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Rav Lau zu Gast bei der Women's Division in Frankfurt:
"Eine Mitzwah, jüdischen Kindern eine jüdische Erziehung zu geben"

Frankfurt (KH) - Es war eine der eher seltenen Gelegenheiten, Rabbiner Israel Meir Lau in Deutschland persönlich zu treffen. Als 8jähriger Junge in Buchenwald befreit, vermeidet er noch heute Aufenthalte im Land der Täter, ist bis heute nicht bereit, in Deutschland zu übernachten. Die Women's Division des Keren Hayesod hatte ihn dennoch gebeten, in Frankfurt anläßlich eines Spendennachmittags zu sprechen.

Es sollte Geld für das "After School Tutorial Program", einem Erziehungsprojekt in Israel gesammelt werden, das Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien nicht nur täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt, sondern ihnen die Möglichkeit bietet, den Kreislauf von Armut, niedrigem Bildungsniveau und Perspektivlosigkeit zu durchbrechen und eine Chance für die Zukunft zu erhalten. Der ehemalige Oberrabbiner von Israel kam nach Frankfurt, die Erziehung von Kindern liegt ihm am Herzen.

Es war ein beeindruckender Nachmittag über der Skyline von Frankfurt. Rabbiner Lau erzählte – ein wenig in der Art der Chassidim – von Menschen, denen er begegnet ist; von dem Gespräch mit der Mutter eines Mannes aus Rußland, der vor dem Rabbinatsgericht beweisen sollte, daß er Jude ist, aber keine schriftlichen Nachweise hatte und von seiner Mutter erzählte, die als Kettenraucherin täglich eine Zigarette in eine Kiste warf, um sie kurz vor Pessach gegen Mehl für Mazzoth einzutauschen; von dem alten Juden in Moskau, dessen sehnlichster Wunsch es war, nach Israel auszuwandern, der aber Rußland nicht verlassen wollte, weil sonst niemand seinen Enkelkindern die Geschichten aus der Torah erzählen würde und ihnen beibringen würde, was es bedeutet Jude zu sein; und von dem 8jährigen Jungen, dessen Eltern bei einem Bussattentat in Jerusalem ermordet wurden und der mit seinem 6 Monate alten Bruder plötzlich alleine auf der Welt war und den er Jahre später bei einer Bar Mitzwah Feier an der Kotel wieder traf.

Rav Lau ist ein genialer Erzähler. Er schafft es, zu den Herzen zu sprechen und so ist es nicht verwunderlich, daß an diesem Nachmittag viele Augen feucht waren. Seine Message brachte Rav Lau rüber, ohne sie formulieren zu müssen: es ist eine Mitzwah, jüdischen Kindern eine jüdische Erziehung zu geben und ihnen zu helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihren Weg zu finden. Die Gäste honorierten es mit großzügigen Spenden für das Projekt.

Die Vorsitzende der Women's Division bedankte sich in ihrer Einführung auch bei den Sponsoren der Veranstaltung Zipi Roitman von Bank Hapoalim, Guy Sachar von Bank Leumi Leisrael, Chanan Silberberg und dem Hotel Interconti.


Rav Lau im Gespräch mit Spenderinnen und Mitgliedern des WD Komitees


Ein Dankeschön an den scheidenden Schaliach: Benny Ilsar mit Mitgliedern
des WD Komitees. (v.l.) Judita Alpar-Maric, Lea Meyer, Rodika Mandel,
Naomi Blank, Esther Rozenberg und Noemi Staszewski

Fotos: Rafael Herlich

Keren Hayesod 07-06-2006