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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Sonder-Update Nr. 8
19. Februar 2003

Die irakische Bedrohung für Israel

"Der Februar bietet die letzte Möglichkeit,
sich vorzubereiten"
Yosef Mishlav, Leiter des Heimat-Front-Kommandos

Schaden für die israelische Wirtschaft könnte sich auf
NIS 5 Milliarden ($1 Milliarde) belaufen

Quellen im Wirtschaftsministerium haben mitgeteilt, sollte der Krieg gegen den Irak kurz sein und Israel nicht hineingezogen werden, würden sich die Kosten für Israel auf mehrere hundert Millionen Schekel belaufen. Sollte der Krieg jedoch länger dauern und Israel angegriffen werden – so könnten sich die Kosten auf Milliarden Schekel belaufen, einige Schätzungen gehen von bis zu NIS 5 Milliarden aus. Der Hauptschaden wird im Verteidigungsbereich erwartet, da die Ausgaben für die Verteidigung NIS 3 Milliarden ($600 Millionen) pro Monat betragen könnten.

Zusätzlich würde ein Angriff auf Israel zu einem "Exodus" der Einwohner aus dem Zentrum des Landes führen, was wiederum einen starken Rückgang der Produktion und den Verlust von Hunderten von Millionen Dollar pro Woche verursachen würde. Die Wirtschaft würde auch geschädigt werden, weil die Menschen nicht einkaufen werden und gewisse wirtschaftliche Bereiche würden völlig gelähmt, was einen Verlust zwischen NIS 500 Millionen bis NIS 1 Milliarde pro Monat verursachen würde. Der Schaden für den Tourismus würde anhalten und sich wöchentlich auf mehr als zehn Millionen Dollar belaufen.

"Die Heimat-Front ist auf den Krieg vorbereitet"

Oberst Uzi Buchbinder vom Heimat-Front-Kommando sagt, dass das Land auf einen möglichen Angriff des Irak gut vorbereitet sei. Nach der Rede von US-Außenminister Colin Powell bei den Vereinten Nationen, in der die Informationen, die er enthüllte, den Informationen des israelischen Geheimdienstes entsprachen, gab es einen scharfen Anstieg der Zahl der Bürger, die sich bei Verteilungszentren für Gasmasken einfanden oder sich über deren Lage und Öffnungszeiten informierten. Oberst Buchbinder sagte, dass es gegenwärtig nicht nötig sei, abgedichtete Räume vorzubereiten; es gäbe auch keinen Grund für unnötigen Druck. Es wird genügend Zeit geben, die Räume vorzubereiten, wenn dies als nötig erachtet würde. Viele Menschen haben bereits solchen Vorbereitungen getroffen.

Im Laufe des Monats Februar wird es eine landesweite Übung in den Schulen geben, bei denen alle Schüler das Betreten von Schutzräumen und das Verhalten bei verschiedenen Szenerien im Falle eines irakischen Angriffes auf Israel üben werden. Das Heimatfront-Kommando sagt, dass ausländische Arbeiter in besonders gekennzeichneten Kaufhäusern und in Postämtern Gasmasken für NIS 200 erhalten können. Neu angekommene Einwanderer erhalten ihre Masken in den Eingliederungs-Zentren.

Bis jetzt haben 3.5 Millionen Menschen ihre alten Gasmasken in 40 Stationen gegen neue eingetauscht, pro Tag waren es 20.000 Menschen.
30% der Bevölkerung haben bereits abgedichtete Räume vorbereitet. Von der IDF produzierte Verhaltensbroschüren bei einem Notfall sind über die Post an jede israelische Familie verteilt worden. Das Heimatfront-Kommando sagt, dass wenige Tage vor einem Angriff Filme vorgeführt werden, in denen die Vorbereitungen für eine Notfall-Situation erläutert werden.

In den letzten Tagen hat die Luftwaffe ihre Bereitschaft angesichts der Besorgnis über einen möglichen irakischen "Überraschungsschlag" erhöht. Dies geschah nach der Rede von Powell, in der dieser andeutete, dass die Möglichkeit besteht, dass irakische Flugzeuge versuchen könnten, in den israelischen Luftraum noch vor einem amerikanischen Angriff auf den Irak einzudringen.

Die Heimat-Front: "Bereiten Sie Ihre Schutzräume vor"

Yosef Mishlav, Leiter des Heimat-Front-Kommandos, sagte, dass der Februar der letzte Zeitpunkt sei, um endgültige Vorbereitungen für die Heimatfront zu treffen. "Wer dies kann, sollte die Schutzräume vorbereiten. Wer dies nicht tut, könnte verletzt werden", sagte er. Mishlav sagte auch, dass die Alarmanlagen fertiggestellt worden seien, sodaß die Bevölkerung innerhalb von Sekunden nach einem erfolgten Angriff in die Schutzräume geschickt werden kann.

"Wir haben verschiedene Übungen durchgeführt und tun dies weiterhin, um den Einschlagsort einer Rakete zu entdecken und zu identifizieren, was innerhalb weniger Minuten nach dem Einschlag der Fall sein könnte. Das Ziel besteht darin, die Mannschaften so schnell wie möglich an den Ort des Einschlags zu bringen, damit wir die Bürger so schnell wie möglich aus den Schutzräumen entlassen können," sagte Mishlav.

Ein leitender Offizier des Heimat-Front-Kommandos sagte, dass es Zeit für die Mensch sei, sich Nylon-Planen und Klebeband (zum Abdichten von Räumen) zu kaufen und diese im Augenblick Zuhause aufzubewahren. Wenn wir das Signal geben, die Räume abzudichten, sagte er, werden sie dann in der Lage sein, dies ohne Panik und Schlagen in den Läden zu tun.

Eine besondere Einheit wurde gegründet, die in einem Notfall Medikamente in dicht besiedelten Gebieten bereitstellen würde, wo es eine hohe Konzentration von Kindern gibt, um so erste Hilfe für Menschen leisten zu können, die längere Zeit in ihren Häusern bleiben müssen.

Luftwaffen-Kommandeur Dan Halutz sagte, dass die Zahl der Flugzeuge, die sich in 24-Stunden Bereitschaft befinden, erhöht worden ist.

Gemeinsamer Israel-U.S.-Raketen-Test erfolgreich

6 Patriot-Raketen wurden von israelischen und amerikanischen Batterien abgefeuert und trafen ihre Ziele, unbemannte Flugzeuge, im Rahmen einer gemeinsamen amerikanischen und israelischen Übung unter dem Namen Jennifer Cobra, und die darauf abzielte, die Luftraum über Israel zu schützen.
Bei der Übung schlossen sich zwei israelische Chetz-Batterien den für den Notfall stationieren Patriot-Batterien an und übten verschiedene Szenerien in bezug auf den Abschuß von Boden-Boden-Raketen gegen Israel. Daran nahm auch ein amerikanisches Radarschiff teil, dass zusätzliche Warnzeit bereitstellt sowie weitere Kapazitäten, um feindliche Raketen zu identifizieren. Alle Raketen trafen ihre Ziele.

Vor der Übung wurde an die Presse eine Mitteilung ausgegeben, entweder um eine Panik unter den Anwohnern zu verhindern oder um Saddam zu signalisieren, dass die Schlinge um seinen Hals enger wird.

Sonderanweisungen für Kindergarten-Personal und Sonderschullehrer bei einer Notlage

Im Falle einer Notlage werden an das Kindergarten-Personal und an Sonderschullehrer und ihre Assistenten Notfall-Arbeitsanweisungen erteilt, sagte Unterrichtsminister Limor Livnat während einer Übung. Die Übung, die im "Lage-Raum" des Unterrichtsministeriums durchgeführt wurde, beinhaltete Situationen wie das Verhalten bei einem Raketenangriff oder im Falle des Abschusses von Katyusha-Raketen auf Wohngebiete. Während der Übung mußten verschiedene Mannschaften von regionalen Einsatzzentren auf Situationen reagieren, wie den Schichtbetrieb von Schulen, die Behandlung von verwundeten Kindern und ihre Evakuierung in Krankenhäuser, das Abhalten von flexiblen Studienplänen, die Beseitigung von Spannungen unter Schülern, und wie man sich Eltern gegenüber verhält, die darum bitten, ihre Kinder im Laufe des Tages vom Schulbesuch zu befreien. Wenn der Tag des Angriffes näher rückt, wird entschieden, ob Schulen in den ersten Tagen nach einem solchen Angriff geschlossen werden.
1.6 Millionen Schüler haben das Verhalten auf verschiedene Formen der Bedrohung geübt und auch wie man sich am besten davor schützt.

Luxus-Hotels dienen als Not-Krankenhäuser

Fünf-Sterne-Hotels am Strand von Tel Aviv und Herzylia werden auf die Möglichkeit vorbereitet, dass sie jene Patienten aufnehmen müssen, die die Kapazität der Krankenhäuser übersteigen, falls es zu einem tödlichen irakischen Angriff kommen sollte. Die Hotels haben sich dazu verpflichtet, ihre Schutzräume für einen längeren Aufenthalt der Patienten bereitzuhalten. Einige Krankenhäuser haben den Hotels bereits Ausrüstung und Feldbetten zur Verfügung gestellt.

Unter den Krankenhäusern, die solche Vorbereitungen getroffen haben, befinden sich das Beililinson in Petah Tikva, das einige seiner Patienten in das Dan Accadia Hotel in Herzylia Pituach verlegen wird; Ichilov in Tel Aviv wird seine Patienten in das Tel Aviv Sheraton verlegen und Wolfson hat eine Vereinbarung mit dem Dan Panorama Hotel in Tel Aviv getroffen.

Das Büro des Ministerpräsidenten richtet ein Kriegs-"Informations-System" ein

Ein nationales Informationssystem wurde eröffnet und von Ministerpräsident Ariel Sharon in Betrieb genommen. Es wird die Öffentlichkeitsarbeit und Informations-Aufgaben der Ministerien für Verteidigung, Außenpolitik, Gesundheit, Innenpolitik und Umwelt koordinieren wie auch für das Zentrum für örtliche Verwaltungsarbeit, das Büro der Sprecherin der IDF, die Polizei und weitere Verwaltungsstellen zuständig sein. Dieses Informations-Koordinierungs-Forum wird täglich im Vorfeld des sich abzeichnenden Krieges mit dem Irak zusammentreten und entscheiden, wie die Öffentlichkeit über die Medien informiert werden soll. Die Sprecherin der IDF, Brigadegeneral Ruth Yaron wurde zum "Nationalen Beruhiger" ernannt, die die Öffentlichkeit informieren wird, wie sie sich im Falle eines Raketen-Angriffes gegen Israel verhalten soll. General Amos Gilad wurde zum offiziellen nationalen Sprecher nach einem Angriff ernannt.

Egged Bus-Fahrer übten das Fahren mit angelegten Gas-Masken

Die IDF hat Hunderte von ‘Egged’-Bus-Fahrern darin unterwiesen, wie sie mit angelegten Gasmasken und Schutzanzügen fahren können, damit sie in der Lage sind, Menschen im Falle eines Raketenangriffes mit chemischen Waffen zu evakuieren. Ein leitender IDF-Sprecher erklärte, dass im Falle eines chemischen Raketen-Einschlages in einer Wohngegend, es den Bewohnern der Gegend untersagt ist, diese mit ihren Privatfahrzeugen zu verlassen.

Israel hat den Aufbau eines medizinischen Notfall-Systems abgeschlossen, das auf Hubschrauber der Luftwaffe und auf Boote der Marine basiert, die in der Lage sind, Blutkonserven und medizinische Ausrüstung schnell in betroffene Gebiete während des Krieges zu befördern, falls es nötig werden sollte, viele Verwundete zu behandeln. Auch hat das Arbeits- und Sozialministerium Notarbeitsanweisungen für Mitarbeiter zusammengestellt, die in Fabriken arbeiten, in denen Medikamente hergestellt werden und die Verteidigungs- und Gesundheitsministerien haben ihre Vorräte an Medikamenten und medizinischer Ausrüstung im Falle eines Angriffes geschützt untergebracht.

Eine weitere strategische Entscheidung liegt darin, dass Jerusalem zu einer "Stadt der Zuflucht" für die Bewohner des Dan (Tel Aviv)-Gebietes im Falle eines Raketenangriffes erklärt wurde. Das Problem besteht darin, dass in allen Hotels um Jerusalem herum fast keine Räume zur Verfügung stehen.

Blinde erhalten Verhaltens-Broschüren in Braille

600 Verhaltensbroschüren in Braille wurden an blinde Personen in Israel verteilt, die in der Lage sind, Braille zu lesen. Neben der Broschüre werden sie eine aufgezeichnete Verhaltens-Anweisung erhalten, die an alle 30,000 blinde Personen in Israel verteilt wird. Die Anweisungen enthalten Informationen, wie man sich in einem Notfall zu verhalten hat und wie ihre Blindenhunde zu beruhigen sind, wenn die Alarmsirenen heulen. Zusätzlich werden 200,000 taube, behinderte, geistig behinderte und weitere behinderte Personen, einschließlich 50,000 Behinderte der IDF, Anweisungsmaterial erhalten. Weiterhin werden besondere Informationszentren für behinderte Menschen eingerichtet, die von Freiwilligen geleitet werden und 24 Stunden rund um die Uhr geöffnet sind.

Ausländische Botschaften bereiten sich auf die Evakuierung von Mitarbeitern und Staatsbürgern vor

Mehrere Botschaften bereiten sich darauf vor, nicht dringend benötigte Mitarbeiter und Familien von Diplomaten zu evakuieren, da der Tag des Angriffs auf den Irak näher rückt. Im Gespräch für den möglichen Beginn der Evakuierung ist der 15. Februar. Einige spielen mit dem Gedanken, ihre Aktivitäten in Hotels in Eilat oder Taba zu verlegen. Die Amerikaner haben das Gerücht bestritten, nach dem sie planen würden, für eine begrenzte Zeit nach Eilat zu ziehen. Mindestens zwei Botschafter haben um Erlaubnis gebeten, den Krieg über in Ägypten bleiben zu können. Alle Diplomaten und ihre Familien sind jedoch mit Gasmasken ausgestattet worden. Ländern der Europäischen Union haben ihre Bürger, die in Jordanien leben, dazu aufgerufen, das Königreich bis zum 15. Februar zu verlassen und in ihre Heimatländer zurückzukehren.

Andererseits zieht es der britische Botschafter Cooper-Coles vor, in seiner offiziellen Residenz in Ramat Gan während des Krieges gegen den Irak zu bleiben und er wird die Aktivitäten der Botschaft nicht nach Eilat oder Jerusalem verlegen. Es wird davon ausgegangen, dass das britische Außenministerium es britischen Staatsbürgern empfehlen wird, Israel bei Beginn des Krieges gegen den Irak zu verlassen, während es entbehrliches Botschafter-Personal gestattet wird, nach Jerusalem oder Eilat umzuziehen. Botschafter Cooper-Coles sagte in fließendem Hebräisch, dass er und seine Frau keine Angst haben, in Tel Aviv und Ramat Gan zu bleiben. Sie sind davon überzeugt, dass die amerikanischen und britischen Einsatzkräfte ihre Aufgaben schnell im West-Irak erledigen und Saddam Hussein daran hindern werden, Israel anzugreifen.

Israel über die Diaspora-Gemeinden besorgt

Israel ist besorgt, dass die jüdischen Gemeinden im Ausland das Ziel von anti-westlicher Gewalt oder Terror-Angriffen im Fall eines US-Krieges gegen den Irak werden könnten, und hat diese Besorgnis einigen Ländern mitgeteilt, wie offizielle Stellen in Jerusalem sagten. Die jüdischen Gemeinden in Marokko und Tunesien gehören zu den Orten, über die man besorgt ist. Es gibt noch etwa 4.000 Juden in Nord-Afrika. Aber, so die Offiziellen, dies seien nicht die einzigen Orte, worüber man besorgt sei. Die Offiziellen sagten, dass gegenwärtig lediglich Vorsichtsmaßnahmen diskutiert würden.

"Wenn Israel mit dem Krieg gegen den Irak in Verbindung gebracht wird, dann könnte es Anschläge gegen Juden geben," sagte der Offizielle. "Darin liegt nichts Neues. Israel bittet die offiziellen Stellen lediglich darum, den Bedürfnissen der Gemeinden gerecht zu werden."

Keren Hayesod 19-02-2003

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem