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Israel Update SOLIDARITÄT AKTUELL
05-06-2001

ERKLÄRUNG DER KH-FÜHRUNG 
zum Terror-Anschlag in Tel Aviv

"Kraft aus der 
Katastrophe schöpfen!"

“Neueinwanderer werden von einer 
Nation im Kriegszustand aufgenommen.”
Diese Schlagzeile stammt nicht etwa vom dieswöchigen Leitartikel der JERUSALEM POST, und bezieht sich nicht auf den Anschlag in der Diskothek des Tel Aviver Delphinariums, bei dem 20 Jugendliche, der Großteil davon Neueinwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion sowie ein junges Mädchen aus Kolumbien, ums Leben gekommen sind. Sie erschien vielmehr am 21.1.1991, als Saddam Husseins Skud-Raketen täglich in Tel Aviv einschlugen.

Zusammen mit dem KH-Welt-Vorsitzendem Avi Pazner (3. v. l.) besuchte eine Delegation des Keren Hayesod im Rahmen der Solidaritätskonferenz Opfer der jüngsten Terroranschläge in Israel und überreichte ihnen Spenden zur Sicherung ihres weiteren Lebensweges in ihrer Heimat.

So ist es in Israel immer schon gewesen: selbst in schwersten Zeiten, selbst dann, wenn Krieg und Terroranschläge das verletzten, was uns am Teuersten ist, unsere jungen Menschen, kamen weiter Neueinwanderer ins Land. Sie kamen und sie werden auch weiterhin kommen. Dazu wurde der Staat Israel gegründet, dafür arbeitet der Keren Hayesod.

Der Anschlag, der den Staat Israel erschütterte, gehörte zu den grausamsten, die wir je erlebt haben. Die Feuerhölle traf eine Gruppe von Gymnasiasten, Einwanderer aus der Sowjetunion, die sich an einem heißen Sommerabend amüsieren, und für ein paar Stunden den schulischen Leistungsdruck vergessen wollten. Bei einem Teil dieser Jungen und Mädchen handelte es sich um Einzelkinder, deren Familien nach Israel gekommen waren, damit sie in einem jüdischen Land aufwachsen können. Sie kamen an den Strand von Tel Aviv, um einen Abend mit Tanzen und Spaß zu erleben. Wenige Tage später sollten sie über ihren Abiturprüfungen schwitzen, wenige Monate später schon ihren Militärdienst antreten. Aber die Zukunft von Roman, Irena, Marina, Alexej und all ihrer Freunde wurde an diesem Abend jäh ausgelöscht.

Dutzende von Neueinwanderern sind seit Ausbruch der Unruhen im Oktober 2000 ermordet worden. Der Terror unterscheidet nicht zwischen Alteingesessenen und Neueinwanderern. Noch zu gut erinnern wir uns alle daran, daß einer der beiden Opfer der Lynchaktion von Ramallah, Wladimir Nurzitch war, ein Neueinwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Wir alle sorgen uns um die Zukunft des fünfjährigen Sascha, dessen Familie zerstört wurde, nachdem sein Vater bei dem Bombenanschlag in Netanya vor zwei Wochen ums Leben gekommen, und seine Mutter dabei schwer verletzt worden ist. Wir alle erinnern uns an Leutnant Gadi Marsche, jenen äthiopischen Offizier,der im Dezember in Gaza getötet wurde - bei seiner Beerdigung sagte seine Schwester Rivka, sie sähe “sein Lächeln noch aus dem Sarg”.

Es war ein beispiellos beeindruckender Anblick, die Beherrschtheit der Familien zu erleben, deren außergewöhnliche Stärke zu sehen, angesichts des grenzenlosen Leids, das über sie gekommen war.

Diese Menschen sind untrennbar mit Israel als ihre neue Heimat verbunden: Aus einer in dieser Woche veröffentlichen Studie geht hervor, daß 69% der Neueinwanderer fühlen, ihre Verbundenheit mit dem Land sei seit Ausbruch der Intifada stärker geworden, und 81% erklärten sogar, sie seien trotz der Sicherheitslage zufrieden, ins Land eingewandert zu sein.

Diese Menschen verdienen Ihre Hilfe und Unterstützung. Wir bitten Sie um Spenden, damit der Keren Hayesod diesen Bürgern Israels auch weiterhin helfen und zur Seite stehen kann, bei der Eingliederung in ihre neue Heimat.

Avi Pazner 
Welt-Vorsitzender

Daniel Liwerant
Vorsitzender, World Board of Trustees

Gad Ben-Ari
Generaldirektor