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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Alleine lebende Soldaten sind eine besondere Gruppe:
Gelebt für den zionistischen Traum, Gefallen für die Verteidigung von Israel

Von Amiram Barkat und Daphna Berman, Haaretz, 03.08.2006

Drei Soldaten, die ohne ihre Familien in Israel leben, (ihre offizielle Bezeichnung lautet "alleine im Land lebender Soldat – lone soldier) sind seit dem Beginn der Feindseligkeiten im Norden Israels gefallen und zwei weitere sind verwundet worden. Am vergangenen Dienstag fiel Unteroffizier Yonatan Vlasyuk aus der Ukraine, der in einer Elite-Einheit diente und bei einer Familie im Kibbuz Lahav wohnte, die ihn adoptiert hatte. Einen Tag später fiel Unteroffizier Assaf Namer aus Australien von der Golani-Brigade, und am folgenden Dienstag darauf fiel Unteroffizier Michael Levin aus den USA, er war ein Fallschirmjäger. Bei dem gleichen Einsatz wurde ein weiterer alleine lebender Soldat, Yonatan Marcus, verwundet. Ein anderer alleine lebender Soldat, Ilan Grapel, er stammt aus Queens, New York, wurde bei dem Kampf um Taibe neben weiteren 19 Kameraden verwundet.

Major Avital Knacht, die sich in der Personalabteilung der IDF um diese alleine lebenden Soldaten kümmert, sagt, dass die IDF keine Informationen über die Zahl der alleine lebenden Soldaten oder über die Zahl jener, die in Kampfeinheiten dienen, herausgibt. Aber sie gibt zu verstehen, dass die Zahl unter alleine lebenden Soldaten, die in Kampfeinheiten dienen wollen, höher ist, als unter Rekruten aus der allgemeinen Bevölkerung. Knacht sagt, dass die hier alleine lebenden Soldaten "nach Israel kommen, um ihr Bestes zu geben, und der beste Weg dies zu tun ist der Dienst bei Kampfeinheiten."

Aharon Horwitz, ein früherer alleine hier lebender Soldat aus Cleveland, sagt, dass er als Teenager das Gefühl hatte, dass "Israel ein jüdischer Staat ist und deshalb habe ich gedacht, dass auch ich die Verantwortung dafür hatte, ihm zu dienen." Er sagt, dass ihn seine Eltern unterstützt haben, aber "es war schwer für meine Mutter, so weit von mir entfernt zu sein und nicht zu wissen, wo ich mich befand. Einige meiner alleine lebenden Freunde und Soldaten hatten Eltern, die sie weniger unterstützten und das machte alles nur noch schwieriger."

Nach den Worten von Horwitz waren die Soldaten, die aus den USA stammten, mit die am stärksten idealistisch eingestellten Soldaten, die er in seiner IDF-Dienstzeit getroffen hatte. "Sie waren immer dazu bereit, freiwilligen Küchendienst zu schieben. Sie waren sehr motiviert, weil sie Freiwillige waren, und sie stellten damit eine besondere Einzelgruppe dar." Während er von seinem Bett im Rambam Medical Center in Haifa auf Hebräisch mit einem deutlichen amerikanischen Akzent im Militärstil spricht, erzählt Grapel weiter, dass er sich, nachdem er sich dazu entschlossen hatte nach einem einjährigen Studium an der Ben-Gurion-Universität in die Armee einzutreten, dafür entschied, in einer Kampfeinheit zu dienen. Grapel, dessen Vater Israeli ist, hat einen Grossvater in Tel Aviv und entfernte Verwandte in Hod Hasharon; doch Ruthie, eine Jugendfreundin seines Vaters Danny, öffnete ihm ihr Heim und sie wurde zu seiner Adoptiv-Familie.

Als Grapel seinen Eltern sagte, dass er in einer Kampfeinheit dienen wollte, nahm es sein Vater gelassen auf während seine Mutter Irene voller Angst war. "Aber sie hatte schon Angst um mich, bevor ich in die Armee eintrat, weil ich die Busse benutzte", sagt Grapel weiter.

Josh Sekenofsky, ein alleine lebender Soldat aus England und ein Zimmernachbar von Michael Levin, gab zu, dass es manchmal schwierig ist, so weit entfernt von der Familie in der Armee zu dienen. "Es kann einsam sein, wenn man keinen Dienst hat und man mit sich selbst beschäftigt ist. Aber für Mikey und mich war es etwas, was wir schon immer tun wollten. Wir hörten die Nachrichten im Ausland über Israel und es ging uns so nahe, dass wir irgendwann nicht mehr die Nachrichten hören konnten und uns dafür entschieden, etwas selbst zu tun."

Schätzungsweise 2300 alleine lebende Soldaten dienen gegenwärtig in der IDF, die meisten von ihnen kommen aus der früheren Sowjet-Union. Aber es dienen auch Soldaten aus westlichen Ländern, einschliesslich etwa 120 junge Männer, die aus den USA stammen. Einige von ihnen sind die Söhne von Israelis, die im Ausland leben, aber die meisten hatten vor ihrem Dienstantritt keine frühere Beziehung zu Israel.

Die meisten kommen nach Israel in der Absicht, hier zu leben, aber einige kommen lediglich, um in der Armee zu dienen.

"Einerseits bin ich stolz darauf, weil ich mein ganzes Leben lang damit verbrachte, unsere Kinder als Zionisten grosszuziehen", sagt Marla Comet-Stark, die in Ohio lebt und deren Sohn gerade an einem Grundlehrgang in Givati teilnimmt. "Aber andererseits meine ich auch sagen zu müssen, dass alles nur Spass war, ich habe nicht den ganzen Zionismus gemeint – es gibt auch andere Wege und Möglichkeiten, Israel zu helfen."

Tziki Aud, der für viele alleine lebende Soldaten als Adoptiv-Vater dient, und auch Leiter des Informationszentrums für neue Einwanderer bei der Jewish Agency ist, kennt Michael und seine Freunde gut. "Diese Menschen kamen lediglich aus ideologischen Gründen und weil sie Zionisten sind, ins Land", sagt er. Sie haben keine wirtschaftlichen Interessen und hätten mehr Geld verdienen können, wenn sie in den USA geblieben wären. Ihre Freunde gingen zur Universität, aber sie entschlossen sich dazu, Aliyah zu machen (nach Israel auszuwandern). Manchmal kamen diese Soldaten ohne die Unterstützung ihrer Familien. Ihre Eltern leben in den USA und wenn sie erst einmal hierher gekommen sind, werden ihre Freunde zu ihren Familien."

Yaakov Seligman, 20, trat im März dieses Jahres in die Armee ein und liess seine Familie und Freunde in Südflorida zurück. Er war in einem religiösen Haus aufgewachsen, er besuchte jüdische und zionistische Schulen und sagt, dass er immer davon geträumt hat, nach Israel zu ziehen. Die meisten seiner früheren Klassenkameraden leben in den USA, geniessen das entspannte Leben eines amerikanischen Universitäts-Studenten. Aber Seligman sagt, dass er etwas "bedeutsameres" tut. "Meine Eltern", sagt er, "sind stolz, aber sie haben Angst."

Keren Hayesod 03-08-2006

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem