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Der wirkliche Feind heißt Iran
von Yossi Olmert,
Jerusalem Post, 10. 01. 02
(Dr. Yossi Olmert ist ein politischer
Analyst)
(10. Januar) – Die Verwicklung
des Iran in das palästinensische Waffenlieferungs-Schiff Karine A
macht mit allem Nachdruck erneut deutlich, welche Gefahr die Islamische
Republik für Israel darstellt. Dieser Vorfall sollte von den Beobachtern
des Iran auch in Verbindung gebracht werden mit den Diskussionen über
die Auseinandersetzung zwischen den Gemässigten und den Hardlinern in
Teheran.
Diejenigen, die glauben, dass der
Iran eine gemässigte Richtung eingeschlagen hat, gründen ihre Hoffnung
auf die Rolle von Präsident Muhammad Khatami und die seines Vorgängers,
Hashemi Rafsanjani. Der erstere läßt noch mit einer Äusserung zu Israel
auf sich warten, die sich von der bisherigen blutrünstigen
anti-israelischen und antisemitischen Wortwahl unterscheidet. Der
letztere sagte erst kürzlich, dass der Iran zu einer Nuklear-Macht
werden sollte, um in der Lage zu sein, mit Israel fertig zu werden.
Soweit der gemässigte Teil, nach iranischer Art, und soviel auch zur
Naivität von vielen, einschliesslich einiger Bürger in Israel, die nach
wie vor nicht einsehen wollen, dass Israel der leuchtende Feind des
Regime der Mullahs ist, dass Israel das einzige Thema ist, das zu keiner
wirklichen Auseinandersetzung in diesem Regime führt, das im übrigen von
chronischen internen Zwistigkeiten erschüttert wird.
Die Wahrheit ist, dass der Iran ein
politisches Programm hat, das weit über seine anti-israelischen
Absichten hinausgeht. Die Iraner müssen die Lage der benachbarten,
früher von der Sowjet-Union kontrollierten zentral-asiatischen
Republiken, in Betracht ziehen, sich damit auseinandersetzen, was von
der Armee des irakischen Presidenten Saddam Hussein übrig geblieben ist,
und auch möglicherweise, wenn auch in nur sehr eingeschränktem Masse,
einer Auseinandersetzung mit der weltlich eingestellten Türkei ins Auge
sehen.
Es ist jedoch zu bezweifeln, ob die
riesigen Investitionen Irans in die Entwicklung seiner militärischen
Stärke etwas mit all diesen angenommenen oder tatsächlichen Bedrohungen
zu tun hat. Da die Iraner immer wieder angeben, dass Israel ihr Feind
Nr. 1 sei, sollten wir ihnen Glauben schenken. Zuallererst und vor allem
sollten wir damit aufhören, uns freundschaftlich gegenüber jenen Ländern
zu verhalten, die am militärischen Aufbau des Iran beteiligt sind,
besonders im Bereich der nichtkonventionellen Waffen.
Russland unter Präsident Vladimir
Putin ist ein Freund Israels, eine Situation, die sich um 180 Grad von
jener der früheren sowjetischen Tagen unterscheidet. Doch die Russen
unterstützen die Arbeit des Iran in Bushehr, wo die nuklearen Programme
des Iran ablaufen, und dies stellt für Israel eine tödliche Gefahr dar.
Es ist zu bezweifeln, ob wir genug tun, um Russland davon zu überzeugen,
seine Unterstützung für dieses gefährliche Projekt einzustellen, oder ob
wir die volle Unterstützung der USA haben, Druck auf Russland auszuüben.
Es kann sein, dass es wirtschafticher Anreize bedarf, aber es besteht
auch Spielraum für stärkeren politischen Druck. Der amerikanische
Kongress könnte unser verlässlicher Alliierter in diesem Kampf sein,
auch wenn die Bush-Regierung, ebenso wie die frühere von Clinton, sich
irgendwie richtungslos verhält.
Nord-Korea, ein weiterer Staat, der
den militärischen Aufbau des Iran unterstützt, ist ganz eindeutig ein
von der Völkergemeinschaft ausgegrenzter Staat. Aber sogar dieser
befindet sich in einem Dialog mit den USA. Deshalb sollte jede wirkliche
Hilfe für diesen stalinistischen Staat davon abhängig gemacht werden,
dass er seine militärischen Beziehungen zum Iran völlig abbricht.
Wir können jedoch von anderen nur
beschränkte Unterstützung erwarten und deshalb müssen wir unsere eigenen
Schritte unternehmen. Ein Krieg mit dem Iran steht ausserhalb jeder
Frage und wir sollten hoffen, dass wir genügend
Abschreckungs-Möglichkeiten haben, um einen direkten iranischen Angriff
auf Israel zu verhindern. Aber wir sollten mehr gegen die
Verbündeten des Iran unternehmen, die uns Probleme im Auftrag des Iran
bereiten, besonders gegenüber der Hizbollah. Die libanesische
Schiiten-Organisation hält sich zurück, um keine Probleme an der
nördlichen Grenze zu schaffen, was vor allem auf den amerikanischen
Druck auf Syrien zurückzuführen ist, ihren Einfluss auf die Terroristen
geltend zu machen, aber dies ist offenbar nicht genug.
Hizbollah plant, jüdische Ziele im
Ausland anzugreifen, sie unterstützt die Palästinensische Autorität (was
erst vor einigen Tagen auf dramatische Weise durch die Aufbringung des
Waffenlieferungs-Schiffes belegt wurde), und sie versucht, in der
Westbank und an der israelisch-jordanischen Grenze Unruhe zu bereiten.
Hizbollah sollte es nicht ermöglicht werden, dies alles zu tun, nur weil
es an der nördlichen Grenze relativ friedlich ist. Unsere amerikanischen
Freunde sollten dies Syrien ganz klar machen, andernfalls müssen wir
dies selbst tun.
Es ist ganz klar, dass mit der PA
keine inhaltlich wichtige Diskussion geführt werden kann, solange sie
ihre gefährliche militärische Zusammenarbeit mit unserem Erzfeind
aufrecht erhält. Dies sind alles einfache Tatsachen, aber in unserer
verrückten Wirklichkeit neigen wir manchmal dazu, das Offensichtliche
nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen.
Der Iran ist ein gefährlicher und
hartnäckiger Feind Israels und es ist an der Zeit, dass wir dies
einsehen und entsprechend handeln.
keren-hayessod.de / 11-01-02
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