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Rede von Israels Ministerpräsident Ariel Sharon zum Holocaust-
Märtyrer & Helden-Gedenktag in Yad Vashem:
"Nie wieder wird sich das jüdische Volk von einem Feind
überraschen lassen"

Ministerpräsident Ariel Sharon bei seiner Rede in Yad
Vashem.
Photo: GPO |
Jerusalem - Während das Abendlicht hier in den Bergen von Jerusalem über
uns fällt, sind wir alleine mit den Opfern des dunkelsten Kapitels der
menschlichen Geschichte – und des tragischsten Kapitels des jüdischen
Volkes. Eine schreckliche Nacht, die sechs lange Jahre dauerte und in
denen sechs Millionen Juden umgebracht wurden, tausende von jüdischen
Gemeinden vom Antlitz der Welt ausgelöscht wurden und eine wundervolle
jüdische Welt zerstört wurde.
In diesem Jahr begehen wir den 60. Jahrestag der Befreiung der
Todeslager und das Ende des 2. Weltkrieges. Doch der Befreiungstag war
kein Freudentag für das jüdische Volk. Es war kein Freudentag für die
Überlebenden des Holocaust.
Die Quäler – die ihnen die Verwandten nahmen, ihre Namen, ihre Kleidung,
ihre Schuhe, ihr Haar und die ihre Opfer zu Nummern machten – wurden
besiegt. Doch die Freude über die Rückkehr ins Leben wurde von dem
Gewicht des Schmerzes erdrückt, der in den Seelen erwachte, die bis zu
diesem Zeitpunkt tapfer standgehalten hatten, um zu überleben, nichts zu
fühlen: Den Schmerz der Einsamkeit, den Schmerz über tote Freunde, den
Schmerz der verlorenen Jugend, den Schmerz über das Land, das sich in
den größten Friedhof des jüdischen Volkes verwandelte.
Antek Zuckerman und Zivia Lubetkin, Helden unter jenen, die den Aufstand
des Warschauer Ghettos anführten, erzählten davon, wie sie am
Befreiungstag alleine und verwaist standen inmitten eines Meeres von
feiernden Polen, die sie umstanden und in einer Welle des allgemeinen
Glücks feierten, inmitten von küssenden GIs und in die Luft geworfenen
Blumen.
Sie fanden sich an einer Kreuzung wieder und standen hier verloren und
abgetrieben. Sie konnten endlich nach Hause gehen, aber ihre Häuser
waren schon seit langem zerstört. Sie fragten einen russisch-jüdischen
Offizier, wohin sie gehen sollten und er sagte ihnen – "Geht nicht nach
Osten und nicht nach Westen. Nirgendwo mag man euch." Wie viele andere
Holocaust-Überlebende entschieden sie sich dafür, nach Israel
auszuwandern und sich hier eine neue Heimat aufzubauen – im Staat
Israel, dem jüdischen Staat…
Das jüdische Volk hat seine Lektion aus dem Holocaust gelernt. Niemals
wieder werden Juden in einer Welt ohne Heimat leben müssen, ohne einen
schützenden Hafen, in den sie sich begeben können, ohne jüdische
Verteidigungsstreitkräfte, die sie beschützen werden. ...
Nie wieder werden wir uns von einem Feind überraschen lassen. Niemals
wieder!
Keren Hayesod 05-05-2005
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