren und
der Rettungs-Dienste angeht, fügte Romah hinzu: „Wenn eine irakische
Rakete auf Israel niedergehen sollte, werden die Feuerwehren und
Rettungseinheiten als erste zur Stelle sein. Es hat Zeit gedauert, bis
sich das Heimatfront-Kommando darauf vorbereiten konnte, was mit
logistischen Gründen zu tun hat. Wir reagieren auch als erste, weil wir
Wachstationen im ganzen Land verteilt haben. Wenn der Angriff
konventionell ist, besteht die vordringlichste Aufgabe darin, das Feuer
zu löschen und jeden zu retten, der in einem Gebäude oder unter Schutt
gefangen ist. Alle unsere Feuerwehrmänner und Rettungsmannschaften sind
für diese Aufgabe vorbereitet worden. In der ersten Stunde – die wir die
„Goldene Stunde“ nennen – besteht noch die Möglichkeit, Menschen zu
retten. Danach verringert sich die Chance, Überlebende zu finden.
Wenn der Angriff nicht-konventionell ist, sind wir diejenigen, die an
den Ort des Geschehens gehen und den Gefahrenherd aus der Nähe
bekämpfen. Es ist wichtig, giftige Gase zu entdecken und ihre
Ausbreitung zu verhindern. Wir sind auch diejenigen, die giftige
Substanzen identifizieren müssen. Jedes Gas oder giftiges Material muß
fachgerecht behandelt werden. Wir sind für die Identifizierung von
Giften ausgebildet und geben die Informationen an das
Heimatfront-Kommando weiter, so daß sie die geeignete Ausrüstung
bereitstellen können. Jedoch ist es so, dass trotz der lebensrettenden
Einsätze durch die Feuerwehren und den Rettungseinheiten unter Einsatz
ihres eigenen Leben, diese unter einem ernsthaften Mangel an Ausrüstung
leiden, einschließlich von Schutzanzügen, die für den Fall eines
nicht-konventionellen Krieges benötigt werden. Trotzdem“, sagt Romah, „
wenn ich mir die Realität und die Selbstaufopferung meiner Männer vor
Augen halte, bin ich optimistisch und weiß, dass ich über Menschen
verfüge, auf die ich mich verlassen kann.“
Die irakische Bedrohung für Israel
Not-Bulletin Nr. 6
Keren Hayesod 25-12-2002
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