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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Hoteliers sind am stärksten betroffen:
Jerusalem in der wirtschaftlichen Krise

Von Yaniv Pohorils, Yerushalayim 15.11.2002

Die neuesten Zahlen in bezug auf die sich verschlechternde Lage des Geschäftsumfeldes in Jerusalem wurden in dieser Woche veröffentlicht: 70% der Betriebe in der Stadt sind wirtschaftlich gefährdet; 2000 Geschäfte haben seit Ausbruch der Intifada geschlossen; 3000 Mitarbeiter mußten entlassen werden. Die Voraussage: Bis Ende des kommenden Jahres wird die Schließung von weiteren 2000 Geschäften erwartet.

Der Nationalen Handelsvereinigung wurde in dieser Woche ein Sonderbericht überreicht, der auf das geschäftliche Umfeld in Jerusalem eingeht. Der Bericht, vorbereitet von E.C.S., untersuchte die wirtschaftliche Lage von Betrieben in Jerusalem im ganzen Jahr 2002 (bis September) und machte das schwierige Umfeld deutlich, in dem sich die Geschäftswelt der Stadt befindet.

In seiner Einführung, die auf die Auswirkung der Intifada auf die Betriebe der Hauptstadt eingeht, stellt der Bericht fest, dass von den 12000 Geschäften, die in Jerusalem noch Anfang Oktober 2000 wirtschaftlich tätig waren, bis heute etwa 2000 (16%) geschlossen haben.

Der Bericht geht vor allem auf die Lage jener Betriebe ein, denen es gelungen ist, trotz des schlechten Umfeldes zu überleben, und er beschreibt die Maßnahmen, die sie ergriffen haben, um mit der schwierigen Rezession und der Sicherheitslage fertig zu werden. Die Zahlen wurden nach Themen geordnet.

70% sind wirtschaftlich gefährdet

Gegenwärtig sind 7000 Geschäfte – diese stellen 70% aller in Jerusalem tätigen wirtschaftlichen Betriebe dar – in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die wirtschaftliche Lage von 20% gilt als insolvent, 30% befinden sich in schlechtem wirtschaftlichem Zustand und 20% werden als kaum wirtschaftlich beeinträchtigt eingestuft.

Ezra Attiya, Vorsitzender der Nationalen Handelsvereinigung, erläuterte die Zahlen wie folgt: "20 Prozent von jenen Betrieben, die als insolvent gelten, haben im Laufe mehrerer Monate fortlaufende Verluste erlitten. Die meisten dieser Betriebe sind doppelt gefährdet, denn sie können nicht schließen, weil sie an langfristige Mietverträge gebunden sind. 30% von jenen Betrieben, die in schlechtem wirtschaftlichen Zustand sind, haben im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 20%-25% erlitten. Die anderen Geschäfte, deren wirtschaftliche Lage als "kaum betroffen" bezeichnet wird, haben einen Umsatzrückgang von 10%-15% verzeichnet."

Der Bericht fügt weiter an, dass 3000 Bürger Jerusalems arbeitslos geworden sind, weil die Betriebe, in denen sie beschäftigt waren, entweder schlossen oder in eine derartig schwierige wirtschaftlichen Lage gerieten, dass ihre Entlassung notwendig wurde.

Hoteliers sind am stärksten betroffen

Am vergangenen Dienstag hielt das koordinierende Büro der wirtschaftlichen Organisationen in Jerusalem eine Sondersitzung ab, wo der Bericht im Mittelpunkt stand. Das koordinierende Büro stellte einen Zusammenhang zwischen den politischen Vorgängen in verschiedenen Bereichen und der Geschäftslage der Stadt fest, wie dies von Teilnehmern der Diskussion zum Ausdruck gebracht wurde. Der Generaldirektor der Industrievereinigung von Jerusalem, Yoel Biala, und der Vorsitzende der Vereinigung, Moti Teperberg, gaben im Laufe der Sitzung bekannt, dass sie erwarten, die Entscheidung von Ministerpräsident Ariel Sharon umsetzen zu können, industriellen Konzernen in Randgebieten günstig Land zur Verfügung zu stellen, einschließlich in den Industriegebieten von Jerusalem. Obwohl der Ministerpräsident beschlossen hat, diese Zuschüsse wieder einzuführen, muß diesem Beschluß noch von der Regierung zugestimmt werden.

Yossi Sussia-Cohen, Vorsitzender der Anwaltsvereinigung von Jerusalem, beklagte, dass es angesichts des schlechten Zustands der Gerichte der Stadt merkwürdig ist, dass der Justizminister beschlossen hat, einen Gerichtsbau nicht in Jerusalem zu errichten, sondern die Mittel für den Bau eines ähnlichen Baus in Tel Aviv zur Verfügung zu stellen.

Diese Meinung teilte auch Shmulik Zemel, Präsident der Handelskammer von Jerusalem, der bekanntgab, dass er fortlaufend mit Vertretern der Regierung in Verbindung steht, um bei einem weiteren Treffen die Bitte zu diskutieren, den Bau eines Gerichtskomplexes für Jerusalem zu genehmigen. 

Aharon Cohen, Vorsitzender der Bauträger-Vereinigung von Jerusalem , sagte: "Es besteht das Gefühl, dass sich die Regierung nicht auf Jerusalem konzentriert und dass die Stadt nicht die Beachtung erhält, die sie als Hauptstadt Israels verdient."

Rachel Goldberg, Vorsitzende der Hotel-Vereinigung von Jerusalem, veröffentlichte die düsteren Touristen-Zahlen: Die Touristen-Übernachtungen in der Stadt sind um 82 Prozent zurückgegangen, den Preis mußten etwa 3000 Mitarbeiter mit ihrer Entlassung bezahlen.

Alle Industriebereiche haben um Beihilfen von der Stadtverwaltung Jerusalems und den Regierungsministerien gebeten. Die Handelsvereinigung hat diese Forderungen zusammengefaßt, um weitere geschäftliche Zusammenbrüche zu verhindern: Beibehaltung der Steuernachlässe und Einfrieren der Steuersätze im Jahre 2003, die Gründung einer Kreditstiftung für gefährdete Betriebe, Beihilfen der Regierung für Sicherheitsausgaben und die Befreiung von der Mehrwertsteuer für den örtlichen Tourismus in den Hotels von Jerusalem.

Die Vertreter der verschiedenen Bereiche fügten hinzu, falls sie nicht beträchtliche Beihilfen erhalten sollten, würden im Jahre 2003 weitere 2000 Betriebe schließen müssen.

 

Umsatz-Rückgang in Jerusalem in den letzten 18 Monaten

Transport und Führungen für einreisende Touristen

-80%

Touristen-Einzelhandelsgeschäfte, Judaica-Produkte und Kunstgalerien

75%

Computer- und Datenvearbeitungs-Dienstleistungen

45%

Grundstücksmakler

40%

Möbelgeschäfte

40%

Restaurants und Cafes

40%

Kosmetik- und Schönheitssalons

38%

Lastwagen-Transport-Dienstleistungen

35%

Dienstleister (Hausreparaturen und Renovierungen)

35%

Bekleidung und Schuhe

35%

Haushaltswaren, Geschenke

30%

Elektrische Geräte

25%

Lebensmittel-Geschäfte

18%

Kiosks und Cafeterias

15%

 

1000 Restaurants schlossen in den vergangenen beiden Jahren

Von Ronit Morgenstern,  Ma’ariv 26.11.2002

Israels gastronomischer Bereich ist in Schwierigkeiten – zu diesem Ergebnis kommt eine besondere Umfrage, die von der israelischen Restaurantvereinigung durchgeführt wurde. Die Umfrage enthüllte, dass in den vergangenen beiden Jahren etwa 1000 Restaurants und Cafés geschlossen haben. Alleine im Raum von Tel Aviv haben pro Woche durchschnittlich fünf gastronomische Betriebe pro Woche geschlossen.

Nach dieser Umfrage, die von der B.D.I. (Business Data Israel) durchgeführt wurde, gibt es gegenwärtig in Israel etwa 8000 Restaurants, die etwa 100 000 Menschen (von denen über 77 000 Löhne erhalten) beschäftigen. Die Mitarbeiter in diesen Bereich stellen etwa 3 % aller Angestellten dar, die in Betrieben des Landes beschäftigt werden. Experten der B.D.I. schätzen, dass die Zahl der Mitarbeiter in den Restaurants gegen Jahresende drastisch zurückgehen wird.

Oren Shnabel, eine der Vorsitzenden der israelischen gastronomischen Vereinigung, sagte: "edes Restaurant, das schließt, führt zur Entlassung von Dutzenden von Arbeitern und macht die Existenz von Dutzenden von Versorgern und Dienstleistern zunichte... Israel muß die wirtschaftlichen Bedingungen erleichtern, um so die Schließung von weiteren Restaurants zu verhindern – zum Beispiel durch verbilligte Elektrizität, reduzierte städtische Steuersätze und so fort."

Die Krise, die der Restaurantbereich durchmacht, wurde größtenteils durch die allgemeine Rezession in der israelischen Wirtschaft, die ernste Sicherheitslage und den Rückgang im Tourismus verursacht. Zur gleichen Zeit führte der Bedarf an Sicherheitspersonal zu einem Kostenanstieg beim Unterhalt von Restaurants und Cafés.

Nach den Zahlen dieser Umfrage wird es in diesem Jahr einen geschätzten Umsatzrückgang von 30% geben im Vergleich zu den Zahlen in diesem Bereich vom Vorjahr – 18 Milliarden Schekel im Vergleich zu 25 Milliarden Schekel im Jahre 2001. Der Umsatz im Restaurantbereich stellt 3% des Gesamtumsatzes im Geschäftsbereich Israels dar, die Diamantenindustrie ausgenommen.

Keren Hayesod 29-11-2002

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem