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NTV-Israel-Korrespondent Ulrich Sahm
Gast des Keren Hayesod
:
"
Im Nahen Osten ist nichts vorhersehbar"

Berlin (KH) – Der Israel-Korrespondent des Nachrichtensenders NTV war bei mehreren Veranstaltungen des Keren Hayesod in Berlin und weiteren Städten Gastredner. Bei der Berliner Veranstaltung freute sich Magbit-Vorsitzender des KH, Nathan Gelbart über das grosse Interesse der Gäste und betonte die Notwendigkeit der Hilfe für Israel durch Spenden.

Weiterhin begrüßte auch Amit Gilad – Pressesprecher der israelischen Botschaft - die Anwesenden
. Den KH stellte jeweils dessen Berliner Repräsentant Udi Lehavi vor. Unterstützt wurde der KH von zahlreichen christlichen Organisationen und Freunden Israels.

Bei einer der KH-Veranstaltungen in und um Berlin, v. l. Israel-Korrespondent Ulrich Sahm, Berlins Magbitvorsitzender Nathan Gelbart, sowie der Pressesprecher der Botschaft Israels, Amit Gilad.

In Osterholz- Scharmbeck, am 2. Dezember, hatte das Ehepaar Goergens die Organisation übernommen.  In Berlin-Reinickendorf, 3. Dezember, hatte das Ehepaar Beuse die Durchführung organisiert. Einladungen waren durch die Kirchen sowie die Brücke Berlin Jerusalem an Interessenten geschickt worden.
Die Veranstaltung in Dresden am 4. Dezember führten die Sächsischen Freunde Israels und die DIG Dresden durch. Höhepunkt war die Veranstaltung in Berlin am 5. Dezember im vollen Saal des Gemeindehauses. Die Veranstaltung organisierte hier der KH Berlin selbst.

Sahm machte in seinen Vorträgen jeweils deutlich, dass er normalerweise keine Prognosen über den Nahen Osten abgebe. "Ich bin noch völlig verwirrt", gab Ulrich Sahm zu, der am Tage des Vortrages direkt aus Israel gekommen war. Obwohl er seit 30 Jahren in Israel wohne und arbeite, würde ihn die Beteiligten im Nahostkonflikt immer wieder mit unvorhersehbaren Handlungen überraschen.


Sprach vor zahlreichen Gästen: NTV-Israel-Korrespondent Ulrich Sahm.
(Fotos
: ess.er / ARGO)

Was hatte den Journalisten verwirrt? "Nach dem Tod des Palästinenserdiktators Arafat hielten die Israelis still, weil sie hofften, dass sich jetzt alles in geordnete Bahnen lenkt. In vorbildlich demokratischer Weise haben die Palästinenser bis zu den Wahlen am 9. Januar 2005 eine Übergangsregierung geschaffen".

"Im Nahen Osten ist immer alles sehr kompliziert, und wenn man eine Erklärung für ein bestimmtes Handeln gefunden hat, muss man immer noch vier andere Erklärungsmöglichkeiten im Hinterkopf behalten", sagte er. In Israel hatte Ministerpräsident Sharon gerade eine Niederlage bei der Abstimmung über seinen Haushalt eingesteckt. Seine Koalitionspartei sei geschlossen zurückgetreten. Damit sei auch in Israel völlig unklar, wie es weiter gehe, weil Sharon nun in totaler Minderheit regiere.

"Ich bin fasziniert davon, wie Menschen mit so unterschiedlichen Mentalitäten und Kulturen auf so engem Raum zusammen leben können, obwohl sie sich immer wieder so grundsätzlich missverstehen", erklärte Sahm. Ihn begeistert, wenn die scheinbar unüberwindbaren Gegensätze sich in manchen Momenten verbinden lassen. "Letztes Jahr Weihnachten habe ich mit meiner jüdischen Frau am Heiligen Abend das Lichterfest gefeiert, auf jiddisch das Markusevangelium gelesen und wir haben von unserem muslimischen Freund ein Stück aus dem Koran gehört", gab er als Beispiel seines persönlich eingeschätzten gelungen Brückenschlages zwischen den Welten an.

Keren Hayesod 18-12-2004