|

Im Schatten des Krieges:
Die Lage der
Wirtschaft Israels
Governor der
Bank von Israel: Entschädigungen werden der Regierung 2 - 3 Milliarden
Shekel kosten, sollten die Feindseligkeiten bald enden - Steuereinnahmen
gingen um 1.8 Milliarden Shekel zurück – Sicherheitsausgaben stiegen um etwa
den gleichen Betrag an (NIS 4.4 = $ 1)
Von
Gad Lior Yedioth Aharonoth,
3.
August 2006
"Meine Entscheidung, die Zinsen in Kriegszeiten zu erhöhen, war daraus
ausgerichtet, die Wirtschaft zu schützen. Die weitere wirtschaftliche
Stabilität, nach drei Wochen der Kämpfe, hängt von den politischen
Entscheidungen der Regierung und von unserem Beschluss in Bezug auf die
Zinsen ab. Die Märkte haben zu uns Vertrauen und es ist in der Tat so, dass
Investoren israelische Firmen kaufen, während gleichzeitig die
Auseinandersetzungen anhalten", sagt Stanley Fischer, Governor der Bank von
Israel, der in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit dem Ausbruch der
Feindseligkeiten an die Öffentlichkeit trat.
Fischer warnte davor, dass eine weitere Fortführung der Kämpfe zu einem
schweren Schaden für die Wirtschaft Israels führen könnte. "Wenn wir wegen
der andauernden Feindseligkeiten eine Veränderung in der Wirtschaft
feststellen sollten, müßten wir uns überlegen, welchen Anpassungen wir in
unserer Wirtschaftspolitik vornehmen müssen." Fischer fügte hinzu, dass
unter bestimmten Umständen auch eine Steuererhöhung in Betracht gezogen
werden müsste.
Zum ersten Mal bestätigte Fischer öffentlich, dass er gegen die
Mehrwertsteuerreduzierung von 1 % zu Beginn des vergangenen Monats gewesen
sei, weil er es vorzieht, dass Israel seine Schulden tilgt. Er fügte jedoch
auch hinzu, dass der neue erniedrigte Steuersatz der Bevölkerung im Norden
des Landes nützt und sie davon einen Vorteil hat.
Nach den Angaben des Governors stellen sich die Auswirkungen der
Feindseligkeiten auf die Wirtschaft wie folgt dar:
·
Das Bruttosozialprodukt Israels (Gross National Product - GNP) wird
sich um 0.7%-0.9% verringern, wenn davon ausgegangen wird, dass die
Feindseligkeiten einen Monat andauern.
·
Die wöchentlichen Verluste des Bruttosozialproduktes liegen zwischen NIS 750
Millionen – NIS 1.8 Milliarden.
·
Der Verlust in der Tourismusindustrie wird sich in diesem Jahr auf etwa NIS
1 Milliarde belaufen, weil der Tourismus im Norden des Landes völlig zum
Erliegen gekommen ist.
·
Die Steuereinnahmen werden um etwa 0.3% des Bruttosozialproduktes
zurückgehen, was einer Summe von etwa NIS 1.8 Milliarden entspricht.
·
Die Kosten der gegenwärtigen Kämpfe im Norden belaufen sich auf etwa 0.3%
des Bruttosozialproduktes von Israel, was wiederum NIS 1.8 Milliarden
entspricht.
·
Die Entschädigung, die die Regierung auszahlen muss, wird sich auf etwa 2 –
3 Milliarden Shekel belaufen (vorausgesetzt, die Kämpfe enden in den
nächsten Tagen).
·
Das Haushaltsdefizit wird sich auf etwa 2% belaufen, was im Rahmen liegt.
·
Die Kapital- und Währungsmärkte haben sich stabilisiert und ähneln der
Situation vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten.
·
Das Vertrauen der ausländischen Investoren in die Wirtschaft Israels bleibt
robust.
Nach den Angaben von Fischer ist der Kapital- und Währungsmarkt von Israel
in einer ähnlichen Lage wie in den Tagen zu Beginn des Krieges. Das
Hauptrisiko für eine Abschwächung des Shekel liegt in einer Verschlechterung
der geo-politischen Situation, was ausländische und ansässige Investoren
dazu verleiten könnte, ihr Geld im Ausland anzulegen, wie auch zu einer
weiteren Erhöhung von Risiko-Aufschlägen.
Andrerseits tragen Israels positive mikro-ökonomischen Daten, einschließlich
der starken Haushaltslage in der ersten Jahreshälfte, gemeinsam mit der
weltweiten Erwartung einer weiteren Abschwächung des Dollars, zur
gegenwärtigen Stärke des Shekel bei.
Der Governor stellte weiter fest, dass Kreditbewertungsfirmen verlauten
ließen, dass die Wirtschaft Israels eine sehr starke Ausgangslage hat und
dass mit Hilfe einer verantwortungsbewussten Haushaltspolitik davon
ausgegangen werden darf, dass sich die Kampfhandlungen im Norden des Landes
nur sehr begrenzt auf die Wirtschaft Israels auswirken werden. Die
Kreditbewertungsfirmen merkten jedoch auch an, dass diese Schätzungen auf
der Annahme beruhen, dass die Feindseligkeiten von kurzer Dauer sind und
sich nicht auf weitere Länder in der Region ausdehnen werden.
Auswirkungen
der Feindseligkeiten auf die Wirtschaft Israels
|
2%
Defizit des diesjährigen Haushaltsbudgets |
1
Milliarde
Shekel wöchentlicher Verlust des Bruttosozialproduktes |
1
Milliarde
Shekel Verlust der Tourismusindustrie im Norden des Landes |
|
1.8
Milliarden Shekel
Rückgang an Steuereinnahmen |
1.8
Milliarden Shekel
Kosten wegen der Feindseligkeiten im Norden |
2-3
Milliarden Shekel
Regierungs-Entschädigung
(Unter der Voraussetzung eines schnellen Endes der Feindseligkeiten) |
Keren Hayesod 06-08-2006
|