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Erfolgreiche Magbiteröffnung in Frankfurt mit Kritik an den deutschen Medien:
"Einseitige Berichterstattung über Israel ist Teil einer gefährlichen Mischung in Deutschland"

Frankfurt (KH) – Im vollen Ballsaal des Intercontinental in Frankfurt begrüßte Michael Jung vom Frankfurter Magbit-Komitee die Ehrengäste der Magbit-Eröffnung, den außenpolitischen Sprecher der CDU-CSU Fraktion des Deutschen Bundestages und CDU- Präsidiumsmitglied Dr. Wolfgang Schäuble, den Botschafter des Staates Israel Shimon Stein und den Vorsitzenden des Keren Hayesod Deutschland, Dr. Michel Friedman.

In seinem Grußwort ging S.E. Botschafter Stein auf das 40jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ein. Diese Beziehungen hätten sich seit ihrem Beginn sehr positiv entwickelt, auch wenn es nicht immer einfach gewesen wäre. Die besondere Verantwortung, deren sich Deutschland auf Grund der Shoah immer bewusst gewesen sei, würde auch in der Zukunft eine Rolle in den Beziehungen spielen. Aber sie müsse auch auf zusätzliche Säulen gestellt werden. Hier spiele z.B. der Einfluss Deutschlands bei der Gestaltung der EU Politik eine wichtige Rolle. Das hohe Niveau der bilateralen Beziehungen wäre allerdings ohne eine breite Unterstützung seitens der Bevölkerung nicht denkbar gewesen. Hier gäbe es Anlass zur Sorge, wenn man z.B. an die antisemitischen Reden im sächsischen Parlament oder die meist negative Berichterstattung in der deutschen Presse betrachte. Stein würdigte die wichtige Arbeit, die der Keren Hayesod seit seiner Gründung für den Staat Israel geleistet habe und bedankte sich im Namen des Staates Israel bei den Spendern und vor allem auch bei den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement.

Dr. Wolfgang Schäuble nahm in seiner Rede diesen Faden auf. Er unterstrich die positiven Erfahrungen, die er in seiner langen politischen Kariere sowohl als Bundestagsabgeordneter als auch als Regierungsmitglied mit den Beziehungen zu Israel gemacht habe. Nur ein einziges Mal habe er eine Auseinandersetzung mit einem israelischen Botschafter gehabt, als er sich in den 80er Jahren damals als Innenminister für die Zuwanderung von Juden aus der GUS nach Deutschland eingesetzt habe. Juden hätten immer einen bedeutenden Anteil an der Entwicklung aller Bereiche deutscher Kultur und Politik gehabt und er sei weiterhin der Auffassung, dass Deutschland vom positiven Einfluss jüdischer Gemeinden nur profitieren könne. Das Gleiche gälte auch für Europa. Die Europäer müssten begreifen, dass die Werte des christlichen Europas auf dem Judentum basierten. Israel zu unterstützen, als einzige wirkliche Demokratie im Nahen Osten in sicheren und anerkannten Grenzen zu leben, müsse deshalb ein vitales Interesse Europas sein.

Dr. Michel Friedman beschloss die Rednerliste mit einem leidenschaftlichen Aufruf an die Gäste des Abends. Zuvor würdigte er die außergewöhnliche Rolle, die Schäuble als damaliger Innenminister bei der Regelung der Zuwanderungsbestimmungen gespielt habe. Er widersprach ihm allerdings in der Einschätzung, Antisemitismus würde in Deutschland nur noch eine marginale Rolle spielen. Antisemitisches Gedankengut wäre schon lange wieder gesellschaftsfähig. Zusammen mit einer häufig sehr einseitigen Berichterstattung der Medien über Israel wäre dies eine gefährliche Mischung, die ihm große Sorgen bereiten würde. Juden könnten – und dies gelte nicht nur für Deutschland – nur deshalb in relativer Sicherheit in der Diaspora leben, weil sie seit der Gründung des Staates Israel einen Zufluchtsort hätten, der sie jederzeit aufnehmen würde. Alleine schon diese Lebensversicherung verpflichte zur Unterstützung Israels. In Israel würden sich zigtausend von Freiwilligen sozial engagieren oder im Dienste der Sicherheit des Landes stehen. Wir könnten unseren Beitrag dadurch leisten, dass wir mit unseren Spenden die sozialen Härten mildern helfen, jungen Menschen durch die Finanzierung von Ausbildungsprogrammen eine Chance zur Gestaltung ihres Lebens bieten und alten Menschen helfen, in Würde ihren Lebensabend zu bestreiten.

Noemi Staszewski, Vorsitzende des Magbit Frankfurt, hatte in ihrer Begrüßung bereits auf die enormen Anstrengungen hingewiesen, die Israel bei der Integration von mehr als 3 Millionen Einwanderern seit seiner Gründung unternommen habe. Die wirtschaftliche und soziale Krise der letzten Jahre mache eine Unterstützung sozialer Projekte durch die Spender des Keren Hayesod umso notwendiger. Deshalb wird der Magbit Frankfurt dieses Jahr von den gesammelten Spenden das Projekt "Zweite Chance" der Organisation Eden unterstützen, die im Kibbuz Carmiya im Norden des Negev ein Therapie- und Ausbildungszentrum für gefährdete Mädchen einrichten will. (Ausführliche Informationen zu dem Projekt auf der Webseite des Keren Hayesod www.keren-hayesod.de)

Der Abend wurde musikalisch von Gita Chasanova (Klavier) und Alexander Raskin (Violine) sowie der Roman Kuperschmidts Klezmer Band begleitet und endete mit guter Stimmung, nachdem die Preisziehung der Tombola und die Versteigerung einiger Preise noch für Spannung gesorgt hatten.

Der KH-Dank gilt allen Organisatoren dieser Veranstaltung sowie den zahlreichen Sponsoren des Abends und der Tombola.


Der außenpolitische Sprecher der CDU-CSU Fraktion des Deutschen Bundestages und CDU- Präsidiumsmitglied Wolfgang Schäuble (l.) im Gespräch mit dem Botschafter des Staates Israel, Shimon Stein.
(Fotos: Herlich)


KH-Vorsitzender Michel Friedman mit Gattin.


Ein Blick auf die Gäste des Magbit-Abends mit dem Ehrentisch im Vordergrund.


Hörten den Reden sichtlich interessiert zu: Die langjährigen Spender und Freunde des Keren Hayesod Deutschland.

Keren Hayesod 08-04-2005