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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Bericht des Jewish People Policy Planning Institutes der Jewish Agency:
Zahl der Juden in Israel wird die jüdische Bevölkerung in den USA im Jahre 2006 erstmals übersteigen

Von Amiram Barkat, Ha'aretz - 12. Juli 2005

Zum ersten Mal seit der Gründung des Staates Israel wird im kommenden Jahr die Zahl der Juden, die in Israel leben, die Zahl der Juden übersteigen, die in den Vereinigten Staaten wohnen und leben. Dies besagt ein Bericht, der vor kurzem dem Knesset-Einwanderungs-und Eingliederungs-Komitee vorgelegt wurde.

Der 2005 Planungsbericht des Jewish People Policy Planning Institutes sagt voraus, dass Israel bis zum Jahre 2020 einen zunehmenden Anteil des jüdischen Volkes darstellen wird, Israels Bevölkerung wird um etwa eine Million zunehmen, während die Zahl der Diaspora-Juden um etwa eine halbe Million abnehmen wird. Die weltweite jüdische Bevölkerung wird von heute 13 Millionen auf etwa 13,5 Millionen zunehmen.

Der JPPPI-Bericht, der auf der nächsten Kabinetts-Sitzung vorgestellt wird, deutet an, dass Diaspora-Gemeinden weiterhin abnehmen werden, was auf niedrige Geburtsraten und Mischehen von über 50 Prozent zurückzuführen ist. Die Autoren des Berichtes sehen in der nächsten Zukunft keine Masseneinwanderung nach Israel voraus und stellen fest, dass 90 Prozent der Juden in der Welt in entwickelten Ländern leben und über einen Lebensstandard verfügen, der ähnlich oder höher als der von Israel ist.

Bei der kürzlichen Sitzung der Knesset sagte Dennis Ross, der Vorsitzende des Direktoriums des JPPPI, dass das Weltjudentum Israel bei der Bewältigung der Krise durch den Truppenabzug beistehen muss. Ross sagte, dass das Diaspora-Judentum eine wichtige Rolle dabei spielt, die Botschaft der Gewaltlosigkeit und der Einheit zu verbreiten.

Der Gründungspräsident des JPPPI, Prof. Yehezkel Dror, sagte, dass es Sorge darüber gibt, dass der globale Terrorismus jüdische Gemeinden in der Welt verängstigen würde und viele Juden davon abhalten könnte, an örtlichen jüdischen Aktivitäten teilzunehmen.

JPPPI ist ein Thinktank, der vor drei Jahren in Jerusalem von der Jewish Agency gegründet wurde, dies in Zusammenarbeit mit jüdischen Spendern und Stiftungen in den USA. Der Bericht wurde von einer Forschergruppe erstellt, die meisten davon Israelis, darunter befinden sich Mordechai Altschuler, David Dery, Sergio DellaPergola, Shmuel Trigano, Shevach Weiss und Avi Gil.

Die Autoren empfehlen der Regierung eine Reihe von Schritten zu unternehmen, um die Abnahme der Zahl von Juden in der Welt entgegen zu wirken. Unter anderem empfehlen sie die Einführung einer großzügigen Übertritts-Regelung und die Regierung sollte sich positiv gegenüber Gemeinden verhalten, die sich selbst als jüdisch ansehen wie die Bnei Menashe in Indien. Sie empfehlen auch weitergehende Bemühungen, Mischehen in jüdische Aktivitäten zu integrieren.

Der Bericht ruft zur Reform der jüdischen Erziehung in der Diaspora auf, indem Privatschulen kostenlos angeboten werden sollen und der Lehrstoff dahingehend verändert wird, dass die Zentralrolle von Israel im jüdischen Leben stärker als bisher unterstrichen wird.

Um "den Zusammenhalt des jüdischen Volkes" zu verstärken, empfiehlt der Bericht die Gründung von übergreifenden jüdischen Organisationen, die als Forum für eine koordinierte Politik zugunsten Israels und den jüdischen Gemeinde in der Diaspora dienen sollen. Die Autoren schlagen vor, ein globales Forum von jüdischen Aktivisten bis zum Alter von 35 Jahren zu gründen, um der Überalterung von amtierenden jüdischen führenden Persönlichkeiten in jüdischen Organisationen entgegenzuwirken.

Der stellvertretende Minister für Fragen der Diaspora, MK Michael Melchior, sagte, dass die Daten in Bezug auf die abnehmende weltweite jüdische Bevölkerung nichts Neues seien. Programme, wie das Geburtsrecht Israels, sagte er, die jüdische Jugendliche dazu bringen, Israel zu besuchen, haben sich bereits als wirkungsvoll im Kampf gegen die Assimilation erwiesen, aber ihr Erfolg sei wegen des Mangels an Mitteln beschränkt.

"Auf diesem Gebiet kann viel getan werden und zwar mit relativ geringem finanziellem Aufwand, statt immer wieder die gleichen Berichte zu hören. Die Regierung muss sich ein für allemal entscheiden, ob ihre Einstellung gegenüber dem weiteren Bestehen von jüdischen Gemeinden in aller Welt eine Sache von nationaler Bedeutung ist," sagte Melchior.

Keren Hayesod 16-07-2005

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem