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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Man musste es mit eigenen Augen gesehen haben, um es zu glauben: Israels Staatspräsident Katzav saß im Radio-Studio von Kol Yisrael und sprach auf Farsi, der persischen Landessprache, mit moslemischen Zuhörern aus dem feindlichen Teheran und erhielt Komplimente. Er war emotionell sichtlich gerührt, wischte sich Tränen aus den Augen – und gratulierte ihnen. Der Grund für diese seltene Übertragung: Er wollte dem iranischen Volk warme und freundschaftliche Grüsse überbringen. (Als im Iran geborener Israeli hatte Katzav keinerlei Probleme damit.)

Ein historischer Augenblick:
Israels Staatspräsident Katzav sprach über das Radio mit Hörern aus dem Iran


Beste Grüsse aus Teheran


Von Itamar Eichner - Yediot Aharonot

Man musste es mit eigenen Augen gesehen haben, um es zu glauben: Der Staatspräsident von Israel, Moshe Katzav, geboren im Iran, saß in einem Radio-Studio in Jerusalem und sprach auf Farsi, der persischen Landessprache, am Telefon mit moslemischen Zuhörern aus dem feindlichen Iran, er erhielt Komplimente von ihnen, er wurde emotional, er wischte sich Tränen aus den Augen und gratulierte ihnen.

Dieses seltene Ereignis spielte sich in dieser Woche in den Studios von Kol Yisrael ab, in persischer Sprache während eines Radioprogrammes unter der Leitung von Menashe Amir, dem Leiter dieser Abteilung. Diese Sendung kann im Iran gut empfangen werden. Obwohl sie aus Jerusalem ausgestrahlt wird, ist sie eine der populärsten Programme im Land.

Dies ist das erste Mal seit sehr vielen Jahren, dass eine hochrangige israelische Persönlichkeit mit Hörern aus dem Iran gesprochen hat. Die Initiative für die Sendung kam von Katzav selbst in Zusammenarbeit mit dem israelischen Außenministerium. Der Zweck: Dem iranischen Volk warme und freundschaftliche Grüsse und den einfachen Menschen Botschaften in ihrer eigenen Sprache zu überbringen.

Im Laufe der Anrufe, die er erhielt, war Katzav davon überrascht, wie gut informiert seine iranischen Zuhörer darüber informiert waren, was sich gegenwärtig in Israel abspielt. Einige überraschten ihn, als sie sich abwertend über das iranische Regime äußerten, allerdings ohne ihren Namen zu nennen.

Das Telefon läutet. In der Leitung ist ein Hörer aus Teheran, der iranischen Hauptstadt: “Ich bin sehr stolz, dass es ein geborener Iraner bis zum Staatspräsidenten von Israel gebracht hat,” sagt er. “Sag mir,” fragt er kritisch, “wie kommt es, dass wenn es am anderen Ende der Welt ein Erdbeben gibt, Israel hilfreich zur Stelle ist, aber ihr uns, dem iranischen Volk, nicht hilft, unsere Freiheit zu gewinnen?“

Katzav bleibt ganz Staatsmann und Politiker: “Wir können uns in die inneren Angelegenheiten des Iran nicht einmischen. Das ist eine Sache, die das iranische Volk entscheiden muss. Ich sage ganz deutlich, dass wir daran interessiert sind, die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern wieder herzustellen. Der Staatspräsident von Israel sitzt hier und spricht Worte zur Versöhnung und des Friedens mit dem Iran. Dagegen sprechen die Führer des Iran von der Zerstörung Israels.”

Der nächste Anruf ist besonders bewegend für den Präsidenten. In der Leitung ist ein Hörer aus der Stadt Yazur, Katzavs Geburtsort. “Grüsse an das israelische Volk”, sagt der Anrufer in seiner Begrüßung. “Ich habe eine Bitte. Ich weiß, dass Israel das beste Gesundheitssystem der Welt hat und ich bitte um Hilfe für einen kranken Verwandten. Kann mir der Präsident helfen? Gleichzeitig würde ich mehr über Ihren iranischen Hintergrund und Ihre Herkunft erfahren.”

Katzav ist zu Tränen gerührt, wechselt einige höfliche Anmerkungen mit dem Hörer und sagt ihm: “Ich habe einen Bruder, Großvater und eine Großmutter, die in Yazur begraben sind.”

Der Anrufer darauf: “Sie sind uns zu einem Besuch immer willkommen und wir würden uns freuen, Sie als Gast begrüßen zu dürfen.” Katzav antwortet: “Meine Familie zog von Yazur nach Teheran. Ich war sehr jung, als wir in Israel einwanderten.” Danach kommt er auf den eigentlichen Punkt zurück: “Wenn Sie so freundlich sind und mir Einzelheiten über Ihren kranken Verwandten schicken, würde ich mich freuen, Ihnen zu helfen.”

In der Leitung ist ein weiterer Anrufer und die Komplimente aus dem Iran nehmen zu: “Ich bin glücklich, dass wir mit dem Präsidenten von Israel sprechen können. Es ist schade, denn unser Präsident gestattet uns keinen Dialog mit Israel, eine derartige großartige Gelegenheit kommt nicht oft vor“, sagt der Hörer. „Es erfüllt uns mit Stolz, dass Sie hier geboren sind, aber es erfüllt uns auch mit Scham, dass wir einen derartigen Präsidenten haben. Sagen Sie mir, wie sehen Sie die Zukunft des Iran?”

Katzav ist von Nostalgie überwältigt. “Meine Familie lebte 2500 Jahre lang im Iran. Wir haben die iranische Mentalität und Kultur in uns aufgenommen, und wir haben uns in unseren Herzen ein warmes Gefühl für die iranische Geschichte und seine Zivilisation bewahrt. Der Staat Israel hat keinen Streit mit dem Iran oder dem iranischen Volk. Genau das Gegenteil ist der Fall.“

In der Leitung ist ein Hörer, der sich besorgt über Israels Zukunft äußert. “Ist sich Israel der Gefahr aus dem Iran bewusst, der zur Vernichtung Israels aufruft und wie wird Israel mit dieser Gefahr fertig?”

Katzav: “Der Iran ist zu einer äußerst radikalen Nation geworden und er stellt eine in der Welt einzigartige Gefahr dar. Iran spricht offen von der Zerstörung Israels. Der Iran entwickelt Massenvernichtungswaffen, die nach seinen eigenen Worten dafür gedacht sind, Israel zu zerstören, trotz der Tatsache, dass es zwischen Israel und dem Iran keinen Konflikt gibt.”

Auch der nächste Anrufer ist besorgt, aber in anderer Hinsicht: “Hat Israel die Absicht, die Atomreaktoren in Bushar anzugreifen?”

Präsident Katzav antwortet ausweichend: “Israel hat gegenwärtig keine militärische Konfrontation mit dem Iran. Ich hoffe, dass das iranische Regime die Lage nüchtern beurteilt und versteht, dass seine Politik für die internationale Gemeinschaft unakzeptabel ist.”

In der Leitung ist schließlich eine weibliche Anruferin: “Die iranischen Menschen lieben Israel sehr. Man muss zwischen dem iranischen Regime und dem iranischen Volk unterscheiden, die Sie alle sehr lieben”, erklärt sie. Katzav gibt die Antwort umgekehrt freundlich zurück: “Auch ich liebe das iranische Volk.”

(Anm. d. Red.: Weil es keine direkte Telefonverbindung zwischen Israel und dem Iran gibt, mussten die Anrufe über europäische Telefonnetze geleitet werden.)

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Keren Hayesod 05-09-2003

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem