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Mit dem Oberrabbiner von Rom Riccardo Shmuel Di Segni vor dem Titusbogen.

Europäische Women's Division Konferenz in Rom unter dem Motto:
"Ein starkes Israel für eine starke jüdische Zukunft"

Rom (KH) - 65 Frauen aus 8 europäischen Ländern trafen sich Anfang Februar in Rom zur 3. europäischen Women's Division Konferenz, um sich über optimales Fundraising zu informieren, sich über die jeweiligen Erfahrungen in den Kampagnen auszutauschen, gemeinsame Ziele und Projekte zu diskutieren und – nicht zu vergessen – auch ein bisschen Spaß zu haben.

Der Kongress wurde mit dem Eröffnungsdinner eingeläutet, an dem auch viele Frauen der Women's Division in Rom und Vertreter des Keren Hayesod teilnahmen. Gastredner waren Brigadegeneral Ruth Yaron, die Pressesprecherin der israelischen Armee, die über die schwierige Öffentlichkeitsarbeit der IDF vor allem nach Auseinandersetzungen mit bewaffneten Palästinensern sprach und der israelische Botschafter am Vatikan, Oded Ben-Hur, der in seinem Vortrag auf die komplexen Beziehungen Israels mit der katholischen Kirche und die langwierigen Verhandlungen über Antisemitismus und Antijudaismus einging.

Führung von Teams

Die an den folgenden Tagen angebotenen Workshops beschäftigten sich vor allem mit psychologischen und gruppendynamischen Aspekten der Führung von Organisationen, wichtigen Grundlagen der Teamarbeit und Techniken der Gesprächsführung mit Spender/innen. Hierbei entwickelten sich spannende Diskussionen über die notwendigen Eigenschaften einer guten Führungspersönlichkeit und dem Unterschied zu einem Machtmenschen. Der Austausch über neue Ideen zur Akquirierung von Spenden fand neben den Diskussionen über die Berichte aus den nationalen Kampagnen vor allem in vielen persönlichen Gesprächen in den Pausen und während der kulturellen Programme statt. Vor allem während der Abendprogramme und den gemeinsamen Mahlzeiten wurden Ideen und Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Gerade die jungen Frauen brachten viele innovative Vorschläge ein und versuchten, Städte übergreifende Aktionen zu entwickeln. Der etwas touristisch geratene Spaziergang über das Forum Romanum bekam seine besondere Note durch den Vortrag des Oberrabbiners von Rom, Riccardo Shmuel Di Segni, neben dem Titusbogen, in dem er von der über 2000 jährigen Geschichte der jüdischen Gemeinde Roms erzählte.

Erstmals griechische Teilnehmerinnen

Der Kongress bot wie immer bei internationalen Treffen eine ideale Gelegenheit, alte Bekanntschaften aufzufrischen und neue interessante Menschen kennen zu lernen. Neben den schon "klassischen" Teilnehmerinnen aus England, Frankreich und Italien war diesmal eine erfreulich große Gruppe von jungen Frauen aus Spanien dabei, unter ihnen auch einige aus Melilla, der spanischen Enklave in Marokko, in der es eine kleine jüdische Gemeinde mit 800 Menschen gibt sowie zwei Frauen aus Thessaloniki / Griechenland. Während des Rundganges der großen Synagoge in Rom berichteten sie über die Geschichte ihrer Gemeinde in Thessaloniki, die zu 85% von den Nazis ausgerottet wurde, in der heute aber wieder ca. 2000 Juden in einer aktiven jüdischen Gemeinde leben. Wie die Frauen aus Melilla wollen auch sie ein Women's Division Komitee aufbauen und damit u.a. nicht nur zur finanziellen Unterstützung Israels sondern auch zur Stärkung der jüdischen Identität in ihrer Gemeinde beitragen.

Jüdische Identität als Hauptthema

Der Antisemitismus in Europa, die Beziehungen der Diaspora-Gemeinden zu Israel und die Fragen der Bedeutung jüdischer Identität waren zentrale Themen dieses Kongresses. Dina Azulai aus Paris berichtete über die veränderte Atmosphäre in Frankreich, die Verunsicherung der Gemeindemitglieder vor allem auch durch die widersprüchliche Haltung der französischen Regierung gegenüber meist von Islamisten ausgeübten antisemitischen Überfällen und der Tendenz vieler Familien, ihre Kinder nach Israel zur Ausbildung zu schicken. Sara Pachanec erzählte von der Geschichte ihrer muslimischen Familie, die während des 2. Weltkrieges viele jüdische Familien vor den Nazis gerettet hatte – ihre Mutter ist die einzige Muslima, zu deren Ehren ein Baum in der Allee der Gerechten in Yad Vashem gepflanzt wurde – und die während des Bosnienkrieges von der Sochnut (Jewish Agency) zusammen mit vielen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Sarajewo nach Israel ausgeflogen wurden. Sara lebt heute mit ihrer Familie in Jerusalem, ist zum Judentum übergetreten und arbeitet für die Sochnut und den Keren Hayesod.

Nächste WD-Konferenz in Thessaloniki

Die vom Europadirektor des Keren Hayesod Yaakow Snir vorgestellten zentralen Themen der Kampagne 2005 trafen dann auch den Kern der Diskussionen; Israel stärken durch Bekämpfung der sozialen Krise im Land, Förderung von Ausbildungsprogrammen vor allem für Randgruppen und Stärken der jüdischen Identität weltweit. Der Slogan 'ein starkes Israel für eine starke jüdische Zukunft' der diesjährigen Kampagne entsprach der Hauptmotivation der Kongressteilnehmerinnen für ihr Engagement in der Women's Division, die alle der Meinung waren, dass nur ein starkes Israel ein einigermaßen sicheres jüdisches Leben in der Diaspora ermögliche.

Nach einem wunderbaren Abend in einem Privathaus in Rom, zu dem ein Mitglied der Women's Division in Rom die Konferenzteilnehmrinnen eingeladen hatte, endete dieses Treffen mit vielen neuen Ideen und dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben und sich das nächste Mal im November zum Weltkongress der Women's Divison in Israel zu treffen. Die nächste Europäische Konferenz wird 2007 in Thessaloniki stattfinden.


Bei der Verleihung des Lion of Judah an Noemi Staszewski, Vorsitzende der
Women's Divison Frankfurt durch die Weltpräsidentin Joy Cohen aus London
(rechts), ihre Vorgängerin Toya Reimers aus Mexiko, Nicole Weinberg aus
Paris und Luisa Grego aus Mailand.

Keren Hayesod 19-03-2005