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Presseschau des
Keren haYesod
Jerusalem

Zurück bleiben die Trauer und die Erinnerung an geliebte und im Libanon gefallene Soldaten:
Die Geschichte von drei 20jährigen Witwen ohne Eheringe

aus Yedioth Aharonoth - Wochenende-Beilage vom 04. August 06

Statt unter dem Hochzeitsbaldachin zu stehen, außer sich vor Glück, standen sie, völlig geschockt, an den Gräbern der Männer, die sie heiraten wollten - Statt ihre Hochzeitsreisen zu buchen mussten sie trauern - Shirs Alexei war Soldat im gepanzerten Korps, Sabinas Sasha diente in der Golani Brigade und Sharons Yiftach war ein Fallschirmjäger - Yedioths "Wochenende-Beilage" traf die drei 20jährigen Witwen – Witwen ohne Trauringe – die sich unter psychischen Schmerzen und Tränen äußerten

Sie wollten gerade heiraten. Sabina Schlein hatte sich ihre weißes Hochzeitskleid ausgesucht und einen hellen Anzug für ihren Bräutigam, Oberleutnant Alex (Sasha) Schwartzman gefunden. Shir Aviram wollte Sergeant Alexei Kushnirsky mit einer zivilen Hochzeitsfeier im Ausland heiraten. Sharon Shalit träumte von ihrer Hochzeitsreise mit ihrem Verlobten, Oberleutnant Yiftach Schreier.

Aber dann begannen die Kämpfe im Libanon und alle Hochzeitspläne verwandelten sich in Gespräche über den Krieg.  Sasha von der Golani-Brigade, Alexei im gepanzerten Korps und  Yiftach, der Fallschirmjäger, versprachen ihren Bräuten, dass sie bald wieder nachhause zurückkehren würden. Aber Sasha wurde bei den Kämpfen um Bint Jbeil tödlich verwundet, Alexeis Panzer fuhr über eine Landmine und explodierte und Yiftach wurde direkt von einer SAGGER-Rakete getroffen. Innerhalb weniger Tage hatte der Todesengel die drei Soldaten heimgesucht und innerhalb des Bruchteils einer Sekunde blieben die drei jungen Frauen, 20jährige Soldatinnen, zurück mit ihren verlorenen Träumen sich ein wundervolles Haus zu schaffen, einen kleinen Garten und wunderbare Kinder.

Eine kurze Zeit, nachdem sich ihre Welt völlig verändert hatte, trafen sich Shir Aviram, Sharon Shalit und Sabina Schlein zum ersten Mal. Das Zusammentreffen, das von Yedioth Aharonot arrangiert worden war, fand in der Wohnung in Rishon Lezion statt, die Sasha Schwartzman kurz vor seinem Tod, als Flüchtling vor den Katuscha-Raketen, die in Akko, seiner Heimatstadt niedergingen, gemietet hatte. Jetzt und hier gab es keine Katuscha-Raketen und auch keinen Sasha mehr.

Shir und Sharon steigen die Stufen zum oberen Stockwerk hinauf. Sabina sieht sie am Eingang und zuerst sehen sie sich stumm an, von Gesicht zu Gesicht, die Augen voller Tränen. Inmitten der bedrückenden Stille gehen sie in einen kleinen Raum und werfen sich auf ein Doppelbett.

Drei jungen Frauen. Drei zerbrochene Herzen. Ein einziges, geteiltes Leid.

" Ich werde zu dir zurückkommen, zu dir, für immer.
Ich komme zu dir zurück, mein Liebling. Ich verspreche es."
(Die letzte SMS-Botschaft, die von Oberstleutnant Sasha Schwartzman an Sabina um 6 nachmittags geschickt wurde, kurz bevor er fiel.)

Am Donnerstag zwei Wochen zuvor (ausgehend vom 4. August, Anmerk. d. Red.), besuchte Sasha Schwartzman (23), stellvertretender Abteilungs-Kommandeur des Golani 50 Battalions, Sabina. Er hatte sich ein Armee-Fahrzeug genommen und war den ganzen Weg zur Wohnung seiner Verlobten gerast. Wie glücklich sie gewesen war, ihn zu sehen. Sie wollte nicht, dass er am nächsten Morgen zur Armee zurückkehrte und überredete ihn dazu, die Nacht über bei ihr zu verbringen. Und  Sasha hatte sie gebeten, keine Angst zu haben, weil alles in Ordnung gehen würde dort, im Libanon. Um sie in Sicherheit zu wiegen, war er die Nacht über bei ihr geblieben und hatte sie ganz eng in seinen Armen gehalten.

Einige Tage später schaltete Sabina den Fernseher ein und erfuhr, dass die Armee Verluste bei Bint Jbeil erlitten hatte. Sie wurde sofort unruhig, ihr wurde es eng um ihr Herz. "Ich wusste nicht, was das Wort "Verluste" bedeutete, erklärt sie. "Ich fragte mich, meinten sie acht Verwundete? Acht Tote? Ich versuchte, ruhig zu bleiben."

Sabina mochte ruhig geblieben sein, aber ihre Finger, als ob sie sich selbständig gemacht hätten, wählten Sashas Telefonnummer. Seine sicher klingende Stimme auf dem Anrufbeantworter teilte mit: "Schalom. Hier ist Schwartzman Alex. Bitte hinterlassen Sie ihre Nachricht." Sabina wählte Sashas Nummer immer wieder, sie rief auch alle Krankenhäuser im Norden Israels an. Zuerst rief sie das "Ziv"-Krankenhaus in Safed an. Darauf rief sie beim Krankenhaus in Nahariya und das Krankenhaus in Rambam in  Haifa an. "Ich fragte immer wieder: Haben Sie einen Patienten, der  Alex Schwartzman heißt? Sie sagten, "Nein, wir haben niemanden mit diesem Namen hier." Gegen 6 nachmittags fuhr ich zu einigen Freunden nach Herzliya und dort hörte ich den schrecklichen Bericht im Radio, was wirklich geschehen war. Ich weiß nicht warum, aber ich begann im Auto zu weinen und zu schreien."

Shir hört Sabina zu, wie sie ihre Geschichte erzählt und erinnert sich, wie sie ihren Freund Alexei (21) zum letzten Mal zwei Wochen vor dem Angriff an der Grenze im Norden gesehen hatte. Er sollte auf eine neue, weniger kampfbereite Stelle, versetzt werden, und war an seinen Einsatzort zurückgekehrt, um seinen Ersatz einzuweisen. Kurz vor der Entführung der Reservesoldaten  Ehud Goldwasser und Eldad Regev, hatte Alexei angerufen und gesagt, "Shir, höre mich kurz an. Hier herrscht das Chaos. Ich spreche später mit dir. Ich habe viel Stress. Ich liebe dich." Ich sagte ihm, ‘Ich liebe dich auch.’ Und er sagte, "versprich mir, dass du auf dich aufpasst, in Ordnung?’ Ich wusste, dass es ihm wichtig war, mir das zu sagen, falls ihm etwas Schreckliches zustoßen sollte."

Sharon sagt, dass auch Yiftach (22) auf eine weniger anstrengende Stelle versetzt werden sollte. In der Zwischenzeit hatte sie Angst. Sie hatte so schreckliche Angst, dass sie während der Kampftätigkeiten mit ihm insgeheim mindestens zweimal am Tag sprach. Er erzählte ihr vor seiner zunehmenden Müdigkeit und sie sagte ihm, dass auch sie in der Nacht nicht schlafen konnte. Er befürchtete, dass Katuscha-Raketen ihre Wohnung in Haífa treffen würden und sie sagte ihm, dass er sich vor den Terroristen da draußen hüten sollte. 

"Ich sagte ihm, dass ich schreckliche Angst hatte. Ich erklärte ihm, dass ich langsam verrückt wurde vor Angst und dass ich wenigstens wissen wollte, wo er sich gerade befand, damit ich mir keine Sorgen machen müsste. Aber er konnte mir nicht sagen, wo er sich im Libanon genau befand. Er sagte: "Ich liebe dich. Ich warte nur darauf, dass dies alles hier ein Ende hat, damit wir zusammen sein können." Und an dieser Stelle machte die Batterie schlapp."  

Gegen 11 Uhr abends, besuchte Sharon sogar noch ein Café mit einer Freundin. Plötzlich hörte sie ihr Telefon läuten. Es war ihr Schwager, ein IAF-Pilot. "Ich muss mir doch keine Sorgen machen, wenn du mich zu dieser Zeit in der Nacht anrufst, oder?", fragte sie. "Nein, auf keinen Fall, " antwortete er. "Ich möchte dir lediglich sagen, dass Yiftach verwundet worden ist. Ich komme, um dich abzuholen."

Von diesem Augenblick an erinnert sich Sharon an jede Einzelheit, die darauf folgte. Das große Auto, das in der Nähe anhielt. Wie sich die Türe öffnete und Yarden, Yiftachs Zwillingsbruder, aus dem Auto stieg und sie eng umarmte, sie mit seinem ganzen Körper fest an sich drückte, wie er in einer sanften Stimme zu ihr sprach. Wie er ihr erklärte, dass Yiftach sich nicht unter den Verwundeten befand. Dass er getötet worden war. "Sharon, Yiftach ist nicht mehr unter uns", sagte er und sie wurde steif vor Schrecken. Ihre Hände begannen zu zittern und ihre Beine gaben nach. "Ich war in einem derartigen Schock, dass ich nicht einmal weinen konnte", erinnert sie sich. "Erst als ich in Yiftachs Wohnung ankam und in sein Zimmer ging, zu seinem Bett, begann ich zu weinen. Ich hatte das Gefühl, dass sich meine Welt auf den Kopf gestellt hatte."

Sabrina hörte die schreckliche Nachricht von Sashas Tod von ihrer Mutter, die wiederum die Nachricht von Sashas Mutter erhalten hatte, die diese einfach Sabrina nicht selbst mitteilen konnte. "Meine Mutter umarmte mich und sagte, du musst jetzt stark sein. Sasha ist nicht mehr unter uns." Seitdem haben die Tage all ihren Sinn für mich verloren," sagt Sabrina. "Als ob etwas Böses gekommen sei und mir mein Leben weggenommen hätte. Als ob mein Leben völlig ausgelöscht worden sei."

Am gleichen schrecklichen Tag kam Shir in Alexeis Wohnung an und sah zwei uniformierte Polizisten. "Ich öffnete die Türe und lief in das Haus. Einer der Beamten fragte mich, "sind Sie Shir?’ Ich verstand sofort. Ich brach auf dem Boden am Eingang zusammen. Bis dahin, als ich gehört hatte, dass ein Panzer von einer Landmine getroffen worden sei, wollte ich nicht glauben, dass sich Alexei darin befunden hatte. Ich sagte mir: "Warum sollte es sich um den Panzer meines Freundes gehandelt haben? Es gibt so viele Panzer in der IDF."

Das Treffen zwischen den drei jungen Frauen fand statt fünf Tage, nachdem Yiftach und Sasha getötet worden waren und zwei Wochen nach dem Erhalt der Nachricht von Alexeis Tod. Deshalb befanden sich Sabrina und Sharon noch in der siebentägigen Trauerzeit während Shir ihre Anfangstrauerzeit bereits überstanden hatte. Während Sharon und Sabrina nach wie vor häufig von IDF-Generälen, Familienmitgliedern und Freunden besucht werden, umgibt Shir eine quälende Stille, die sie die "Stille nach den Besuchen" nennt. Plötzlich, sagt sie, erkennt sie, dass sie alleine ist. "Bis vor kurzem war das Haus noch erfüllt mit Freunden und der Familie. Wie es bei russischen Familien üblich ist, brachten sie auch viel Essen mit. Wir sprachen und dann lachten wir sogar gemeinsam. Es gab keinen Augenblick der Stille. Und dann waren alle gegangen und ich blieb alleine zurück."

Am ersten ruhigen Abend wollte sie alleine sein. Sie lag in seinem Bett und weinte. "Ab einem gewissen Punkt weinte ich soviel, dass ich nicht wusste, was ich mit mir anfangen sollte", erinnert sie sich. "Schließlich rief ich meine Freunde an, und sie blieben bis zum Morgen bei mir. Seitdem habe ich überhaupt nicht geschlafen, weil ich in der Nacht einfach nicht einschlafen kann. Ich möchte den Telefonhörer abheben, seine Nummer wählen und ihm sagen, wie schwer es für mich ist und ihn bitten, nachhause zu kommen.  In der Zwischenzeit trage ich die ganze Zeit über sein gemustertes Hemd, das mich an ihn erinnert."

Sharon: "Ja, die Nächte und die Morgen sind die schlimmste Zeit. Ich nehme Schlaftabletten, um einzuschlafen, sonst würde ich überhaupt keinen Schlaf finden. Ich habe immer nachts an Yiftach gedacht, im Bett, um leichter einschlafen zu können. Jetzt möchte ich nicht an ihn denken, weil ich ein schreckliches Gefühl bekomme und dann kann ich nicht einschlafen. Ich werde gegenwärtig fast verrückt und kann keinen Sinn für mein weiteres Leben sehen. Sie sagen mir ständig, dass ich jung bin und dass ich mein ganzes Leben noch vor mir habe, weil ich nur 20 Jahre alt bin. Aber es ist wirklich so, dass ich mir vom Leben nichts mehr erwarte. Ich will nur mit Yiftach zusammen sein. Wenn ich aufwache nach einer schlaflosen Nacht, dann senkt sich der Schmerz sofort wieder auf mich herab. Ich öffne meine Augen, und dann, bums, verstehe ich. Ein unerträglicher Schmerz umklammert mein Herz wenn ich aufwache und erkennen muss, dass er nie wieder neben mir sein wird, niemals."

Ich, unter allen Menschen, der in meiner Stelle als Sozialbeamter die traurigsten und schmerzlichsten Geschichten tagein und tagaus gehört hat, habe den größten Schmerz erlitten. Und nichts kann mich trösten, weil mich bereits die kleinste Sache an Yiftach erinnert. Die Art, wie er lachte. Die Art, wie er sprach."

Sharon, Shir und Sabina sagen, dass dies der Krieg der Handys sei. Verglichen mit anderen Kriegen, als Freundinnen wochenlang auf Briefe warten mussten, bis sie die Empfänger erreichten,  genossen sie einen wichtigen technologischen Vorteil.

Sabina: "Die Wahrheit ist, dass ich nicht weiß, wie ich mit dieser Situation, mit all dieser Spannung fertig geworden wäre, wenn ich mit Sasha nicht wenigstens fünfzig Mal am Telefon hätte sprechen können. Ich weiß, dass es in der Vergangenheit Kriege gegeben hat und dass auch damals die Soldaten Freundinnen hatten.  Aber in jenen Tagen konnten sie nicht mitten im Kampf am Telefon miteinander sprechen und das wäre für mich ein unmöglicher Zustand gewesen. Ich bin froh, dass sich die Dinge geändert haben."

Die Paare sprachen manchmal Nachrichten ins Telefon und diese Nachrichten sind jetzt, so sagen sie, alles, was von den Stimmen ihrer Freunde geblieben ist. "Nachdem er gestorben war", sagt Sharon, "rief ich sein Handy an. Ich wollte seine Stimme in der Ansage hören. Es half mir. Es ist schade, dass seine Ansage lediglich einen derartig formalen Charakter hatte." 

Shir: "Alexeis Stimme klingt müde in der Nachricht. Ich rief ihn einmal an, nachdem er gefallen war, zur Erinnerung. Meine Freundin hat eine lustige Nachricht von ihm, die er ihr ins Telefon gesprochen hat, etwas über eine der Ninja-Schildkröten. Es ist eine sehr lebhafte Nachricht und jetzt ist sie gespeichert, damit ich sie so oft hören kann, wie ich will."

Sind sie zornig auf ihre verstorbenen Freunde?

Sabina: "Ich weiß, dass Sasha es nach seiner Verwundung abgelehnt hatte, abtransportiert zu werden und darauf bestand, dass seine Soldaten zuerst evakuiert werden. In der Zwischenzeit verlor er viel Blut und starb. Dies war ganz er, bis zum Ende zu kämpfen und sich um andere zuerst zu kümmern. Es lag in seiner Natur, sich um seine Soldaten zu kümmern. Wäre er rechtzeitig abtransportiert worden, hätte er vielleicht überlebt."

Sharon: "Yiftach meldete sich freiwillig, um zusammen mit anderen Soldaten zu einer bestimmten Stelle zu gehen und sie wurden von einer Rakete getroffen. Ich frage mich, warum er sich freiwillig gemeldet hat. Einige Tage zuvor hatte er mir gesagt, dass ihm dieser Krieg Angst mache. Das einzige, was mir wichtig ist, liegt darin zu wissen, was er gedacht hat. Ich wollte wissen, was seine letzten Gedanken waren,  bevor er starb und ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass er auf der Stelle tot gewesen war und nicht gelitten hat. Es ist schade, dass ich in diesem Augenblick nicht bei ihm gewesen bin. Es tut mir so leid, dass ich in seinen letzten Augenblicken nicht bei ihm gewesen bin."

"Wenn ich von diesem Krieg zurückkehre, dann heiraten wir.
Aber wenn mir etwas zustoßen sollte - dann mache in deinem Leben weiter."
(Aus einem Gespräch zwischen Yiftach und Sharon während ihres letzten Treffens auf seiner Armeebasis)

Shir, Sharon und Sabina sind nicht nur auf den Krieg wütend, dem Alexei, Yiftach und Sasha zum Opfer fielen. Alle drei haben das Gefühl, dass sie – als trauernde Freundinnen – zurückgelassen wurden, vergessen in ihrem Schmerz. "Es ist, als ob unser Schmerz weniger wert wäre als der Schmerz der Familien." 

Sharon: "Es ist sehr verwirrend. Einerseits bin ich Teil einer Familie. Sie wollen sehr, dass ich da bin und sie sagen mir fortwährend, dass Yiftachs Zimmer auch mein Zimmer sei und sie stellen mich allen vor. Andererseits setzen sich die Besucher des Hauses aus wichtigen Leuten zusammen, Generäle und diese Art von Amtsträgern. Während des Begräbnisses gab es Reden und Nachrufe, die die Eltern, die Geschwister und die Familie erwähnten, aber niemand erwähnte meinen Namen. Als ob nicht Teil des enormen Schmerzes wäre. Sogar als die Presse sich auf die Familie bezog, die Yiftach zurückgelassen hatte, wurde ich nicht erwähnt."

Und jetzt…

Sharon: "Ich wollte mit ihm Kinder haben, weil er so gut aussah. Yiftach wollte sie nach seinen Armee-Kommandanten benennen. Jetzt habe ich das Gefühl, als ob jemand ein Messer in unseren Liebesballon gestochen hat und plötzlich hat es einen großen Knall gegeben und alles ist explodiert – und der Ballon ist ganz ohne Luft in sich zusammen gesackt."

Sabina: "Ich war verrückt nach ihm. Ich liebte Sasha einfach auf eine Art, die schwer zu beschreiben ist. Wenn ich je einen Sohn haben sollte, dann werde ich ihn Alex nennen, zur Erinnerung an unsere Liebe. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals einen Sohn haben werde."  

Shir: "Ich habe mir immer vorgestellt, dass ich einen kleinen blonden Sohn haben werde, mit Augen so blau wie die seinen und so groß wie die meinen. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder einen anderen zu lieben."  

Gegen Ende des Treffens informiert Shir Sabina, dass sie eine Organisation kontaktiert hat, die trauernden Freundinnen von gefallenen Soldaten hilft. Sie sagt ihr, dass im Laufe der kommenden Wochen zwei weitere Unterstützungsgruppen eingerichtet werden sollen. "Zwei?" fragt Sharon. Und Shir seufzt. "Es scheint so, als ob es bereits viele trauernde Soldaten-Freundinnen gibt", antwortet sie. "Viel zu viele."

Keren Hayesod 13-08-2006

übersetzungsdienst der medienabteilung des keren hayesod jerusalem