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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Der Staat Israel im Dienst der Menschlichkeit:
Die "stillen" Botschafter arbeiten in der ganzen Welt

Von Ilil Shachar, Ma'ariv

Mitarbeiter des Zentrums für internationale Zusammenarbeit des Außenministeriums von Israel reisen alleine zu langfristigen Missionen in Gegenden in aller Welt, die über kein Leitungswasser verfügen, keine englisch sprechenden Bürger aufweisen oder keine diplomatischen Beziehungen zu Israel eingerichtet haben. Sie sorgen für die Wiedereingliederung von Prostituierten in Kambodscha, legen Sümpfe in Usbekistan trocken und heilen Blinde in Afrika. Es ist schon erstaunlich, zu welchen Opfern wir bereit sind, nur um eine einzige Stimme in den Vereinten Nationen für uns zu gewinnen.

In einer Zeit, in der Israel von der Welt als die Quelle des Bösen und Gewalt angesehen wird, hat es das Land schwer, seine Lage verständlich zu machen und es muss sich auf die Vereinigten Staaten und auf das abgelegene Inselreich Mikronesien als seine einzigen Verbündeten verlassen, während gleichzeitig einzelne Israelis in der ganzen Welt Erfolge erzielen, von denen eintausend Botschafter nur träumen können. In Israel werden sie ganz einfach als "Diplomaten" oder die besten "Gesandten" genannt. In ihren Bestimmungsorten werden sie jedoch als nichts Geringeres als Engel angesehen. Sie sind Mitarbeiter des Zentrums für internationale Zusammenarbeit des Außenministeriums, die ein Produkt vermarkten, das in Israel unnötig geworden ist – "Pioniergeist". Israel ist daran beteiligt, in einer wachsenden Zahl von Entwicklungsländern weit entfernt von den Cocktailparties der EU und ermüdenden UN-Sitzungen, Wüsten zum Blühen zu bringen.

Nachdem Israel über mehrere Jahrzehnte hinweg Tausende von Tonnen an Waffen und Munition über Länder der 3. Welt ausgeschüttet hat, begann das Land kürzlich damit, seinen wichtigsten Rohstoff zu exportieren – Jüdische Intelligenz und technisches Wissen. Israelische Farmer, die tiefer und tiefer in Schulden versinken und vor wachsenden finanziellen Schwierigkeiten stehen, verlassen ihre Farmen und übernehmen steinige Felder in Kambodscha und die Prairien von Kasachstan und Usbekistan, wo sie hoch entwickelte landwirtschaftliche Projekte gründen, die für die örtliche Bevölkerung neue Arbeitsplätze bedeuten. Diese Geschichte hat jedoch ein glückliches Ende.

Die Prostituierten-Farm

Eines der merkwürdigsten Projekte Israels wurde vor fünf Jahren gestartet, hundert Kilometer von Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh entfernt. Es ist das Ergebnis eines außergewöhnlichen Gemeinschaftsunternehmens zwischen dem israelischen Außenministerium und 40 kambodschanischen Prostituierten, die sich dazu entschlossen hatten, das älteste Gewerbe der Welt aufgeben und einen moderneren Beruf zu erlernen – es handelt sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb, der sich darauf spezialisiert hat Soja-Produkte, Milchersatzstoffe, Cashewnüsse, Tomaten und Auberginen anzubauen. Das Außenministerium war von der kambodschanischen Regierung um Hilfe gebeten worden und hatte sich dazu entschlossen, dort eine Farm zu gründen, die Teil eines Projektes ist, um die wachsende Prostitution im Land einzudämmen. Die Frauen wurden in die Geheimnisse der modernen israelischen Landwirtschaft eingeführt und entsprechend ausgebildet und sie leben auf der Farm als eine unabhängige Gemeinschaft, Männern ist der Aufenthalt auf dem Betriebsgelände nicht gestattet.

Das Dorf wurde von Yitzchak Yitzchak, Mitarbeiter des Außenministeriums, entworfen, der auch auf die Gestaltung der Häuser, Felder und Gärten Einfluss nahm. Die Frauen konnten erst dann einziehen, als auch der letzte Schreiner mit dem Bau der hölzernen Hütten fertig geworden war. Die Zeit der Resozialisierung war nicht einfach. Die größte Schwierigkeit bestand darin, den kambodschanischen Prostituierten vor allem mit Zeichensprache beizubringen, wie das Land mit modernen landwirtschaftlichen Anbaumethoden bestellt werden kann. "Sie stellten mir einen Übersetzer zur Verfügung, aber sein Englisch bestand nur aus wenigen Worten", erinnert sich Yitzchak. " Ich versammelte die Frauen in einer der Hütten und sie saßen auf dem Boden, ich versuchte ihnen die Dinge mit einigen einfachen Worten und vielen Handzeichen zu erklären."
Diese Bemühungen trugen bald Früchte, oder um es genauer auszudrücken, Gemüse. Mit Hilfe der israelischen Berater begannen die Frauen Soja-Bohnen und Reis anzubauen. "Während der Regenzeit wird das Land überschwemmt, und in dieser Zeit bauen sie Reis an. In den anderen sechs Monaten des Jahres bauen sie Soja-Bohnen an, aus denen sie Milch gewinnen. In wenigen Jahren werden die Cashew-Bäume beginnen, Früchte zu tragen und in der Zwischenzeit bauen sie auch Gemüse, vor allem Tomaten und Auberginen, an, die für ihren eigenen Konsum bestimmt sind", sagt Yitzchak stolz.

"Auf diese Weise versorgen sie sich selbst. Für ihre Arbeit auf der Farm erhielt jede der Frauen Hunderte von Dollars. Das ist für diese Frauen ein Vermögen, die bis vor kurzen von der Hand in den Mund gelebt haben. Die Frauen sind etwa 30 Jahre alt, aber sie sehen älter als 50 Jahre aus, was auf ihre Vergangenheit und die harten Lebensbedingungen in der Region zurückzuführen ist", wie ihr israelischer Ausbilder sagt. "Das Dorf unterhält eine Schulklasse, deren Kinder von einigen dieser Frauen zur Welt gebracht wurden. Zweimal pro Woche kommt eine Krankenschwester, die sie untersucht und sie medizinisch nach Bedarf versorgt."

Diese neuen Farmer, die bis vor wenigen Jahren ihr Geld auf dem Straßenstrich verdient hatten, haben jetzt damit begonnen, ihr neu gewonnenes Wissen ihren Gemeinschaften zugute kommen zu lassen. "Sie helfen den örtlichen Bauern auf vielfältige Art und Weise. Sie haben zum Beispiel eine Maschine, die den Reis von den Reisstängeln trennt, die sie wiederum an die Dorfbewohner vermieten, die diese benötigen", sagt Yitzchak.

Dieses ungewöhnliche Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem israelischen Außenministerium und einer christlich-französischen Organisation, die von Pierre Tami, einem Missionar, geleitet wird. Als Tami in Phnom Penh ankam, sah er das ernste Problem der Prostitution und entschloss sich dazu, etwas dagegen zu unternehmen. Die harte Armut hatte viele Mädchen dazu gezwungen, einige von ihnen im jungen Alter von 13 – 14 Jahren, als Prostituierte zu arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen.

Kambodscha ist auch der Beschützer für Frauen aus Laos und dem Norden geworden, die der Prostitution nachgehen, um sich auf ihrer Reise in den Süden ernähren zu können. Tami bat die Regierung darum, ihm ein Stück Land zuzuteilen, um diese Frauen zu resozialisieren und er erhielt eine kleine Insel. Die erste Gruppe von 40 Frauen handelte vorwiegend mit handwerklichen Gegenständen und männliche Farmer kamen ab und zu auf die Felder, um diese zu bestellen, und sie ermöglichten es den Frauen damit, sich selbst einmal in der Bestellung der Felder zu versuchen. Die Männer pflügten Furchen mit Hilfe von Zugtieren und dann verließen sie die Insel wieder. Dieser Versuch der Landwirtschaft, der für die Gemeinschaft der Schlüssel zum Erfolg hätte werden können, schlug jedoch kläglich fehl. Den Frauen gelang es nicht, genug Ernte einzufahren, um sich selbst zu ernähren und den Rest an die benachbarten Dörfer zu verkaufen.

Das israelische Außenministerium hörte von dem Projekt vor fünf Jahren und stimmte zu, freiwillig israelisches Know-how einzubringen, um dieses Unternehmen zum Erfolg werden zu lassen. "Ich kam auf der Insel an und erkannte, dass dieser Ort zu klein für sie alle war, um hier eine ausreichende Anzahl von Produkten anbauen zu können", erinnert sich Yitzchak. "Wir baten die kambodschanische Regierung darum, uns ein anderes größeres Gebiet zur Verfügung zu stellen und wir erhielten ein Stück Land, das etwa einhundert Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt."

Heute, etwa ein Jahr nachdem er das Dorf verlassen hat, halt er über Email Kontakt mit den Frauen. "Das Geschäft steht gegenwärtig auf wackligen Beinen", sagt er, "aber ich hoffe, dass sie zurecht kommen. Ich würde gerne dorthin reisen, um ihnen zu helfen, aber unsere Reisen wurden wegen den Haushaltskürzungen des Außenministeriums gestrichen. Es wäre schade, wenn das Geschäft nicht bestehen würde, besonders nachdem ich das Gefühl hatte, dass es mir gelungen war, die Begeisterung bei den Frauen zu wecken und ich ihnen gezeigt habe, dass sie auch anders leben können."

Yitzchak, ein Moshav-Farmer aus Pitchat Shalom nahe dem Gaza Streifen, arbeitet seit acht Jahren für das Außenministerium, als damals seine Farm in finanzielle Schwierigkeiten geriet. "Als ich Probleme bekam, hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder sich meinem Schicksal ergeben oder das Schicksal in meine eigenen Hände nehmen und meine wirtschaftlichen Probleme bewältigen. Ich sah eine Anzeige, in der landwirtschaftliche Fachleute für Eritrea gesucht wurden und entschloss mich, dorthin zu gehen." Nachdem er vier Jahre in Eritrea verbracht hatte, wurde er auf die Philippinen geschickt und danach nach Kambodscha. Yitzchak wird bald zu einer weiteren Mission aufbrechen, um ein ähnliches Resozialisierungs-Dorf in Kenia aufzubauen. "Ich entwerfe Bananen- und Mango-Plantagen für sie."

Vier Tage der Angst

Wie Yitzchak werden jedes Jahr Dutzende von Israelis vom Zentrum für Internationale Zusammenarbeit des Außenministeriums in entfernte Gegenden geschickt, um einige der schwächsten Bevölkerungsgruppen der Welt beizustehen und ihnen zu helfen. Im Abstand von jeweils wenigen Monaten macht sich ein Team von israelischen Augenärzten auf, um im Rahmen eines Marathons mit Katarakt-Augenoperationen Menschen zu helfen, die sich eine derartige Operation eigentlich nicht leisten können. Wegen der Kosten und der langen Schlangen, die dabei entstehen, hat das Außenministerium eine einzigartige Vorgabe herausgegeben, nach der die israelischen Chirurgen den Katarakt nur aus einem Auge entfernen und damit die Sehkraft nur in einem Auge jedes Patienten wiederherstellen. Zu Chanukka flogen Dr. Irit Rosenblatt vom Hasharon Hospital und Dr. Michal Kremer vom Beilinson Medical Center nach Yaoundé in Kamerun, um Katarakt-Operationen an 50 blinden Bettlern durchzuführen. "Was an diesen Lagern so besonders ist, ist der Umstand, dass wir innerhalb von 30 Minuten mit einer relativ einfachen Operation blinde Markt-Bettler in arbeitsfähige Menschen verwandeln können", sagt Rosenblatt. "Bereits einen Tag nach dem Eingriff sieht man diese Menschen an den Marktständen vorbeigehen und sie zeigen jedem, dass sie nicht mehr blind sind."

Dies ist keine gewöhnliche Operation, da Blindheit, eine besonders schwere Behinderung, besonders in Afrika verbreitet ist und wegen des Mangels an Sozialeinrichtungen oft zum Tod führt. Ein Mensch mit guter Sehkraft in einem Auge kann gut damit leben und deshalb entschlossen wir uns dazu, nur ein Auge jedes blinden Patienten zu behandeln, so frustrierend dies auch sein mag, einfach weil unsere Möglichkeiten beschränkt sind. Ein junges Mädchen folgte mir bei meinem Aufenthalt überall hin und rief auf Französisch, "Doktor, Doktor, operiere mich auch auf dem anderen Auge. Ich werde dich verfolgen, bis du mein anderes Auge auch operiert hast." Es war herzzerreißend, aber wir konnten keine Ausnahmen machen", erinnert sich Rosenblatt.

Wogegen in Israel vor allem ältere Menschen an Katarakten leiden, ist es in Afrika ganz gewöhnlich, dass Menschen bereits im Alter von 50 Jahren daran erkranken. Viele junge Menschen erblinden bereits in ihren 20er Jahren, was auf Komplikationen bei ihrer Diabetes zurückzuführen ist, die nicht richtig behandelt wird, und auch in diesen Fällen hat das israelische Team ihre Sehkraft wieder hergestellt. "Wir kommen mit unserer gesamten Ausrüstung an, bauen innerhalb von 3-4 Stunden einen Operationssaal auf und beginnen zu arbeiten", sagt Rosenblatt. "Nur die dringendsten Fälle kommen von alleine zu uns und werden zuerst behandelt, weil andere sich fürchten, besonders wenn sie sehen, dass wir weibliche Chirurgen sind. "Wenn sie erst einmal erkennen, dass die Operationen zu 100 % erfolgreich sind, kommen immer mehr Patienten, die um die Operation bitten. Unsere Möglichkeiten sind jedoch beschränkt und im Laufe von zwei Wochen in einem derartigen Lager können wir etwa 50 Patienten operieren."

Rosenblatt, Leiterin der Augenabteilung des Hasharon Hospitals am Rabin Medical Center, nahm bereits zum dritten Mal an dem Augen-Operationslager teil. Vor vier Jahren reiste sie nach Mauretanien, ein moslemisches Land, das diplomatische Beziehungen mit Israel unterhält, obwohl es zur arabischen Liga gehört. Sie nahm auch an einem "Augenlager" in Mozambique teil. Rosenblatt erinnert sich an die heftigen Gefühle, die sie erfüllten, als sie einer der Patienten umarmte und sagte, "Jetzt kann ich wieder arbeiten und meine Kinder werden nicht mehr hungern."

Rosenblatt wird eine Zeit lang das letzte Augenbehandlungslager in Kamerun nicht vergessen können. Eine der israelischen Chirurginnen schnitt sich mit einem Operationsskalpell, das vom Blut des Patienten verschmutzt war. "10% der Bevölkerung von Kamerun ist mit dem AIDS-Virus infiziert und es bestand deshalb aus gutem Grund der Verdacht, dass sich der Arzt auch angesteckt hatte. Wir nahmen sofort Blutproben von allen Patienten und warteten voller Angst auf das Labor-Ergebnis." Gleichzeitig erhielt die betroffene Ärztin eine vorbeugende Behandlung gegen die Ausbreitung des Virus in ihrem Körper, die einen besonderen Cocktail beinhaltete, der innerhalb von 12 Stunden nach der Infektion eingenommen werden muss. "Wir warteten voller Anspannung auf das Untersuchungsergebnis und auch als sich herausstellte, dass alle Patienten gesund waren, schickten wir die Proben nach Israel, um sie dort noch einmal überprüfen zu lassen." Es dauerte weitere vier Tage, bis endlich die Bestätigung aus Israel eintraf, dass das Skalpell nicht infiziert worden war und dann erst konnten die Ärzte erleichtert aufatmen.

Die National-Stiftung von Usbekistan

Während sich Israel über den Irrtum aufregt, die Sümpfe des Hula Tales trocken gelegt zu haben, versucht Usbekistan, seine Prairien trocken zu legen. Offenbar sind ist die Gattung der Sumpftrockenlegungs-Experten noch nicht ausgestorben und solche Experten sind nach wie vor verfügbar. Gershon Goffer, Moshav-Farmer und ein früheres Mitglied der besten Aufklärungseinheit der IDF, reiste nach Usbekistan, um die dortigen Bauern in die Berufs-Geheimnisse der Pionier-Sumpftrockenlegungsexperten einzuweihen. In vielen Teilen von Usbekistan überflutet Wasser im Sommer große Teile des Landes und macht es für die Landwirtschaft unbrauchbar.

"Wir versuchen mit biologischen Mitteln die Sümpfe trocken zu legen, genauso wie es die Pioniere hier zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts taten", sagt Goffer, fügt jedoch hinzu, dass sie statt des australischen Eukalyptusbaumes die amerikanische Pappel verwenden, für die in der Holzindustrie große Nachfrage besteht. "Wir haben die Pappel-Setzlinge aus den Vereinigten Staaten importiert. Diese Bäume nehmen viel Wasser auf und wachsen in salzhaltiger Erde schnell. Wir ziehen auch Setzlinge in Glashäusern auf, die wir vor Ort errichtet haben. Wir haben bereits 400 Dunam bepflanzt und bisher haben sich die Setzlinge gut eingelebt und sie wachsen schnell."

Die Bäume, die von den Einheimischen vorher gepflanzt worden waren, kippten um, weil der Boden nicht fest genug ist. Der Plan sieht vor, dass die Wälder innerhalb von fünf bis sechs Jahren wirtschaftlich nutzbar werden, weil ab dann das Holz von der Möbelindustrie verwendet werden kann.

Bevor er nach Usbekistan ging, züchtete Goffer Rosen im Moshav Nir Banim, und davor arbeitete er als Förster für den Jüdischen National-Fond (Keren Kayemet). "Ich hörte davon, dass sie nach jemandem suchten, der über Erfahrung in der Glashaus-Landwirtschaft und Waldbewirtschaftung verfügte, und so entschloss ich mich, es zu versuchen." Goffer, 46 und geschieden, ließ seine vier Kinder in Israel zurück und besucht sie alle vier Monate. Gleichzeitig hat er eine neue Familie gegründet. "Ich heiratete eine Frau aus der Gegend und wir haben einen einjährigen Sohn. Wenn ich dieses Jahr nach Israel zurückkehre, werden sie mit mir kommen. Meine Frau ist eine Sportlerin. Sie war usbekischer Meister im Kajak. Unser Sohn spricht Hebräisch und sagt "Ima" und "Abba".

Goffer verliebte sich in das Volk von Usbekistan. "Sie sind schnelle Lerner aber sie arbeiten mit einer anderen Geschwindigkeit. Alles ist hier langsamer und es ist nicht leicht, etwas grundlegend zu ändern. Sie müssen davon überzeugt werden, dass unsere modernen Anbaumethoden funktionieren. Zum Beispiel zeigte ich ihnen, dass die Düngung des Bodens diesen fruchtbarer macht. Zuerst verstanden sie nicht, warum dies nötig sein sollte, aber sie waren davon überzeugt als sie Ergebnisse sahen. Das Problem liegt darin, dass es hier nichts gibt. Nirgendwo kann man eine neue Leitung kaufen, wenn diese ersetzt werden muss und wir müssen die Ersatzteile aus Israel bestellen. Die Wasserhähne sind alte russische Ausführungen. Es fehlt an jeglicher minimaler Ausrüstung.

Trotz seiner Probleme hat Goffer keine Eile seine Koffer zu packen, und obwohl er Israel vermisst, ist er sich nicht sicher, ob er dort für längere Zeit zurückkehren wird. "Es ist sehr schwer, sich in Israel als Farmer den Lebensunterhalt zu verdienen und ich suche nach interessanten Herausforderungen. Ich liebe es, neue Projekte anzuschieben, etwas Neues zu tun, das bisher niemand zuvor versucht hat. Ich habe ein Drittel meines Lebens außerhalb von Israel verbracht. Ich habe in Afrika, Süd-Amerika und auf Hawaii gelebt. Ich liebe es, in einem neuen Ort anzukommen, die Sprache zu lernen und sich einzuleben."

Mit einem Dollar am Tag zu leben

Emanuel Libin, ein Doktor der Ökonomie, wurde nicht entsandt, um das Finanzsystem von Kasachstan zu reformieren oder um eine Zentralbank zu gründen. Er gründete vielmehr eine einzigartige Molkerei in der Wüste des Landes, in der weibliche Kamele gemolken werden. "Obwohl Kamelmilch nicht koscher ist, ist sie doch ganz besonders gesund", sagt er ganz begeistert. "Wir gründeten die einzige Molkerei in der Welt, die Yoghurt aus Kamelmilch produziert." Libin bildet auch örtliche Milchbauern darin aus, die Milchproduktion zu erhöhen. "Wir sahen, dass jede Kuh jährlich 2000 Liter Milch produziert, während in Israel jede Kuh jährlich 5000 Liter Milch erbringt. Wir entschlossen uns, ihnen beizubringen, wie sie die Milchproduktion der örtlichen Kühe erhöhen konnten."

Nach den Worten von Libin hat Israel, seit es vor fünf Jahren im Kasachstan aktiv wurde, bereits Waren und Produkte im Wert von mehren Millionen Schekel für örtliche Firmen exportiert. "Diese beinhalten Stahlprodukte, Saatprodukte und sogar Rohmaterialien und wissenschaftliche Formeln zur Produktion von Säften und Milchprodukten aus Israel." Libin geht davon aus, dass viele israelische Firmen versuchen werden, in Kasachstan eine Vertretung zur gründen, um von dort aus mit anderen Ländern Handel treiben zu können. "Der Export von Israel konzentriert sich heute vor allem auf westliche Länder. Von Kasachstan aus wird es ihnen jedoch möglich sein, nach Indien und China zu exportieren und die Lieferkosten zu verringern.

Israels humanitäre Projekte sind in Kasachstan sehr angesehen trotz der Anwesenheit von Hilfsorganisation aus den USA und aus Holland. "Kein anderes Land schickt Fachleute für einen Zeitraum von zwei Jahren in eine bestimmte Region, um den Menschen vor Ort mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Viele Hilfsorganisationen starten kurzfristige Projekte und fahren dann wieder weg. Unsere Projekte werden als die besten angesehen, weil sie die erfolgreichsten sind. In vielen Fällen waren wir erfolgreich, wo andere versagt haben. Tatsächlich ist es so, dass ich wegen unseres Erfolges zum Mitglied der Regierungskommission zur Entwicklung von Kasachstan ernannt wurde."

Dr. Yizchak Bejerano, 64, wurde vor fast zwei Jahren vom Zentrum für Internationale Zusammenarbeit nach Aral in den Kasachstan entsandt, eine Region, die unter schweren wirtschaftlichen Problemen litt, da der Aral-Binnensee auszutrocknen begann und sich die Gegend in eine trockene Wüste verwandelte. Bejerano, aus dem Kibbuz Nit David, wurde darum gebeten, das Unmögliche zu schaffen und die Landwirtschaft zu entwickeln, damit die örtliche Bevölkerung hier weiterhin eine Lebensgrundlage hat. Er lebt seitdem in einer kleinen Stadt mit kaum 1000 Einwohnern, die über kein fließendes Wasser oder andere grundlegende sanitäre Einrichtungen verfügt. "Dies ist keine einfache Aufgabe. Wasser muss aus dem Wasser in Eimern herangeschafft werden und die Menschen verrichten ihre Notdurft in Bodenlöchern."

Trotz der harten Bedingungen hat Bejerano in den vergangenen beiden Jahren viel erreicht. Er hat ein Fischzucht-Institut eingerichtet, mit dem in Zukunft Fischeier in die Seen der Region ausgesetzt werden sollen und den Tausenden von Fischern Arbeit bieten werden, die arbeitslos wurden als der Binnensee auszutrocknen begann. Bejerano hat ein modernes Glashaus errichtet, in dem Gurken herangezogen werden, und er hat eine Waldstation gegründet, mit der Bäume zum Nutzen der Bevölkerung gepflanzt werden sollen. "Die Menschen hier sind sehr arm. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 50% und der durchschnittliche Verdienst liegt bei täglich $1-3. Es ist nicht leicht, mit derartig wenig Geld eine Familie zu unterstützen, auch hier nicht."

Trotz seines langen Aufenthaltes ist Bejerano bisher nicht der örtlichen Sprache, Russisch, mächtig geworden und kann sich deshalb kaum mit der örtlichen Bevölkerung unterhalten. Das Außenministerium hat deshalb ein "örtliches" Genie angeworben, das ihm als Übersetzer dient. "Dieser 20jährige begleitet mich überall hin. Er wird in der Gegend als "Genie" angesehen, weil niemand sonst in der Region Englisch spricht. Um überleben zu können, lernte ich etwas Russisch und kann jetzt sogar auf dem Markt auf Russisch einkaufen."

Bejerano hat ein Allradfahrzeug zu seiner Verfügung, das ihm die Überbrückung großer Entfernungen ermöglicht. "Jede Fahrt von den Fischfarm zur den Glashäusern ist 150 km weit. Die Entfernungen hier sind groß und wenn der Jeep mitten in der Gegend stecken bleibt, kann das sehr stressig sein. Es gibt keine Werkstätten und für die Reifen gibt es nur manuelle Pumpen. Die Provinz, in der ich lebe, ist größer als der Staat Israel."

Die große Kälte und die ausgeprägte Armut in der Region haben zur Abholzung von Tausenden von Bäumen geführt. "Die Temperaturen fallen im Winter unter 20°C und die örtliche Bevölkerung fällt die Bäume, um zu heizen. Um zu überleben, nutzen sie alles, was der Boden hervorbringt." Bejerano beschloss, Bäume zu pflanzen, um das ökologische Gleichgewicht der Gegend zu verbessern, ein Schritt der anfangs von der örtlichen Bevölkerung nicht besonders gern gesehen wurde. "Als ich zuerst damit begann, sah ich, dass sie alles wieder entwurzelten, was ich gepflanzt hatte, oder sie brachten ihre Herde zur Fütterung und damit wurden die Setzlinge zerstört. Ich wurde schließlich dazu gezwungen, Wachen um die Wälder aufzustellen und die Bäume begannen schließlich zu wachsen."

Bejeranos landwirtschaftliche Reformen beinhalteten die allmähliche Einführung von modernen Technologien, um zu verhindern, dass das Land von der Hilfe Israels abhängig wird. "Manchmal wird moderne Technologie zu schnell eingeführt und die örtliche Bevölkerung kann damit nicht umgehen. Das ganze System bricht darauf zusammen sobald die externen Berater die Gegend verlassen. Es ist besser, einige der neuen Technologien außer Acht zu lassen, weil das Ziel darin besteht, sie unabhängig zu machen und ihnen beizubringen, ihre natürlichen Grundlagen zu bewahren. "Das moderne bewässerte Glashaus wird vor allem dazu verwendet, Tomaten und Gurken heranzuziehen. Es liegt nicht weit von Baikonur entfernt, der russischen Raumfahrtstartanlage, von wo vor kurzem der Amos 2 Satellit gestartet wurde, und russische Wissenschaftler sind offenbar völlig vom "israelischen" Gemüse abhängig geworden, das auf dem Markt der Stadt verkauft wird.

Bejerano, der in Israel ein Fischlabor für das Landwirtschaftsministerium leitete, hat keine Probleme, seine Entscheidung zu rechtfertigen, das bequeme Leben in Israel für die wilde Umgebung in Kasachstan einzutauschen. "Nach 30 Jahren im Labor hörte ich davon, dass jemand gesucht wurde, dieses Projekt zu leiten. Ich war ein Reiseführer für die Geographic Touring Company und führte mehrere Touren in Kenia und Tansania. Ich empfinde abgelegene Stellen als faszinierend und so bot ich mich an, diese Aufgabe zu übernehmen. Die Bevölkerung ist faszinierend, aber es ist nicht einfach, unter Menschen zu leben, die dich nicht verstehen und die auch du kaum verstehst. Wenn man ein Kibbuznik ist, wird das ganze nur noch schwieriger. Man ist die ganze Zeit über alleine. Wenn die Nacht hereinbricht, verriegele ich die Türe und schlafe in der Hütte. Es ist auch nicht leicht, mit Israel Kontakt aufrecht zu erhalten. Die Telefon-Leitungen sind hier völlig veraltet, sie sind in einem Zustand wie die vor 40 Jahren. Sie fallen ständig herunter und es gibt keine Möglichkeit mit Mobiles zu telefonieren.

Ich brauchte ein Jahr, bevor ich eine Verbindung zum Internet herstellen konnte. Es ist eine Gelegenheit, viel über sich selbst zu erfahren und über seine Fähigkeit, mit der Einsamkeit fertig zu werden. Ich höre Musik und lese viel. Es gibt aber auch Dinge hier, die man bewundern muss, trotz der vorherrschenden Armut und der Erbärmlichkeit. Die Menschen hier sind gut angezogen und machen einen gepflegten Eindruck und sie sehen eigentlich wie Menschen aus den Westen aus. Diejenigen, die hier geboren wurden, kennen nichts anderes."

Kurse für "Botschafter"

Israels humanitäre Projekte müssen oft für die erfolglosen politischen Aktivitäten einstehen und befreien Israel aus Situationen der Verlegenheit. Nach der Annullierung ihres Falcon-Flugzeug-Abkommens mit China, das zu einer diplomatischen Krise zwischen den beiden Ländern führte und China verärgerte und verletzte, beschloss der seinerzeitige Außenminister Shimon Peres die Chinesen zu entschädigen, indem er landwirtschaftliche Farmen im ganzen Land einrichten ließ und damit den Schaden verringerte, der durch die Absage Israels entstanden war, dem Land Aufklärungsflugzeuge zu verkaufen.

Darüber hinaus ermöglichen es diese Projekte israelischen Firmen, sich neue Märkte zu erschließen. Eine Studie, die von Dr. Ran Friedman durchgeführt wurde, einem Wirtschaftswissenschaftler, zeigte, dass für jeden Dollar, den das Außenministerium in die Aktivitäten des Zentrums für Internationale Zusammenarbeit investierte, Israels Export im Wert von $ 34 Dollar wuchs. Länder, die von diesen Projekten Nutzen zogen, setzen israelische Ausrüstung ein und kaufen diese auch nach Beendigung des eigentlichen Projektes weiter in Israel ein. Eine weiter in die Tiefe gehende Studie, die vom Außenministerium durchgeführt wurde, zeigte, dass jeder Dollar, der in Länder der 3. Welt investiert wurde, die wiederum Hilfe von Israel in Anspruch nahmen, fast 20 $ an Verzinsung bringt.

Darüber hinaus stellt das Außenministerium fest, das sich einige der Länder, die gegenwärtig von Israel gefördert werden, entwickeln und wirtschaftlich unabhängig werden. "So wird zum Beispiel nach den Vorhersagen erwartet, dass Kasachstan eine wirtschaftliche Großmacht wird. Das Land hat Rohstoffe wie Gold, Uran, Öl und Kohle. Es ist ein großes Land mit viel Wasser", sagt der Leiter des Zentrums, Arik Arazi.

Weiterhin haben die inoffiziellen Kontakte, die vom Zentrum hergestellt wurden, die Grundlage dafür geschaffen, dass Länder, die mit Israel bisher keine diplomatischen Beziehungen hatten, diese nunmehr eingerichtet haben. So fördert das Außenministerium gegenwärtig Farmer in den Trockenregionen von Senegal, Mali, Niger, Burkina Faso und Chad in West-Afrika. Das Ministerium ist davon überzeugt, dass dieses Projekt der erste Schritt auf dem Weg der vollen diplomatischen Beziehungen mit diesen Ländern darstellt.

In diesem Jahr wurde der Haushalt des Zentrums von NIS 50 Millionen auf NIS 35 Millionen beschnitten, was das Zentrum gezwungen hat, seine Aktivitäten drastisch zu einzuschränken. "Es ist schade. Die Zahl der Kurse, die wir abhalten, wurde um fast 50 % in diesem Jahr gesenkt. Statt der 116 Kurse, die für Teilnehmer aus 112 Ländern abgehalten wurden, haben wir in diesem Jahr nur noch 50 Kurse", sagt Arazi. Jede Person, die an einem dieser Kurse der Regierung teilnimmt, wird unser Botschafter. Einige der Personen, die an unseren Kursen in ihrer Jugend teilgenommen haben, sind zu Kursleitern, Ministern oder leitenden Beamten in ihren jeweiligen Ländern geworden und es ganz offensichtlich, dass sie für die Unterstützung von Israel werben.

Was das Budget betrifft, sagt Arazi, dass große Projekte, wie das kürzlich gegründete Hospital für Krebspatienten in Mauretanien, oder die neue Intensivstation in einem Krankenhaus in der Hauptstadt von Jordanien, Amman, die Leben gerettet und das Ansehen Israels gesteigert haben, in der nahen Zukunft nicht mehr umzusetzen sein werden.

Trotz der Haushaltskürzungen sagen Stimmen des Außenministeriums, dass Außenminister Silvan Shalom die Aktivitäten des Zentrums für besonders wichtig hält. Minister Shalom trat kürzlich eine Reise nach Afrika an, die erste dieser Art in einem Zeitraum von 12 Jahren, in dem kein israelischer Außenminister den Schwarzen Kontinent besucht hatte. Während eines Treffens mit dem Präsidenten von Äthiopien, schlug Shalom vor, dass Israel einige medizinische Projekte ins Leben ruft und bei der Aufforstung des Landes Hilfe leistet, was für dieses Land ein wichtiges Thema ist. Als Gegenleistung hofft Israel Äthiopiens Stimme in der UN zu gewinnen.

Im Gegensatz zu Ländern des Nahen Ostens, die die Unterstützung aller Unternehmungen Israels als Förderung seiner imperialistischen Ziele ansehen, haben sich Dutzende von Ländern an Israel um Hilfe gewandt. Eine kleine Gruppe von Israelis, die sich in verschiedenen Ländern der Welt befinden, gründete örtliche Zweige unter dem Namen "Chibat Zion" (Lovers of Zion).

Keren Hayesod 15-05-2004

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem