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KRIEGSGEFAHR AM GOLF:
Sharon befürchtet irakischen Raketenangriff
Jerusalem
(AP) - Israels Premierminister Ariel Sharon fürchtet bei Beginn
eines Irak-Kriegs Raketenangriffe aus dem Irak.
Im Falle eines
Irak-Kriegs besteht nach Einschätzung des israelischen Ministerpräsidenten
Ariel Scharon die Gefahr eines irakischen Raketenangriffs auf Israel.
Zugleich betonte Scharon aber am Montag bei einer Zivilschutzübung, die
Bürger müssten sich keine Sorgen machen. "Wenn Israel angegriffen werden
sollte, wird es sich zu verteidigen wissen".
Die israelische
Zeitung "Maariv" berichtete am Montag, die israelische Armee habe bereits
Ziele für den Fall eines Vergeltungsangriffs gegen den Irak festgelegt.
Generalstabschef Mosche Jaalon soll danach die Streitkräfte angewiesen
haben, sämtliche Planungen für die Zivil- und die militärische Verteidigung
des Landes bis zum Jahresende abzuschließen.
Die israelische
Regierung und die Armeeführung haben mehrfach deutlich gemacht, dass sie nur
im Falle eines irakischen Angriffs mit Massenvernichtungswaffen einen
Gegenschlag gegen Bagdad planen. Verteidigungsminister Schaul Mofas betonte
nach Gesprächen in Washington, selbst in diesem Falle gebe es "nicht
zwangsläufig einen automatischen Vergeltungsschlag". Israelische Experten
gehen von einem Angriff der USA auf den Irak nicht vor Anfang Februar aus.
Israelische Zeitungen veröffentlichten allerdings am Montag schon
Anweisungen an die Bevölkerung im Fall eines Raketenangriffs.
Den Berichten
zufolge will das Gesundheitsministerium innerhalb kürzester Zeit
entscheiden, ob die gesamte Bevölkerung gegen Pocken geimpft werden soll.
Eine solche Impfaktion könnte innerhalb von einer Woche abgeschlossen
werden. Bislang sind etwa 15 000 Mitarbeiter des israelischen
Gesundheitssystems gegen die lebensgefährliche Infektionskrankheit geimpft
worden.
Die Zeitung
"Maariv berichtete weiter, dass Israel für Vergeltungsschläge gegen Bagdad
Kampfflugzeuge vom Typ F-15 einsetzen wolle, die in den USA speziell für
Israel modifiziert wurden. Sie sollen in der Lage sein, mit einer schweren
Bombenlast bis in den Irak zu fliegen, ohne dass ein Auftankmanöver nötig
wäre. Die israelische Luftwaffe hatte bereits 1981 den im Bau befindlichen
irakischen Atomreaktor Osirak mit Kampfflugzeugen zerstört. Israel verfügt
nach unbestätigten Berichten auch über zahlreiche Mittelstreckenraketen, die
vermutlich auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden könnten.
Der israelische
Außenminister Benjamin Netanjahu versicherte unterdessen während eines
Moskau- Besuchs, Israel werde an seinem Friedenskurs in Nahost festhalten.
Sein russischer Amtskollege Igor Iwanow kündigte an, dass das Quartett der
Friedensvermittler - USA, Russland, EU und Uno - Anfang Februar einen
"Streckenplan" für eine Friedenslösung aufstellen wollen.
Netanjahu sagte am
Montag nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Iwanow, Israel
sei vollkommen auf eine Friedenslösung in der Nahost-Region orientiert.
Dabei sei auch unwichtig, wer die Palästinenser anführe, wurde Netanjahu von
der Agentur Interfax zitiert. Zu Beginn seines Besuchs gedachte Netanjahu
der Opfer des Geiseldramas im Musical-Theater "Nord-Ost".
Russland wie Israel "werden von den Schlägen des Terrors getroffen,
aber sie kämpfen tapfer mit ihm und werden nicht einlenken", sagte
Netanjahu.
(Quelle: AP,
SPIEGEL ONLINE)
Keren Hayesod 23-12-2002
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